Dorade
DTierart – Fische > Meeresfische – Speise & Wild
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Sparus aurata
- Ordnung: Barschartige (Perciformes)
- Familie: Meerbrassen (Sparidae)
- Gattung: Sparus
- Lebensraum: Küstennahe Meereszonen, Lagunen und Flussmündungen des Mittelmeers und des östlichen Atlantiks
- Größe: Durchschnittlich 30–50 cm, maximal bis 70 cm
- Gewicht: Durchschnittlich 1–3 kg, Einzelexemplare bis etwa 17 kg
- Lebenserwartung: Bis zu 11 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Die Dorade, auch Goldbrasse oder Goldkopfbrasse genannt, besitzt einen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper, der für viele Vertreter der Familie der Meerbrassen typisch ist. Die Grundfärbung der Schuppen ist silbergrau mit einem leichten bläulich-grünen Schimmer auf dem Rücken und hellen, fast weißen Flanken. Ihr auffälligstes Merkmal ist ein goldgelbes Band, das sich zwischen den Augen über die Stirn zieht und der Art ihren wissenschaftlichen Artnamen aurata (lateinisch: die Vergoldete) eingebracht hat. Zusätzlich trägt sie einen dunklen Fleck am oberen Rand des Kiemendeckels, der von einem rötlichen Saum eingefasst wird.
Das Gebiss der Dorade ist kräftig und an ihre Ernährungsweise angepasst. Im vorderen Bereich des Mauls befinden sich vier bis sechs kegelförmige Fangzähne, während die seitlichen Kieferpartien mit mehreren Reihen stumpfer, rundlicher Mahlzähne besetzt sind. Mit diesen kann der Fisch mühelos die Schalen von Muscheln und Krebstieren aufbrechen. Die Rückenflosse ist langgestreckt und besteht aus elf Hartstrahlen sowie 13 bis 14 Weichstrahlen. Die Schwanzflosse ist leicht gegabelt, die Brustflossen sind lang und spitz zulaufend.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Sparus aurata erstreckt sich über das gesamte Mittelmeer einschließlich des Schwarzen Meeres sowie entlang der östlichen Atlantikküste von den Britischen Inseln bis zum Senegal. Vereinzelt wird die Art auch um die Kanarischen Inseln und vor der Küste Madeiras angetroffen.
Die Dorade bevorzugt als Habitat küstennahe Gewässer mit sandigen oder schlammigen Böden in Tiefen von meist 5 bis 30 Metern, kann jedoch gelegentlich bis in Tiefen von 150 Metern vordringen. Besonders häufig findet sie sich in der Nähe von Seegraswiesen, insbesondere Neptungras-Beständen (Posidonia oceanica), die ihr sowohl Nahrung als auch Deckung bieten. Ein weiteres typisches Biotop sind Brackwasserlagunen und Flussmündungen (Ästuare), in die sie vor allem im Frühjahr und Sommer einwandert, um dort das reichhaltige Nahrungsangebot zu nutzen. Diese euryhaline Lebensweise – also die Toleranz gegenüber unterschiedlichen Salzgehalten – unterscheidet die Dorade von vielen anderen Meeresfischen.
Ernährung
Die Goldbrasse ist ein omnivor geprägter Raubfisch mit deutlicher Tendenz zu hartschaliger Beute. Ihre Nahrung setzt sich vorwiegend aus Muscheln, Schnecken, Seeigeln, Krebstieren und kleinen Fischen zusammen. Dank ihres kräftigen Mahlgebisses ist sie in der Lage, selbst dickschalige Miesmuscheln und Herzmuscheln zu knacken. In Aquakulturen und Lagunen kann sie erhebliche Schäden an Muschelzuchten verursachen, was ihr dort den Ruf eines lästigen Nahrungskonkurrenten eingebracht hat. Ergänzend frisst sie Algen und pflanzliches Material, das sie beim Abweiden des Bodengrunds aufnimmt. Juvenile Doraden ernähren sich zunächst von Zooplankton und kleinen Wirbellosen, bevor sie mit zunehmender Größe auf hartschalige Beute umsteigen.
Verhalten & Lebensweise
Doraden leben vor allem als Jungfische in lockeren Schwärmen, die sich in geschützten Küstenbereichen und Lagunen aufhalten. Mit zunehmendem Alter werden die Tiere zunehmend einzelgängerisch, halten sich aber weiterhin in vergleichsweise kleinen Revieren auf. Die Art ist vorwiegend tagaktiv und sucht ihre Nahrung am Meeresgrund, wobei sie systematisch sandige Flächen und Muschelbänke durchkämmt.
Im Jahresverlauf zeigt die Dorade ein ausgeprägtes Wanderverhalten. Im Frühjahr ziehen die Tiere in flache Lagunen und Ästuare ein, wo sie den Sommer über verweilen. Mit sinkenden Wassertemperaturen im Herbst kehren sie in tiefere Meeresgewässer zurück, um dort zu überwintern und zu laichen. Diese saisonalen Wanderungen können Distanzen von mehreren Hundert Kilometern umfassen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Eine biologische Besonderheit der Dorade ist ihr protogyner Hermaphroditismus: Alle Individuen entwickeln sich zunächst als Männchen und wandeln sich im Alter von etwa zwei bis drei Jahren, bei einer Körperlänge von rund 20 bis 30 cm, in funktionsfähige Weibchen um. Dieser Geschlechtswechsel wird durch hormonelle Veränderungen gesteuert und kann durch Umweltfaktoren wie Populationsdichte und Nahrungsverfügbarkeit beeinflusst werden.
Die Laichzeit erstreckt sich von Oktober bis Dezember. Die Eiablage erfolgt im offenen Meer in Tiefen von 20 bis 50 Metern, wobei die Weibchen portionsweise bis zu einer Million pelagische Eier abgeben. Die Eier treiben frei im Wasser und entwickeln sich je nach Wassertemperatur innerhalb von etwa 48 Stunden. Die geschlüpften Larven leben zunächst planktisch und driften mit der Strömung in Richtung der Küstengewässer. Eine aktive Brutpflege findet nicht statt. Die Geschlechtsreife wird bei den Männchen mit ein bis zwei Jahren erreicht, der Geschlechtswechsel zum Weibchen erfolgt typischerweise zwischen dem zweiten und dritten