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Wasserbock

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Tierart – Säugetiere > Huftiere – Antilopen & Gazellen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Kobus ellipsiprymnus
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Familie: Hornträger (Bovidae)
  • Unterfamilie: Reduncinae (Wasserböcke und Riedböcke)
  • Gattung: Kobus
  • Lebensraum: Grasland, Savannen und Überschwemmungsebenen in der Nähe permanenter Gewässer
  • Größe: Schulterhöhe 120–136 cm
  • Gewicht: Weibchen 160–200 kg, Männchen 200–300 kg
  • Lebenserwartung: 15–18 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 30 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Der Wasserbock ist eine der größten Antilopenarten Afrikas. Sein Fell ist lang, zottelig und von graubrauner bis rotbrauner Färbung. Es besitzt eine auffällig ölige Textur, die von speziellen Talgdrüsen in der Haut erzeugt wird. Dieses Sekret verleiht dem Tier einen charakteristischen, moschusartigen Geruch und macht das Fell wasserabweisend – eine wichtige Anpassung an den gewässernahen Lebensraum.

Männchen tragen kräftige, nach hinten geschwungene und an den Spitzen leicht nach vorn gerichtete Hörner, die eine Länge von 55 bis 100 cm erreichen können. Die Hörner weisen deutliche Ringe auf und wachsen ein Leben lang. Weibchen sind hornlos.

Es werden zwei Unterarten unterschieden, die sich vor allem in der Zeichnung des Hinterteils unterscheiden: Der Gemeine Wasserbock (Kobus ellipsiprymnus ellipsiprymnus) trägt einen markanten weißen Ellipsenring auf dem Hinterteil, der der Art ihren wissenschaftlichen Namen gab. Der Defassa-Wasserbock (Kobus ellipsiprymnus defassa) weist stattdessen einen komplett weißen Fleck auf der Kruppe auf. Beide Unterarten besitzen eine weiße Zeichnung oberhalb der Augen sowie eine helle Kehle. Die Beine sind kräftig gebaut und enden in breiten Hufen, die das Laufen auf weichem, sumpfigem Untergrund erleichtern.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Wasserbocks erstreckt sich über weite Teile des subsaharischen Afrika. Der Gemeine Wasserbock bewohnt vorwiegend den Osten und Südosten des Kontinents – von Kenia und Tansania über Mosambik bis nach Südafrika. Der Defassa-Wasserbock kommt dagegen in West- und Zentralafrika vor, von Senegal über die Demokratische Republik Kongo bis nach Äthiopien. In einigen Regionen Ostafrikas, etwa in Tansania und im Osten Kenias, überlappen sich die Verbreitungsgebiete beider Unterarten, und es treten Hybridformen auf.

Das bevorzugte Habitat umfasst Savannen, Buschland und offene Waldgebiete in unmittelbarer Nähe permanenter Wasserquellen. Flussauen, Seeufer und Überschwemmungsebenen bilden das typische Biotop. Wasserböcke entfernen sich selten mehr als zwei bis vier Kilometer von offenen Gewässern. Trockene oder halbwüstenartige Gebiete werden gemieden.

Ernährung

Wasserböcke sind reine Pflanzenfresser und ernähren sich überwiegend von Gräsern. Bevorzugt werden junge, proteinreiche Grasarten, die in der Nähe von Gewässern wachsen. Daneben nehmen sie gelegentlich Kräuter, Schilf und Binsen auf. Blätter und Triebe von Sträuchern spielen in der Ernährung eine untergeordnete Rolle, können aber in der Trockenzeit an Bedeutung gewinnen, wenn frisches Gras knapp wird. Der hohe Wasserbedarf der Tiere – sie trinken regelmäßig und in großen Mengen – erklärt ihre enge Bindung an permanente Gewässer.

Verhalten & Lebensweise

Wasserböcke sind vorwiegend tagaktiv, mit Aktivitätsschwerpunkten in den kühleren Morgen- und Abendstunden. In Gebieten mit starkem menschlichem Einfluss können sie dämmerungs- oder nachtaktiv werden.

Weibchen und Jungtiere leben in Herden von sechs bis dreißig Tieren, die kein festes Revier besitzen, sondern in überlappenden Streifgebieten umherziehen. Erwachsene Männchen sind territorial und verteidigen ein festes Revier, das in der Regel Zugang zu Wasser und guten Weideflächen bietet. Ein solches Territorium kann zwischen 50 und 600 Hektar umfassen. Territoriale Bullen dulden junge, nicht geschlechtsreife Männchen in ihrem Gebiet, vertreiben aber rivalisierende Konkurrenten. Die Reviergrenzen werden durch Körperhaltung, Imponiergehabe und gelegentliche Hornkämpfe verteidigt. Nicht-territoriale Männchen bilden häufig lockere Junggesellengruppen.

Bei Gefahr flüchten Wasserböcke häufig ins Wasser, wo sie sich auch über längere Strecken schwimmend fortbewegen können. Das ölige Fell und die breiten Hufe erweisen sich dabei als vorteilhaft. Zu den natürlichen Fressfeinden zählen Löwen, Leoparden, Afrikanische Wildhunde und Krokodile. Das streng riechende Hautsekret scheint auf manche Raubtiere abschreckend zu wirken – Löwen etwa greifen Wasserböcke seltener an als andere Antilopenarten vergleichbarer Größe.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung ist nicht streng saisongebunden, weist aber in vielen Regionen einen Höhepunkt während oder kurz nach der Regenzeit auf. Paarungsbereite Weibchen betreten das Revier eines Bullen, und es kommt nach einer Balzphase mit Naso-Genital-Kontrolle und Aufstellen des Schwanzes zur Kopulation. Nur territoriale Männchen haben in der Regel Zugang zu paarungsbereiten Weibchen.

Die Tragzeit beträgt etwa acht bis neun Monate (rund 240–270 Tage). In der Regel wird ein einzelnes Kalb geboren, Zwillingsgeburten sind äußerst sel