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Tonkanese

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Steckbrief

  • Herkunft: Kanada / USA (aus Kreuzung von Siam und Burma)
  • Rassestandard: Anerkannt von TICA, CFA, WCF, FIFé und GCCF
  • Größe: Mittelgroß
  • Gewicht: Katzen 3–4,5 kg, Kater 4–5,5 kg
  • Lebenserwartung: 15–18 Jahre
  • Fell: Kurz, seidig, enganliegend, mit wenig Unterwolle
  • Farben: Natural (Seal), Champagne, Blue, Platinum – jeweils in drei Mustertypen: Pointed, Mink, Solid (Sepia)

Herkunft & Geschichte

Die Tonkanese entstand aus der gezielten Kreuzung von Siamkatzen und Burmakatzen. Obwohl bereits in den 1930er-Jahren in den USA Kreuzungen zwischen diesen beiden Rassen dokumentiert sind – die legendäre Wong Mau, Stammmutter der amerikanischen Burma, war genetisch betrachtet vermutlich eine Tonkanesin –, begann die systematische Zucht erst in den 1960er-Jahren. Die kanadische Züchterin Margaret Conroy und die amerikanische Züchterin Jane Barletta gelten als Pionierinnen der modernen Tonkanese-Zucht. Sie verfolgten das Ziel, eine Katze zu züchten, die das Beste beider Rassen vereint: die Eleganz und Kommunikationsfreude der Siam mit der kompakteren Statur und dem sanfteren Gemüt der Burma.

Zunächst unter dem Namen „Tonkinesische Katze" geführt, wurde die Rasse 1971 von der Canadian Cat Association (CCA) anerkannt. Die TICA folgte 1979, der CFA gewährte 1984 den Championship-Status. In Europa wird die Tonkanese von der WCF und der FIFé als eigenständige Rasse geführt. Der Name leitet sich übrigens nicht von der Insel Tonkin in Vietnam ab, wie häufig angenommen, sondern wurde als klangvoller Phantasiename gewählt, um die exotische Abstammung der Rasse zu unterstreichen.

Aussehen & Rassemerkmale

Die Tonkanese ist eine mittelgroße, muskulöse Katze mit überraschend viel Substanz für ihre Größe. Der Körperbau liegt genau zwischen dem schlanken, röhrenförmigen Typ der Siam und dem gedrungenen, kompakten Körper der Burma. Der Brustkorb ist gerundet, die Beine mittellang und gut bemuskelt, die Pfoten oval. Der Schwanz verjüngt sich zur Spitze hin und ist proportional zur Körperlänge.

Der Kopf bildet ein sanft gerundetes Dreieck mit leicht konvexen Konturen. Die mittelgroßen Ohren sind breit angesetzt und an den Spitzen abgerundet. Besonders auffällig sind die mandelförmigen, leicht schräg gestellten Augen. Bei Katzen im Mink-Muster – dem rassetypischsten Farbschlag – schimmern die Augen in einem einzigartigen Aquamarin-Ton, der bei keiner anderen Rasse zu finden ist. Pointed-Varianten zeigen blaue Augen, Solid-Varianten gold- bis grüngelbe.

Das Fell der Tonkanese ist kurz, fein, seidig und liegt dicht am Körper an. Es besitzt einen natürlichen Glanz, der an Nerz erinnert – daher auch die Bezeichnung „Mink" für das mittlere Farbmuster. Die drei Mustertypen ergeben sich aus der Genetik: Mink-Katzen tragen je ein Gen der Siam-Pointierung und der Burma-Sepia-Färbung. Da es sich um ein intermediäres Vererbungsmuster handelt, können aus der Verpaarung zweier Mink-Tonkanesen auch Pointed- und Solid-Nachkommen fallen.

Charakter & Wesen

Wer eine Tonkanese ins Haus holt, bekommt eine Katze mit Persönlichkeit im Überfluss. Diese Rasse ist außerordentlich menschenbezogen, gesellig und intelligent. Tonkanesen suchen aktiv die Nähe ihrer Bezugspersonen, folgen ihnen durch die Wohnung und beteiligen sich mit sanfter, melodischer Stimme an Gesprächen – weniger laut und fordernd als die Siam, aber durchaus mitteilsam.

Ihr Spieltrieb ist auch im Erwachsenenalter ausgeprägt. Tonkanesen apportieren gerne, lösen Intelligenzspielzeug mit Begeisterung und lernen schnell Tricks. Sie sind treu und verschmust, dabei aber nicht übermäßig anhänglich. Fremden gegenüber zeigen sie sich aufgeschlossen und neugierig statt wachsam oder scheu. Die Rasse verträgt sich ausgezeichnet mit Kindern, Hunden und anderen Katzen.

Einsamkeit vertragen Tonkanesen schlecht. Eine Einzelhaltung ohne regelmäßige menschliche Gesellschaft führt rasch zu Verhaltensproblemen. Die Haltung mit einem Artgenossen – idealerweise einer weiteren Tonkanese oder einer ähnlich aktiven Rasse – ist daher dringend empfohlen.

Haltung & Pflege

Tonkanesen sind aktive, verspielte Katzen, die ausreichend Beschäftigung und Bewegungsraum brauchen. Ein gut gesicherter Balkon oder ein eingezäunter Garten sind willkommene Bereicherungen. Freigang ohne Sicherung ist aufgrund der extremen Zutraulichkeit der Rasse riskant – Tonkanesen kennen gegenüber Menschen keinerlei Scheu und sind daher leichte Beute für Diebstahl oder Unfälle.

Die Wohnung sollte mit Kratzbäumen, erhöhten Liegeplätzen und interaktivem Spielzeug ausgestattet sein. Clicker-Training und Fummelbretter fordern den wachen Geist dieser intelligenten Katzen. Die Fellpflege ist unkompliziert: Einmal wöchentliches Bürsten mit einer weichen Bürste oder einem Noppenhandschuh genügt, um das seidige Fell in Form zu halten. Baden ist nur in Ausnahmefällen nötig.

Ernährung

Die Tonkanese stellt keine besonderen Anforderungen an die Ernährung, profitiert aber wie alle Katzen von einer hochwertigen, proteinreichen Fütterung. Hochwertiges Nassfutter mit hohem Fleischanteil sollte die Basis bilden, ergänzt durch geeignetes Trockenfutter zur Zahnpflege. Auf Zucker, Getreide und pflanzliche Füllstoffe in Billigfutter sollte verzichtet werden.

Tonkanesen neigen bei Bewegungsmangel zu Übergewicht. Regelmäßige Gewichtskontrollen und