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Stieglitz

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Tierart – Vögel > Singvögel – Finken & Ammern

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Carduelis carduelis
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Finken (Fringillidae)
  • Gattung: Carduelis
  • Weitere Bezeichnungen: Distelfink, Jupitersfink
  • Lebensraum: Offene und halboffene Landschaften, Streuobstwiesen, Gärten, Parks, Waldränder
  • Größe: 12–13 cm Körperlänge, Flügelspannweite ca. 21–25 cm
  • Gewicht: 14–19 g
  • Lebenserwartung: 5–8 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis zu 15 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Stieglitz gehört zu den farbenprächtigsten heimischen Singvögeln. Sein auffälligstes Merkmal ist die leuchtend rote Gesichtsmaske, die Stirn, Kehle und Vorderkopf umfasst und von einem weißen Wangenfeld eingerahmt wird. Der Oberkopf ist schwarz, ebenso ein breiter Nackenstreif, der sich bis zu den Halsseiten zieht. Der Rücken zeigt ein warmes Braun, das zur Bürzelregion hin heller wird. Die Unterseite ist überwiegend weißlich mit bräunlichen Flanken.

Besonders im Flug fällt die breite, goldgelbe Flügelbinde auf, die dem Stieglitz seinen zweiten Populärnamen „Distelfink" eingetragen hat – wobei dieser Name eigentlich auf seine bevorzugte Nahrungsquelle zurückgeht. Die Schwungfedern sind schwarz mit weißen Spitzen. Der Schwanz ist schwarz mit weißen Flecken an den Innenfahnen der äußeren Steuerfedern. Der konische, spitz zulaufende Schnabel ist elfenbeinfarben mit dunkler Spitze und hervorragend an das Herauspulen von Samen aus Blütenköpfen angepasst.

Männchen und Weibchen ähneln sich stark. Bei genauer Betrachtung reicht die rote Gesichtsmaske beim Männchen etwas über das Auge hinaus, während sie beim Weibchen knapp vor dem Auge endet. Jungvögel im Jugendkleid sind deutlich unauffälliger: Ihnen fehlt die rote Maske, der Kopf ist bräunlich-grau gestreift. Die gelbe Flügelbinde ist jedoch bereits vorhanden und erlaubt eine sichere Artbestimmung.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Stieglitzes erstreckt sich über weite Teile Europas, Nordafrikas und Westasiens – von den Britischen Inseln und der Iberischen Halbinsel ostwärts bis zum Altai-Gebirge und südwärts bis in den Mittelmeerraum, den Iran und Teile Zentralasiens. In Südamerika, Australien und Neuseeland existieren eingebürgerte Populationen, die auf freigelassene oder entflogene Käfigvögel zurückgehen.

Als Habitat bevorzugt der Stieglitz offene bis halboffene Kulturlandschaften mit einem guten Angebot an samentragenden Kräutern und Stauden. Typische Biotope sind Streuobstwiesen, Brachflächen, Wegränder, Gärten, Parkanlagen und lichte Waldränder. Geschlossene Wälder meidet er. In Mitteleuropa ist die Art ein Standvogel bis Kurzstreckenzieher: Während viele Populationen ganzjährig in ihrem Brutgebiet bleiben, ziehen nordöstliche Populationen im Herbst in südwestliche Überwinterungsgebiete.

Ernährung

Der Stieglitz ist ein ausgesprochener Körnerfresser, der sich überwiegend von Samen verschiedener Korbblütler ernährt. Disteln, Kletten, Löwenzahn, Flockenblumen und Wegwarten zählen zu seinen wichtigsten Nahrungspflanzen. Sein spitzer, leicht verlängerter Schnabel erlaubt es ihm, Samen aus den stacheligen Blütenköpfen der Disteln zu extrahieren, an die andere Finkenarten kaum herankommen. Im Winter frisst er auch Samen von Erlen, Birken und verschiedenen Gräsern.

Während der Brutzeit ergänzen tierische Proteine den Speiseplan. Die Nestlinge werden in den ersten Tagen überwiegend mit Blattläusen, kleinen Raupen und anderen Insekten gefüttert, bevor die Altvögel zunehmend auf vorverdaute Sämereien umstellen. Dieser gemischte Ernährungstyp sichert die für das Wachstum der Jungvögel nötige Proteinversorgung.

Verhalten & Lebensweise

Stieglitze sind tagaktive Vögel mit einem ausgeprägten Sozialverhalten. Außerhalb der Brutzeit schließen sie sich häufig zu Trupps von 20 bis über 100 Individuen zusammen, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen. Diese Schwärme, in der Jägersprache traditionell als „Charm" bezeichnet, durchstreifen systematisch geeignete Nahrungsflächen. Nicht selten vergesellschaften sich Stieglitze dabei mit anderen Finkenvögeln wie Hänflingen, Grünfinken oder Zeisigen.

Der Gesang des Stieglitzes ist ein schnelles, melodisches Zwitschern mit charakteristischen, hell klingenden Elementen. Der typische Flugruf – ein helles, dreisilbiges „ti-de-lit" – ist namensgebend für den Vogel und oft der erste Hinweis auf seine Anwesenheit. Männchen singen von exponierten Warten aus und tragen ihren Gesang auch während der Balzzeit intensiv vor. Ein ausgeprägtes Revierverhalten zeigt sich vor allem in unmittelbarer Nestnähe, während die Nahrungssuche meist gesellig und ohne Territorialverhalten erfolgt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutsaison beginnt in Mitteleuropa im April und kann sich bei Zweitbruten bis in den August erstrecken. Während der Balz präsentiert das Männchen seinen Gesang von erhöhten Sitzwarten und führt einen pendelnden Balzflug mit gespreizten Flügeln durch, bei dem die gelben Flügelbinden gut sichtbar sind. Das Weibchen signalisiert Paarungsbereitschaft durch ein zitterndes Flügelspreizen.

Das Nest wird ausschließlich vom Weibchen errichtet, meist in Laubbäumen oder hohen Strä