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Springbock

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Tierart – Säugetiere > Huftiere – Antilopen & Gazellen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Antidorcas marsupialis
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Familie: Hornträger (Bovidae)
  • Unterfamilie: Antilopinae
  • Gattung: Antidorcas
  • Lebensraum: Trockene Savannen, Halbwüsten und offene Graslandschaften im südlichen Afrika
  • Größe: Schulterhöhe 74–87 cm, Kopf-Rumpf-Länge 120–150 cm
  • Gewicht: 27–48 kg
  • Lebenserwartung: 7–10 Jahre in freier Wildbahn, bis 15 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Der Springbock ist eine mittelgroße Antilope mit einem schlanken, leichtfüßigen Körperbau. Das kurze, glatte Fell zeigt eine markante Dreifarbigkeit: Der Rücken ist zimtbraun bis rötlichbraun gefärbt, die Unterseite rein weiß. Ein breiter, dunkelbrauner bis schwarzer Seitenstreifen trennt die beiden Farbzonen scharf voneinander. Das Gesicht ist weiß mit einem dunklen Streifen, der vom Auge zur Oberlippe verläuft.

Beide Geschlechter tragen leierförmig geschwungene, geringelte Hörner, wobei die der Böcke mit 25–35 cm deutlich kräftiger und länger ausfallen als die der Weibchen (15–25 cm). Die Hörner bestehen aus einem Knochenzapfen, der von einer Hornscheide umgeben ist – ein typisches Merkmal der Familie der Hornträger (Bovidae).

Ein anatomisches Alleinstellungsmerkmal ist die namensgebende Hautfalte auf dem Rücken, die im Lateinischen als „marsupium" (Tasche) in den Artnamen eingegangen ist. Diese Dorsalfalte erstreckt sich vom mittleren Rücken bis zur Schwanzwurzel und enthält eine Drüse, die von langen, weißen Haaren ausgekleidet ist. Bei Erregung – etwa während des Pronkens – wird die Falte nach außen gestülpt, sodass ein auffälliger weißer Haarkamm sichtbar wird.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Springbocks beschränkt sich auf das südliche Afrika. Die Art besiedelt trockene, offene Landschaften in Südafrika, Namibia, Botswana und im südlichen Angola. Bevorzugte Habitate sind die Kalahari-Halbwüste, die Karoo, trockene Grassavannen sowie offene Buschlandschaften. Springböcke meiden dichte Vegetation und bewaldete Gebiete, da sie auf weite Sicht angewiesen sind, um Raubtiere frühzeitig zu erkennen.

Historisch war die Art in enormen Herden über weite Teile des südlichen Afrikas verbreitet. Berichte aus dem 19. Jahrhundert beschreiben Wanderherden – sogenannte „Treks" – von Hunderttausenden bis Millionen Tieren, die auf der Suche nach Weidegründen durch die Karoo zogen. Durch die Ausbreitung von Farmland und Zäunen sind solche Massenwanderungen heute nicht mehr möglich. Der Springbock kommt dennoch sowohl in Schutzgebieten als auch auf privaten Farmen in stabilen Beständen vor.

Ernährung

Springböcke sind Mischäser (mixed feeders). Je nach Jahreszeit und Verfügbarkeit fressen sie Gräser, Kräuter, Blätter von niedrigen Sträuchern, Sukkulenten und Blüten. In der Regenzeit überwiegt der Anteil an frischem Gras, während sie in der Trockenzeit vermehrt auf Laub und sukkulente Pflanzen ausweichen. Diese flexible Ernährungsweise ermöglicht es ihnen, in besonders niederschlagsarmen Regionen zu überleben.

Springböcke können ihren Wasserbedarf über lange Zeiträume ausschließlich aus der Nahrung decken. Sie trinken, wenn Wasser verfügbar ist, sind aber nicht darauf angewiesen – eine entscheidende Anpassung an die ariden Biotope ihres Verbreitungsgebiets.

Verhalten & Lebensweise

Springböcke sind gesellige Tiere, die in Herden unterschiedlicher Größe und Zusammensetzung leben. Weibchen und Jungtiere bilden Gruppen von zehn bis über hundert Individuen. Adulte Böcke schließen sich zu Junggesellengruppen zusammen oder verteidigen während der Paarungszeit ein Territorium. Territoriale Böcke markieren ihr Revier mit Kot, Urin und Sekreten der Voraugendrüsen.

Die Tiere sind vorwiegend in den kühleren Morgen- und Abendstunden aktiv und ruhen in der Mittagshitze. In Gebieten mit starkem Jagddruck können sie auch nachtaktiv werden.

Das auffälligste Verhalten ist das „Pronken" (Afrikaans für „angeben") oder „Stotting": Dabei springt das Tier mit steifen, gestreckten Beinen wiederholt bis zu zwei Meter hoch in die Luft, wobei der Rücken gewölbt und die weiße Rückentasche aufgestellt wird. Dieses Verhalten tritt bei Gefahr, aber auch im Spiel auf. Es wird als Signal an Raubtiere interpretiert – eine Demonstration von Fitness, die dem Beutegreifer signalisiert, dass eine Verfolgung aussichtslos wäre (Honest-Signalling-Hypothese). Im Fluchtlauf erreichen Springböcke Geschwindigkeiten von bis zu 88 km/h und gehören damit zu den schnellsten Landtieren.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in der Regel in die Trockenzeit, kann aber je nach Region variieren. Territoriale Böcke versuchen, durchziehende Weibchengruppen in ihrem Revier zu halten, und paaren sich mit mehreren Weibchen (Polygynie). Die Balz umfasst charakteristische Verhaltensweisen wie das Verfolgen der Weibchen mit vorgestrecktem Hals, Lautäußerungen und das demonstrative Markieren des Reviers.

Nach einer Tragzeit von rund 168 bis 171 Tagen (etwa 5,5 Monate) bringt das Weibchen in der Regel ein einzelnes Jungtier zur Welt, Zwillingsgeburten kommen selten vor. Die Geburt fällt meist in die Regenzeit, wenn das Nahrungsangebot am größten ist. Das Kalb wiegt bei der Geburt etwa