Unterhaut
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Definition & Überblick
Die Unterhaut (lat. Subcutis, auch Hypodermis oder Tela subcutanea) ist die tiefste Schicht der äußeren Körperbedeckung (Integumentum commune) und liegt unterhalb der eigentlichen Haut (Cutis), die aus Oberhaut (Epidermis) und Lederhaut (Dermis, Corium) besteht. Sie verbindet die Haut mit den darunterliegenden Strukturen wie Faszien, Muskeln und Knochen. Die Subcutis besteht überwiegend aus lockerem Bindegewebe und eingelagertem Fettgewebe (Panniculus adiposus) und bildet damit eine wichtige Verschiebeschicht, ein Energiedepot sowie eine Isolationsschicht. Je nach Tierart, Körperregion, Ernährungszustand und Geschlecht variiert die Dicke der Unterhaut erheblich.
Aufbau & Struktur
Die Tela subcutanea setzt sich aus mehreren Gewebskomponenten zusammen, die in ihrer Ausprägung regional und tierartlich stark variieren:
- Lockeres Bindegewebe (Textus connectivus laxus): Kollagene und elastische Fasern bilden ein dreidimensionales Maschenwerk, das die Verschieblichkeit der Haut gegenüber der Unterlage gewährleistet. In dieses Netzwerk sind Fibroblasten, Mastzellen und freie Abwehrzellen eingebettet.
- Fettgewebe (Panniculus adiposus): Univakuoläre Adipozyten bilden Fettläppchen (Lobuli adiposi), die durch bindegewebige Septen (Retinacula cutis) voneinander getrennt werden. Dieses subkutane Fettgewebe dient als Energiespeicher, Wärmeisolation und mechanischer Stoßdämpfer.
- Hautmuskel (Musculus cutaneus, Panniculus carnosus): Bei vielen Haussäugetieren liegt innerhalb oder direkt unter der Subcutis ein quergestreifter Hautmuskel. Dieser ermöglicht aktive Hautbewegungen, etwa das Abschütteln von Insekten. Beim Pferd ist der Musculus cutaneus trunci besonders kräftig ausgebildet.
- Gefäße und Nerven: Die Subcutis enthält den Plexus subcutaneus – ein weit verzweigtes Netz aus Arterien, Venen und Lymphgefäßen. Hier verlaufen auch sensible Nervenfasern und Vater-Pacini-Körperchen (Lamellenkörperchen), die Druck- und Vibrationsreize registrieren.
Der Übergang von der Dermis zur Subcutis ist nicht scharf abgegrenzt; vielmehr gehen die tiefen Lagen des Stratum reticulare der Lederhaut fließend in das lockere Bindegewebe der Unterhaut über. An bestimmten Körperstellen – etwa an Ballen, Nasenspiegel oder über Knochenvorsprüngen – ist die Subcutis stark reduziert oder fehlt nahezu vollständig, sodass die Haut dort straff mit der Unterlage verbunden ist.
Funktion
Die Unterhaut erfüllt mehrere physiologisch bedeutsame Aufgaben:
- Mechanischer Schutz: Das subkutane Fettpolster und das lockere Bindegewebe wirken als Puffer gegen Druck, Stoß und Scherkräfte. Besonders an belasteten Stellen wie den Sohlenballen von Hund und Katze oder der Brustwand bildet die Subcutis eine effektive Polsterung.
- Thermoregulation: Das Fettgewebe der Subcutis wirkt als Wärmeisolator und reduziert den Wärmeverlust über die Körperoberfläche. Gleichzeitig reguliert der subkutane Gefäßplexus durch Vasokonstriktion und Vasodilatation den Wärmeaustausch mit der Umgebung.
- Energiespeicherung: Die im Panniculus adiposus gespeicherten Triglyceride stellen eine bedeutende Energiereserve dar. Bei Nahrungsmangel werden diese Fettsäuren mobilisiert und stehen dem Stoffwechsel zur Verfügung.
- Verschiebeschicht: Die lockere Beschaffenheit der Subcutis ermöglicht die Verschieblichkeit der Haut gegenüber Muskeln und Faszien. Diese Beweglichkeit ist für die Lokomotion sowie für Abwehrbewegungen der Haut essenziell.
- Endokrine Funktion: Subkutane Adipozyten produzieren Hormone und Zytokine wie Leptin und Adiponektin, die an der Regulation von Appetit, Energiehaushalt und Entzündungsprozessen beteiligt sind.
Unterschiede zwischen Tierarten
Die Ausprägung der Subcutis unterscheidet sich zwischen den Tierarten zum Teil erheblich:
- Pferd: Der Panniculus carnosus ist als Musculus cutaneus trunci besonders stark entwickelt und ermöglicht das charakteristische Hautzucken zur Insektenabwehr. Die Subcutis ist insgesamt relativ dünn, das subkutane Fettgewebe mäßig ausgeprägt.
- Rind: An der Unterbrust und am Triel (Wamme) ist die Subcutis besonders locker und fettreich. Die Verschieblichkeit der Haut ist in vielen Körperregionen deutlich ausgeprägt.
- Schwein: Die Unterhaut enthält eine besonders dicke und gleichmäßige Fettschicht, den sogenannten Speck (Panniculus adiposus). Diese subkutane Fettschicht kann mehrere Zentimeter dick werden und dient als wichtiger Energiespeicher und Wärmeisolator.
- Hund und Katze: Die Subcutis ist je nach Rasse und Ernährungszustand unterschiedlich dick. Bei der Katze ist die Haut besonders verschieblich, was subkutane Injektionen erleichtert. Der Hautmuskel ist bei beiden Spezies vorhanden, aber weniger kräftig als beim Pferd.
- Vögel: Bei Vögeln fehlt ein nennenswerter Panniculus carnosus. Die Subcutis ist dünn und enthält regional begrenzte Fettdepots, etwa im Bereich des Furculariums (Gabelbein) und abdominal. Diese Depots sind besonders vor dem Vogelzug als Energiereserve von Bedeutung.
Besonderheiten