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Trampeltier

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Tierart – Säugetiere > Huftiere – Kamele & Lamas

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Camelus bactrianus (Domestizierte Form) / Camelus ferus (Wildform)
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Unterordnung: Schwielensohler (Tylopoda)
  • Familie: Kamele (Camelidae)
  • Gattung: Altweltkamele (Camelus)
  • Lebensraum: Steppen, Halbwüsten und Wüsten Zentralasiens
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge ca. 225–345 cm; Schulterhöhe 180–230 cm
  • Gewicht: 450–700 kg
  • Lebenserwartung: 25–35 Jahre (in Gefangenschaft bis 40 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Das Trampeltier ist das größere der beiden Altweltkamele und von seinem nächsten Verwandten, dem einhöckrigen Dromedar (Camelus dromedarius), sofort durch seine zwei Höcker zu unterscheiden. Diese Fetthöcker sitzen auf dem Rücken und können bei gut genährten Tieren aufrecht stehen, während sie bei unterernährten Exemplaren zur Seite kippen. Entgegen der weit verbreiteten Annahme speichern die Höcker kein Wasser, sondern Fettreserven, die bei Nahrungsmangel als Energiequelle abgebaut werden.

Das Fell ist deutlich länger und dichter als beim Dromedar – eine Anpassung an die harten Winter Zentralasiens, in denen Temperaturen von minus 30 °C keine Seltenheit sind. Es variiert in der Farbe von sandgelb über rotbraun bis dunkelbraun. Im Winter bildet sich ein dichtes, wolliges Unterfell, das im Frühjahr in großen Fetzen abgestoßen wird. Am Kinn, am Hals, an den Vorderbeinen und an den Höckerspitzen wächst besonders langes Deckhaar, das als Mähne herabhängt.

Wie alle Schwielensohler besitzen Trampeltiere keine klassischen Hufe, sondern breite, zweigeteilte Sohlenpolster aus elastischem Bindegewebe und verhornter Haut. Diese verhindern das Einsinken im Sand und schützen vor heißem oder gefrorenem Untergrund. Die Nasenlöcher sind verschließbar, um bei Sandstürmen das Eindringen von Partikeln zu verhindern. Lange, dichte Wimpern bieten zusätzlichen Schutz für die Augen.

Lebensraum & Verbreitung

Das domestizierte Trampeltier (Camelus bactrianus) kommt heute in weiten Teilen Zentralasiens vor – von der Türkei über den Iran, Afghanistan und die zentralasiatischen Republiken bis nach China und in die Mongolei. Es wird seit mindestens 4.500 Jahren als Nutztier gehalten und ist über Handelswege wie die Seidenstraße weit verbreitet worden.

Die Wildform, das Wildkamel (Camelus ferus), ist dagegen auf wenige isolierte Populationen in der Wüste Gobi und der Wüste Lop Nor im Grenzgebiet zwischen China und der Mongolei beschränkt. Genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass das Wildkamel keine verwilderte Form des Haustrampeltiers ist, sondern eine eigenständige Art darstellt, die sich bereits vor der Domestikation von der Stammlinie abspaltete.

Das bevorzugte Habitat umfasst trockene Steppen, Halbwüsten, Geröllwüsten und felsige Gebirgsregionen bis in Höhen von etwa 4.000 Metern. Trampeltiere sind an extreme Temperaturschwankungen angepasst – ihr Verbreitungsgebiet gehört zu den klimatisch härtesten Lebensräumen der Erde, mit glühender Hitze im Sommer und eisiger Kälte im Winter.

Ernährung

Trampeltiere sind Pflanzenfresser mit einem ausgesprochen genügsamen und anpassungsfähigen Nahrungsspektrum. Sie fressen Gräser, Kräuter, Blätter, Dornensträucher und salzhaltige Pflanzen (Halophyten), die von anderen Weidetieren gemieden werden. Die verhornten Lippen und die raue Mundschleimhaut erlauben es ihnen, selbst dorniges und trockenes Pflanzenmaterial aufzunehmen, ohne sich zu verletzen.

Wie alle Kamele sind Trampeltiere Wiederkäuer mit einem dreiteiligen Magen (im Unterschied zu echten Wiederkäuern der Unterordnung Ruminantia, deren Magen vierteilig ist). Die mikrobielle Fermentation im Vormagen ermöglicht die effiziente Verwertung zellulosereicher Nahrung.

Ihr Wasserhaushalt ist extrem ökonomisch. Ein Trampeltier kann Wasserverluste von bis zu 25 Prozent seines Körpergewichts überstehen – bei den meisten Säugetieren wäre bereits ein Verlust von 15 Prozent tödlich. Nach einer Durstperiode ist ein Tier in der Lage, innerhalb weniger Minuten über 100 Liter Wasser aufzunehmen. Ovale rote Blutkörperchen, die auch bei starker Dehydration nicht verklumpen, tragen zu dieser Fähigkeit bei.

Verhalten & Lebensweise

Trampeltiere leben in kleinen Herden von etwa 6 bis 20 Tieren, die in der Regel aus einem dominanten Hengst, mehreren Stuten und deren Jungtieren bestehen. Junggesellenhengste bilden eigene lockere Verbände oder streifen einzeln umher. Die Tiere sind überwiegend tagaktiv und legen auf der Suche nach Nahrung und Wasser teils erhebliche Strecken zurück – Wanderungen von 50 bis 75 Kilometern pro Tag sind bei den Wildkamelen dokumentiert.

Im Sozialverhalten zeigen Trampeltiere eine klare Rangordnung, die durch Drohen, Schubsen und gelegentliche Beißereien unter den Hengsten etabliert wird. In der Brunftzeit können Hengste aggressiv werden und ein stark riechendes Sekret aus ihren Hinterkopfdrüsen (Okzipitaldrüsen) absondern. Typisch ist auch das Aufblasen des weichen Gaumens zu einem sogenannten Dulaa, einer blasenartigen Struktur, die aus dem Maul hängt und der Imponierung gegenüber Rivalen und Stuten dient.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in den Spätwinter, meist zwischen Januar und März. Hengste befinden sich dann in der sogenannten Musth – einem Zustand hormonell gesteiger