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Weißwal

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Tierart – Säugetiere > Meeressäuger – Wale

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Delphinapterus leucas
  • Ordnung: Wale (Cetacea)
  • Unterordnung: Zahnwale (Odontoceti)
  • Familie: Gründelwale (Monodontidae)
  • Gattung: Delphinapterus
  • Lebensraum: Arktische und subarktische Meere, Flussmündungen, Küstengewässer
  • Größe: 3,0–5,5 Meter (Männchen größer als Weibchen)
  • Gewicht: 700–1.600 kg
  • Lebenserwartung: 35–50 Jahre, in Einzelfällen über 60 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Weißwal, auch als Beluga bekannt, gehört zu den am leichtesten erkennbaren Walarten. Ausgewachsene Tiere tragen eine gleichmäßig weiße bis cremefarbene Haut, die ihnen sowohl den deutschen als auch den wissenschaftlichen Artnamen eingebracht hat – „leucas" leitet sich vom griechischen Wort für „weiß" ab. Neugeborene sind dagegen schiefergrau bis bräunlich und hellen im Laufe der ersten Lebensjahre allmählich auf. Die endgültige weiße Färbung wird mit etwa fünf bis zwölf Jahren erreicht.

Der Körperbau ist gedrungen und stromlinienförmig. Auffällig ist das Fehlen einer Rückenflosse (Finne), das den Gattungsnamen Delphinapterus („Delphin ohne Flügel") erklärt. Statt einer Finne besitzt der Beluga lediglich einen niedrigen Rückenkamm. Diese Anpassung verringert den Wärmeverlust im kalten Wasser und erleichtert das Auftauchen unter Eisschollen. Die Brustflossen (Flipper) sind kurz und paddelförmig, die Schwanzflosse (Fluke) breit und an den Hinterkanten gekerbt.

Ein weiteres typisches Merkmal ist die ausgeprägte, verformbare Stirnwölbung – die sogenannte Melone. Dieses mit Fettgewebe gefüllte Organ dient der Echoortung (Echolokation) und kann durch Muskelkontraktionen in ihrer Form verändert werden. Der Kopf sitzt auf einem vergleichsweise beweglichen Hals: Anders als bei den meisten Walen sind die Halswirbel nicht verschmolzen, sodass der Beluga den Kopf seitlich und nach oben bewegen kann. Die Haut ist mit bis zu 15 Zentimetern außergewöhnlich dick und wird von einer darunterliegenden Fettschicht (Blubber) von bis zu 10 Zentimetern Dicke ergänzt, die als Isolierung gegen die Kälte wirkt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Weißwals erstreckt sich zirkumpolar über die arktischen und subarktischen Gewässer der Nordhalbkugel. Bedeutende Populationen finden sich im Nordpolarmeer, in der Hudson Bay, im Sankt-Lorenz-Golf, im Ochotskischen Meer, im Weißen Meer sowie entlang der Küsten Alaskas, Kanadas, Russlands und Norwegens (Svalbard).

Das bevorzugte Habitat sind flache Küstengewässer, Buchten und Flussmündungen (Ästuare). Im Sommer dringen Belugas regelmäßig in große Flüsse vor – etwa in den Sankt-Lorenz-Strom, den Amur oder den Yukon – und wurden dabei hunderte Kilometer flussaufwärts gesichtet. Im Winter halten sich die Tiere bevorzugt in Gebieten mit losem Packeis oder Polynjas (offene Stellen im Eis) auf, wo sie zum Atmen auftauchen können. Saisonale Wanderungen zwischen Sommer- und Winterhabitaten sind charakteristisch für die meisten Populationen.

Ernährung

Der Beluga ist ein opportunistischer Jäger mit einem breiten Nahrungsspektrum. Die Ernährung umfasst je nach Region und Jahreszeit Fische wie Lodde, Kabeljau, Lachs, Hering und Stint, außerdem Krebstiere, Tintenfische, Würmer und andere wirbellose Meerestiere. In Flussmündungen werden häufig Schwarmfische erbeutet. Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend in Tiefen bis zu 300 Metern, wobei Tauchgänge von über 700 Metern dokumentiert sind. Ein einzelner Tauchgang kann bis zu 25 Minuten dauern.

Die Beute wird in der Regel durch Saugen aufgenommen. Die kegelförmigen Zähne – 30 bis 40 an der Zahl – dienen primär dem Ergreifen, nicht dem Kauen der Nahrung.

Verhalten & Lebensweise

Weißwale sind ausgeprägt soziale Tiere. Sie leben in Gruppen (Pods) von etwa 2 bis 25 Individuen, die sich im Sommer an bevorzugten Küstenplätzen zu Ansammlungen von mehreren Hundert, gelegentlich über tausend Tieren zusammenschließen können. Die Sozialstruktur ist variabel: Es gibt Mutter-Kalb-Paare, Gruppen erwachsener Männchen und gemischte Verbände.

Belugas gelten als die stimmfreudigsten Wale. Ihr vielfältiges Lautrepertoire aus Klicks, Pfiffen, Quietschen und Zwitschern war bereits frühen Seefahrern bekannt und brachte ihnen den Beinamen „Kanarienvögel der Meere" ein. Die Lautäußerungen dienen der Kommunikation innerhalb der Gruppe und der Echolokation bei der Nahrungssuche.

Ein charakteristisches Verhalten ist das Reiben am Kiesgrund flacher Gewässer im Sommer. Dabei streifen die Tiere abgestorbene Hautschichten ab – ein saisonaler Häutungsprozess, der bei anderen Walarten in dieser Form nicht vorkommt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit erstreckt sich je nach Population über die Monate Februar bis Mai. Nach einer Tragzeit von etwa 14 bis 15 Monaten bringt das Weibchen ein einzelnes Kalb zur Welt, meist in den warmen Flachwasserbereichen der Flussmündungen zwischen Mai und Juli. Neugeborene sind etwa 1,5 Meter lang und wiegen rund 80 Kilogramm.

Das Kalb wird mindestens 20 Monate lang gesäugt, häufig auch bis zu zwei Jahre. Die Bindung zwischen Mutter und Jungtier ist eng; das Kalb bl