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Aalmutter

A

Tierart – Fische > Meeresfische – Speise & Wild

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Zoarces viviparus
  • Ordnung: Barschartige (Perciformes) bzw. nach neuerer Systematik Aalmutterartige (Zoarciformes)
  • Familie: Aalmuttern (Zoarcidae)
  • Gattung: Zoarces
  • Lebensraum: Küstennahe Meeresgebiete, Brackwasser, Flussmündungen
  • Größe: 20–40 cm, selten bis 52 cm
  • Gewicht: bis etwa 500 g
  • Lebenserwartung: 8–10 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Aalmutter besitzt einen langgestreckten, seitlich leicht abgeflachten Körper, der an einen Aal erinnert – daher der volkstümliche Name. Im Unterschied zum echten Aal (Anguilla anguilla), mit dem sie nicht verwandt ist, verfügt die Aalmutter über deutlich ausgeprägte Brustflossen und einen abgerundeten Kopf mit kleinem, leicht unterständigem Maul. Die Lippen sind wulstig, und das Maul enthält kräftige, stumpfe Zähne, die zum Zermalmen hartschaliger Beutetiere dienen.

Charakteristisch ist die durchgehende Rückenflosse, die nahtlos in die Schwanzflosse übergeht. Im hinteren Bereich der Rückenflosse befindet sich eine Einkerbung, an der die Flossenstrahlen auffallend kurz sind – ein zuverlässiges Bestimmungsmerkmal. Die Afterflosse ist ebenfalls lang ausgezogen. Bauchflossen fehlen oder sind zu winzigen Rudimenten zurückgebildet.

Die Körperoberfläche ist mit kleinen, in die Haut eingebetteten Rundschuppen bedeckt, die von einer dicken Schleimschicht überzogen werden. Die Färbung variiert je nach Habitat von olivgrün über gelbbraun bis dunkelbraun, häufig mit unregelmäßigen dunkleren Flecken und Marmorierungen. Die Bauchseite ist heller, oft gelblich. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich kaum, allerdings erreichen Weibchen im Durchschnitt etwas größere Körperlängen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Aalmutter erstreckt sich über den nordöstlichen Atlantik – vom Weißen Meer und der Küste Nordnorwegens südwärts bis zum Ärmelkanal. In der Nord- und Ostsee ist sie häufig vertreten und zählt dort zu den typischen Küstenfischen. Auch in den Brackwasserzonen der westlichen Ostsee, etwa in den Bodden und Haffs der deutschen Küste, kommt sie regelmäßig vor.

Ihr bevorzugtes Habitat sind flache, küstennahe Gewässer mit steinigem, sandigem oder schlickigem Grund in Tiefen von 1 bis 40 Metern. Sie besiedelt gern Seegraswiesen, Tangfelder, Muschelriffe und die Umgebung von Buhnen, Hafenmolen und anderen Unterwasserstrukturen, die Deckung bieten. Das Biotop muss ausreichend Versteckmöglichkeiten unter Steinen, in Spalten oder zwischen Algenbewuchs aufweisen. In sauerstoffarmen Todeszonen der Ostsee fehlt die Art.

Ernährung

Die Aalmutter ist ein Allesfresser mit Schwerpunkt auf tierischer Kost. Sie ernährt sich überwiegend von kleinen Krebstieren wie Flohkrebsen (Amphipoden), Asseln (Isopoden), Garnelen und Strandkrabben. Ergänzend stehen Muscheln, Schnecken, Würmer (Polychaeten), Fischlaich und kleine Jungfische auf dem Speiseplan. Gelegentlich nimmt sie auch pflanzliche Nahrung wie Algenteile auf.

Die Nahrungssuche findet vorwiegend in der Dämmerung und nachts statt. Die Aalmutter durchstöbert dabei den Meeresboden und nutzt ihren guten Geruchssinn, um Beutetiere in Spalten und unter Steinen aufzuspüren. Ihre stumpfen Zähne ermöglichen es ihr, auch Krebspanzer und Muschelschalen zu knacken.

Verhalten & Lebensweise

Die Aalmutter lebt überwiegend bodennah und ist dämmerungs- bis nachtaktiv. Tagsüber verbirgt sie sich in Verstecken unter Steinen, in Felsspalten oder zwischen dichten Algenbewüchsen. Sie ist ein eher standorttreuer Fisch und hält sich oft über längere Zeiträume in einem eng begrenzten Revier auf. Saisonale Wanderungen finden allenfalls über kurze Distanzen statt, etwa wenn die Tiere im Herbst zur Fortpflanzung etwas tiefere Bereiche aufsuchen.

Aalmuttern sind Einzelgänger. Nur während der Paarungszeit und an besonders nahrungsreichen Stellen können mehrere Individuen auf engem Raum angetroffen werden. Bei Gefahr reagieren sie mit schnellem Einschlüpfen in Verstecke; ihre schlängelnde Fortbewegung erlaubt es ihnen, enge Spalten zu nutzen.

Die Art toleriert stark schwankende Salzgehalte und Temperaturen, was sie als euryhalin und eurytherm auszeichnet. Selbst in nahezu reinem Süßwasser wurde sie vereinzelt nachgewiesen. Bei extremer Kälte im Winter kann es zu Massenansammlungen in tieferen Gewässerabschnitten kommen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Aalmutter gehört zu den wenigen viviparen (lebendgebärenden) Knochenfischen Europas – eine Eigenschaft, die im Deutschen auch ihren Namen begründet: „Mutter" verweist auf die lebende Geburt der Jungen. Die Paarungszeit liegt zwischen August und September. Die innere Befruchtung erfolgt über eine modifizierte Genitalpapille des Männchens.

Nach einer Tragzeit von etwa vier bis fünf Monaten bringt das Weibchen zwischen Dezember und Februar durchschnittlich 30 bis 400 voll entwickelte Jungfische zur Welt. Die Anzahl der Jungen hängt stark von der Körpergröße des Weibchens ab. Die Jungtiere sind bei der Geburt 3,5 bis 5 cm lang und sofort schwimmfähig. Sie tragen bei der Geburt keinen Dottersack mehr und müssen unmittelbar selbstständig Nahrung suchen. Eine weitere Brutpflege durch die Elterntiere findet nicht statt. Die Geschlechtsreife wird im Alter von zwei