Bonito
BTierart – Fische > Meeresfische – Speise & Wild
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Sarda sarda (Atlantischer Bonito); weitere Arten: Sarda orientalis (Orientalischer Bonito), Sarda chiliensis (Pazifischer Bonito), Sarda australis (Australischer Bonito)
- Ordnung: Scombriformes (Makrelenartige)
- Familie: Scombridae (Makrelen und Thunfische)
- Gattung: Sarda
- Lebensraum: Pelagische Zone tropischer, subtropischer und gemäßigter Meere
- Größe: 50–90 cm, maximal bis 120 cm
- Gewicht: 3–6 kg, maximal bis 12 kg
- Lebenserwartung: 6–9 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Bonito besitzt einen spindelförmigen, seitlich leicht abgeflachten Körper, der auf hohe Schwimmgeschwindigkeiten ausgelegt ist. Wie bei vielen Vertretern der Familie Scombridae ist die Körperform hydrodynamisch optimiert: Der Kopf ist spitz zulaufend, der Rumpf in der Mitte am breitesten und verjüngt sich zum kräftigen Schwanzstiel hin deutlich. Die Schwanzflosse (Caudalflosse) ist tief gegabelt und ermöglicht schnelle, ausdauernde Schwimmmanöver.
Die Rückenfärbung ist stahlblau bis dunkelblau, die Flanken silbrig glänzend. Ein wesentliches Erkennungsmerkmal des Atlantischen Bonitos sind die schräg verlaufenden, dunklen Streifen auf dem Rücken und den oberen Flanken. Diese Zeichnung unterscheidet ihn deutlich von echten Thunfischen, bei denen solche Streifen fehlen oder anders angeordnet sind. Die Bauchseite ist weißlich bis silbern.
Die Schuppen sind klein und in der vorderen Körperregion, dem sogenannten Korsett, etwas kräftiger ausgebildet als am übrigen Rumpf. Der Bonito verfügt über zwei Rückenflossen, die dicht hintereinander stehen. Hinter der zweiten Rückenflosse und der Afterflosse befinden sich jeweils mehrere kleine Flösselchen (Pinnulae), die für die Familie typisch sind. Das Maul ist relativ groß und mit kleinen, konischen Zähnen in beiden Kiefern besetzt, die auf eine räuberische Lebensweise hindeuten.
Lebensraum & Verbreitung
Die Gattung Sarda ist weltweit in warmen und gemäßigten Meeresregionen verbreitet. Der Atlantische Bonito (Sarda sarda) kommt im gesamten Atlantik vor – von Norwegen und der südlichen Nordsee bis Südafrika auf der östlichen Seite sowie von Neuschottland bis Argentinien auf der westlichen Seite. Darüber hinaus besiedelt er das Mittelmeer und das Schwarze Meer. Der Orientalische Bonito (Sarda orientalis) lebt im Indopazifik, während der Pazifische Bonito (Sarda chiliensis) entlang der Küsten Nord- und Südamerikas im Pazifik vorkommt.
Der bevorzugte Lebensraum ist die pelagische Zone, also das offene Wasser fernab des Meeresbodens. Bonitos halten sich überwiegend in Tiefen zwischen der Oberfläche und etwa 200 Metern auf. Sie ziehen küstennahe Gewässer über dem Kontinentalschelf vor, sind aber auch im offenen Ozean anzutreffen. Saisonale Wanderungen sind gut dokumentiert: Im Sommer dringen die Tiere in höhere Breiten vor, im Winter ziehen sie sich in wärmere Gewässer zurück.
Ernährung
Der Bonito ist ein aktiver Raubfisch, der sich vorwiegend von kleinen Schwarmfischen ernährt. Sardinen, Sardellen, Heringe, Makrelen und Sprotten bilden die Hauptnahrung. Ergänzend stehen Tintenfische und Krebstiere auf dem Speiseplan. Die Jagd erfolgt meist in Gruppen, wobei die Bonitos Fischschwärme gezielt einkreisen und von unten nach oben an die Wasseroberfläche treiben. Dabei können sie Geschwindigkeiten von über 60 km/h erreichen. Springende Bonitos und an der Oberfläche flüchtende Beutefische sind für Seevögel und Sportfischer ein verlässlicher Hinweis auf Jagdaktivitäten unter Wasser.
Verhalten & Lebensweise
Bonitos leben gesellig und bilden zum Teil sehr große Schwärme, die mehrere Tausend Individuen umfassen können. Die Schwarmbildung dient sowohl dem Schutz vor Fressfeinden als auch der effizienteren Jagd. Innerhalb eines Schwarms schwimmen die Tiere synchron und in dichter Formation. Bonitos sind tagaktive Jäger, die ihre Beute visuell orten. Nachts reduzieren sie ihre Aktivität deutlich, bleiben aber in Bewegung, da sie als obligate Ramschwimmer einen ständigen Wasserstrom über die Kiemen leiten müssen, um ausreichend Sauerstoff aufzunehmen.
Zu den natürlichen Fressfeinden gehören größere Thunfische, Schwertfische, Haie und Meeressäuger wie Delfine. Jüngere Bonitos fallen zudem Seevögeln zum Opfer, wenn sie nahe der Oberfläche jagen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Laichzeit variiert je nach Verbreitungsgebiet. Im Mittelmeer laichen Bonitos vorwiegend zwischen Mai und Juli, im westlichen Atlantik von Juni bis August. Die Geschlechtsreife wird mit etwa zwei bis drei Jahren bei einer Körperlänge von rund 40 cm erreicht. Bonitos sind Freilaicher: Die Weibchen geben ihre Eier ins offene Wasser ab, wo sie von den Männchen befruchtet werden. Ein einzelnes Weibchen kann pro Laichsaison zwischen 500.000 und über 3 Millionen Eier produzieren, wobei das Ablaichen in mehreren Schüben erfolgt.
Die Eier sind pelagisch, das heißt, sie treiben frei im Wasser. Die Larven schlüpfen je nach Wassertemperatur nach etwa zwei bis drei Tagen und ernähren sich zunächst vom Dottersack, bevor sie auf Plankton umsteigen. Eine elterliche Fürsorge findet nicht statt. Die Sterblichkeit in den ersten Lebenswochen ist extrem hoch; nur ein Bruchteil der Larven erreicht das