Zaunammer
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Emberiza cirlus
- Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
- Familie: Ammern (Emberizidae)
- Gattung: Emberiza
- Größe: 15–17 cm
- Gewicht: 20–28 g
- Flügelspannweite: 22–26 cm
- Lebensraum: Warme, offene Kulturlandschaften mit Gebüsch und Hecken, Weinberge, Trockenhänge
- Lebenserwartung: 5–7 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Die Zaunammer ist ein kompakt gebauter Singvogel von der Größe einer Goldammer, mit der sie häufig verwechselt wird. Das Männchen zeigt im Prachtkleid eine auffällige Kopfzeichnung: Ein schwarzer Kehlfleck wird von gelben Überaugenstreifen und einer gelben Wangenpartie eingerahmt. Ein olivgrünes Brustband trennt die gelbe Kehle vom gelblichen Bauch. Der Rücken ist rotbraun gestreift, die Flanken zeigen dunkle Längsstreifen.
Das Weibchen ist deutlich unauffälliger gefärbt. Sein Gefieder wirkt insgesamt matter, die Kopfzeichnung ist verwaschen und eher bräunlich-beige statt gelb-schwarz. Vom Weibchen der Goldammer lässt es sich am besten durch den olivgrauen – nicht rostbraunen – Bürzel unterscheiden. Dieser Unterschied ist auch im Flug erkennbar und gilt als sicherstes Bestimmungsmerkmal im Feld.
Der Schnabel ist kegelförmig und für das Enthülsen von Sämereien optimiert – ein typisches Merkmal der Ammern. Die Beine sind hell fleischfarben. Jungvögel ähneln den Weibchen, sind jedoch noch stärker gestreift und zeigen kaum gelbe Anteile im Gefieder.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Zaunammer erstreckt sich über den westlichen und südlichen Paläarktis-Raum. Der Schwerpunkt liegt im Mittelmeergebiet: von der Iberischen Halbinsel über Südfrankreich, Italien und den Balkan bis in die westliche Türkei und nach Nordafrika. In Mitteleuropa erreicht die Art die nördliche Grenze ihres Areals.
In Deutschland ist die Zaunammer ein seltener Brutvogel, der fast ausschließlich in klimatisch begünstigten Regionen vorkommt. Besiedelt werden vor allem das Mittelrheintal, die Moselregion, das Nahetal, der Kaiserstuhl und Teile des Neckarraums. In Österreich findet sich die Art vereinzelt in der Wachau und im Burgenland, in der Schweiz im Wallis und am Genfersee.
Als Habitat bevorzugt die Zaunammer trockenwarme, strukturreiche Offenlandschaften. Typische Biotope sind Weinbergsbrachen, Trockenhänge mit Hecken und Gebüsch, Streuobstwiesen sowie Gartenlandschaften am Rand von Siedlungen. Entscheidend ist ein Mosaik aus offenen Bodenflächen zur Nahrungssuche und erhöhten Singwarten in Form von Büschen, Zaunpfählen oder niedrigen Bäumen – worauf auch der deutsche Name verweist.
Die Zaunammer ist überwiegend Standvogel oder Kurzstreckenzieher. Populationen in Südeuropa verbleiben ganzjährig in ihren Brutgebieten, während Vögel aus nördlicheren Regionen bei strengen Wintern in mildere Gebiete ausweichen können.
Ernährung
Die Nahrung der Zaunammer variiert im Jahresverlauf. Im Winterhalbjahr überwiegen Sämereien verschiedener Gräser und Kräuter, darunter Hirtentäschel, Melde und Knöterich. Die Vögel suchen ihre Nahrung vorwiegend am Boden, oft in kleinen Trupps gemeinsam mit Goldammern, Buchfinken oder anderen Körnerfressern.
Während der Brutzeit steigt der Anteil tierischer Kost erheblich. Insekten, Spinnen und deren Larven bilden dann die Hauptnahrung und sind besonders für die Aufzucht der Jungvögel unverzichtbar. Heuschrecken, Käfer, Raupen und Blattläuse werden gezielt von Blättern, Halmen und vom Erdboden abgelesen. Selten werden fliegende Insekten im kurzen Stoßflug erbeutet.
Verhalten & Lebensweise
Die Zaunammer ist tagaktiv und außerhalb der Brutzeit gesellig. In den Wintermonaten schließt sie sich gemischten Schwärmen aus verschiedenen Ammern- und Finkenarten an, die gemeinsam auf Stoppelfeldern und an Wegrändern nach Nahrung suchen.
Mit Beginn der Brutsaison im März oder April besetzen die Männchen Reviere und tragen ihren Gesang von exponierten Warten vor. Der Gesang besteht aus einer kurzen, klirrenden Strophe auf einer Tonhöhe, die an ein metallisches Klappern erinnert – deutlich weniger melodisch als der Gesang der Goldammer und ohne deren charakteristischen Schlussschnörkel. Die Strophe wird häufig und ausdauernd wiederholt, besonders in den Vormittagsstunden.
Im Unterschied zur Goldammer singt die Zaunammer oft auch noch im Hochsommer und beginnt gelegentlich eine zweite oder dritte Gesangsperiode, wenn Zweit- oder Drittbruten anstehen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz beginnt im Frühjahr, wobei das Männchen neben dem Gesang auch kurze Singflüge zeigt, bei denen es von der Singwarte aus aufsteigt und im Gleitflug zurückkehrt. Die Paarbildung erfolgt monogam für die Dauer der Brutsaison.
Das Nest wird vom Weibchen allein gebaut. Es befindet sich bodennah in dichtem Gebüsch, in Hecken oder in Rankpflanzen, selten höher als einen Meter über dem Boden. Als Baumaterial dienen trockene Grashalme, Wurzeln und Moos; die Nestmulde wird mit feinen Haaren und Pflanzenfasern ausgepolstert.
Das Gelege umfasst in der Regel drei bis vier Eier, die weißlich-grau grundiert und mit dunklen, verschnörkelten Haarlinien und Flecken gezeichnet sind –