Teppichchamäleon
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Furcifer lateralis
- Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
- Unterordnung: Leguanartige (Iguania)
- Familie: Chamäleons (Chamaeleonidae)
- Gattung: Furcifer
- Lebensraum: Buschland, Grasland, Waldränder und Gärten auf Madagaskar
- Größe: 17–25 cm Gesamtlänge (inkl. Schwanz)
- Gewicht: 20–50 g
- Lebenserwartung: 2–5 Jahre (in Gefangenschaft bis etwa 5 Jahre)
Aussehen & Merkmale
Das Teppichchamäleon gehört zu den mittelgroßen Vertretern der Familie Chamaeleonidae. Die Gesamtlänge ausgewachsener Tiere liegt zwischen 17 und 25 Zentimetern, wobei Männchen in der Regel etwas größer werden als Weibchen. Der Körper ist seitlich stark abgeflacht – eine typische Eigenschaft vieler Chamäleonarten – und wird von einem hohen, schmalen Rückenkamm durchzogen, der aus kleinen, kegelförmigen Schuppen besteht.
Die Grundfärbung variiert je nach Stimmung, Temperatur und Umgebung erheblich. Männchen zeigen häufig ein lebhaftes Grün mit einem markanten, hellen Lateralstreifen, der sich vom Kopf über die gesamte Körperflanke erstreckt. Dieser seitliche Streifen, der dem Tier auch seinen wissenschaftlichen Artnamen lateralis (lat. „seitlich") einbrachte, kann weiß, gelblich oder bläulich gefärbt sein. Die Bezeichnung „Teppichchamäleon" leitet sich von den teppichartigen, komplexen Farbmustern ab, die vor allem die Weibchen in bestimmten Phasen – etwa bei Trächtigkeit – ausbilden. Trächtige Weibchen zeigen ein auffälliges Muster aus leuchtend orangefarbenen, schwarzen und weißen Flecken und Streifen.
Wie alle Chamäleons besitzt Furcifer lateralis unabhängig voneinander bewegliche Augen, Greiffüße mit zu Zangen verwachsenen Zehengruppen sowie eine lang ausstreckbare Schleuderzunge. Der Helm auf dem Kopf ist im Vergleich zu anderen Furcifer-Arten relativ flach und wenig ausgeprägt. Der Greifschwanz wird aktiv zum Klettern eingesetzt und kann sich spiralförmig um Äste und Zweige wickeln.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Teppichchamäleons erstreckt sich über weite Teile Madagaskars. Die Art besiedelt dort ein erstaunlich breites Spektrum an Habitaten: von feuchten Regenwaldrändern im Osten über das trockene Buschland im Süden und Westen bis hin zu den zentralen Hochebenen der Insel. Furcifer lateralis gilt als eine der anpassungsfähigsten Chamäleonarten Madagaskars und kommt auch in stark anthropogen veränderten Biotopen vor, etwa in Gärten, Plantagen, Hecken und entlang von Straßenrändern.
Die Höhenverbreitung reicht vom Tiefland bis auf etwa 1.800 Meter. In dicht geschlossenen Primärwäldern ist die Art allerdings selten anzutreffen – sie bevorzugt offenere, gut besonnte Strukturen mit niedrigem bis mittelhohem Bewuchs. Das Teppichchamäleon lebt überwiegend in Büschen und Sträuchern in Höhen von einem halben bis zwei Metern über dem Boden.
Ernährung
Teppichchamäleons sind Insektenfresser (Insektivoren). Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Grillen, Heuschrecken, Fliegen, Käfern, Raupen und anderen Gliederfüßern, die sie mit ihrer extrem schnell vorschnellenden Schleuderzunge erbeuten. Die Zunge kann in Bruchteilen einer Sekunde auf die ein- bis eineinhalbfache Körperlänge ausgefahren werden. Am verdickten Ende haftet die Beute durch eine Kombination aus Muskelkraft und klebrigem Sekret.
Gelegentlich nehmen Teppichchamäleons auch pflanzliche Nahrung auf, etwa weiche Blätter oder Früchte. Die Wasseraufnahme erfolgt nicht durch Trinken aus stehenden Gewässern, sondern durch das Ablecken von Tau- und Regentropfen von Blättern und Zweigen.
Verhalten & Lebensweise
Furcifer lateralis ist tagaktiv und verbringt die Nacht schlafend auf dünnen Ästen oder Blättern, wobei die Tiere dabei häufig eine auffällig helle oder blasse Färbung annehmen. Die Art lebt solitär; außerhalb der Paarungszeit werden Artgenossen im eigenen Revier nicht geduldet. Begegnungen zwischen Männchen führen zu ritualisierten Drohgebärden: Der Körper wird seitlich aufgebläht, die Kehle gespreizt und die Färbung zu kräftigen Kontrastmustern verändert. Kommt es nicht zum Rückzug eines der Rivalen, können Beißereien folgen.
Die Fortbewegung ist wie bei den meisten Chamäleons langsam und wiegend – ein Verhalten, das als „Blattmimikry" interpretiert wird und der Tarnung vor Fressfeinden wie Schlangen, Greifvögeln und Madagaskar-Baumfalken dient. Bei direkter Bedrohung können sich Teppichchamäleons jedoch auch überraschend schnell bewegen oder sich auf die dem Feind abgewandte Seite eines Astes drehen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung findet überwiegend in der Regenzeit statt, wenn das Nahrungsangebot am höchsten ist. Männchen suchen aktiv nach paarungsbereiten Weibchen und nähern sich ihnen mit rhythmischem Kopfnicken und intensiver Färbung. Nicht paarungsbereite Weibchen wehren Männchen durch Drohgebärden, Fauchen und dunkle Abwehrfärbung ab.
Das Teppichchamäleon ist ovipar, legt also Eier. Etwa 30 bis 40 Tage nach der Paarung gräbt das Weibchen eine Grube in feuchtes Erdreich und legt dort ein Gelege von 8 bis 23 Eiern ab. Die Ink