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Wirbelsäule

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Anatomie & Körperbau > Körperbau – allgemein

Definition & Überblick

Die Wirbelsäule (lat. Columna vertebralis) ist das zentrale achsiale Skelettelement aller Wirbeltiere (Vertebrata). Sie bildet die knöcherne Grundachse des Rumpfes und erstreckt sich vom Hinterhauptsbein (Os occipitale) des Schädels bis zur Schwanzspitze. Als segmental gegliedertes Organ besteht sie aus einer variablen Anzahl einzelner Wirbel (Vertebrae), die durch Zwischenwirbelscheiben (Disci intervertebrales), Bänder (Ligamenta) und Gelenke miteinander verbunden sind. Die Wirbelsäule dient als tragendes Achsenskelett, schützt das Rückenmark (Medulla spinalis) und ermöglicht durch ihre Gliederung ein differenziertes Bewegungsspektrum des gesamten Körpers.

Aufbau & Struktur

Die Wirbelsäule gliedert sich in fünf Abschnitte, die nach ihrer topographischen Lage benannt werden:

  • Halswirbelsäule (Pars cervicalis) – Vertebrae cervicales (C)
  • Brustwirbelsäule (Pars thoracica) – Vertebrae thoracicae (T bzw. Th)
  • Lendenwirbelsäule (Pars lumbalis) – Vertebrae lumbales (L)
  • Kreuzwirbelsäule (Os sacrum) – Vertebrae sacrales (S), beim adulten Tier zum Kreuzbein verschmolzen
  • Schwanzwirbelsäule (Pars caudalis) – Vertebrae caudales (Cd bzw. Cy)

Jeder typische Wirbel besteht aus einem Wirbelkörper (Corpus vertebrae), einem Wirbelbogen (Arcus vertebrae) und verschiedenen Fortsätzen. Vom Wirbelbogen ragen der unpaare Dornfortsatz (Processus spinosus) nach dorsal, die paarigen Querfortsätze (Processus transversi) nach lateral sowie die Gelenkfortsätze (Processus articulares craniales et caudales) nach kranial und kaudal. Wirbelkörper und Wirbelbogen umschließen das Wirbelloch (Foramen vertebrale); die Gesamtheit aller Wirbellöcher bildet den Wirbelkanal (Canalis vertebralis), der das Rückenmark und seine Hüllen beherbergt.

Zwischen den Wirbelkörpern liegen die Zwischenwirbelscheiben, die aus einem äußeren Faserring (Anulus fibrosus) und einem gallertartigen Kern (Nucleus pulposus) bestehen. Ein kräftiger Bandapparat – darunter das Ligamentum longitudinale ventrale und dorsale, die Ligamenta flava sowie das Ligamentum supraspinale und bei Huftieren das mächtige Ligamentum nuchae – sichert die Stabilität der gesamten Wirbelsäule.

Funktion

Die Wirbelsäule erfüllt mehrere essentielle biomechanische und neurologische Aufgaben:

  • Statische Tragfunktion: Bei Quadrupeden wirkt die Wirbelsäule als brückenartiges Tragwerk zwischen Schulter- und Beckengürtel. Die Last der Eingeweide und des Rumpfes wird über die Gliedmaßen auf den Boden übertragen.
  • Schutzfunktion: Der Wirbelkanal schützt das Rückenmark, die Spinalnerven treten durch die Zwischenwirbellöcher (Foramina intervertebralia) geschützt aus.
  • Bewegungsfunktion: Die segmentale Gliederung ermöglicht Flexion, Extension, Lateralflexion und in begrenztem Maß Rotation. Die Summe der kleinen Einzelbewegungen zwischen benachbarten Wirbeln ergibt die Gesamtbeweglichkeit.
  • Stoßdämpfung: Die Zwischenwirbelscheiben absorbieren mechanische Kräfte, die bei Lokomotion, Sprung und Landung auf die Wirbelsäule einwirken.
  • Muskelansatz: Die Dorn- und Querfortsätze dienen als Hebelarme für die epaxiale und hypaxiale Rumpfmuskulatur.

Unterschiede zwischen Tierarten

Die Wirbelformel variiert erheblich zwischen den Tierarten und ist ein wichtiges taxonomisches Merkmal:

  • Pferd: C7, T18, L6, S5, Cd 15–21
  • Rind: C7, T13, L6, S5, Cd 18–20
  • Hund: C7, T13, L7, S3, Cd 20–23
  • Katze: C7, T13, L7, S3, Cd 20–24
  • Schwein: C7, T14–15, L6–7, S4, Cd 20–23
  • Huhn: C14, T7, L-S 14 (Synsacrum), Cd 5 + Pygostyl

Auffällig ist die bemerkenswerte Konstanz der Halswirbel: Nahezu alle Säugetiere besitzen sieben Halswirbel – unabhängig von der Halslänge. Die Giraffe folgt derselben Regel, ihre Halswirbel sind lediglich stark elongiert. Ausnahmen bilden Faultiere (6–9 Halswirbel) und Seekühe (6 Halswirbel).

Bei Vögeln ist die Halswirbelsäule besonders beweglich und umfasst je nach Art 11 bis 25 Wirbel, während Brust- und Lendenwirbel sowie Kreuz- und Teile der Schwanzwirbel zum Synsacrum verschmelzen, was dem Vogelkörper die für den Flug erforderliche Rumpfstabilität verleiht. Die letzten Schwanzwirbel fusionieren zum Pygostyl, das die Steuerfedern trägt.

Besonderheiten

Die ersten beiden Halswirbel weisen bei