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Heilbutt

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Tierart – Fische > Meeresfische – Speise & Wild

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Hippoglossus hippoglossus (Atlantischer Heilbutt), Hippoglossus stenolepis (Pazifischer Heilbutt)
  • Ordnung: Plattfische (Pleuronectiformes)
  • Familie: Schollen (Pleuronectidae)
  • Gattung: Hippoglossus
  • Lebensraum: Kalte bis gemäßigte Meeresgewässer des Nordatlantiks und Nordpazifiks, Tiefen von 50 bis über 2.000 Meter
  • Größe: Bis zu 300 cm (Atlantischer Heilbutt), Pazifischer Heilbutt etwas kleiner
  • Gewicht: Bis über 300 kg (dokumentierte Maximalwerte beim Atlantischen Heilbutt)
  • Lebenserwartung: 30–50 Jahre, Einzelexemplare vermutlich über 50 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Heilbutt ist der größte Vertreter der Plattfische und zugleich einer der größten Knochenfische der nördlichen Meere überhaupt. Wie alle Plattfische besitzt er einen stark seitlich abgeflachten, asymmetrischen Körper. Beide Augen befinden sich auf der rechten Körperseite – der sogenannten Augenseite –, die dunkelbraun bis olivgrün gefärbt ist und sich dem jeweiligen Untergrund farblich anpassen kann. Die Blindseite, also die dem Meeresboden zugewandte Seite, ist weißlich bis cremefarben.

Im Vergleich zu anderen Plattfischen wie Scholle oder Flunder ist der Körper des Heilbutts deutlich gestreckter und weniger rundlich. Das Maul ist endständig und groß, mit kräftigen, leicht nach hinten gebogenen Zähnen besetzt – ein Hinweis auf seine räuberische Lebensweise. Die Schuppen sind klein, glatt und in die Haut eingebettet (Cycloidschuppen). Die Seitenlinie verläuft in einem charakteristischen Bogen über der Brustflosse. Die Rückenflosse (Dorsale) erstreckt sich nahezu über die gesamte Körperlänge, ebenso die Afterflosse (Anale). Die Schwanzflosse ist leicht eingebuchtet, was den Heilbutt von vielen anderen Plattfischen unterscheidet.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Atlantischen Heilbutts (Hippoglossus hippoglossus) reicht von der Barentssee und den Küsten Norwegens über Island und Grönland bis zur Ostküste Nordamerikas, südlich bis in die Biskaya und den Golf von Maine. Der Pazifische Heilbutt (Hippoglossus stenolepis) bewohnt den Nordpazifik von Japan und dem Ochotskischen Meer bis nach Alaska und die Küste Kaliforniens.

Als Habitat bevorzugt der Heilbutt sandige, kiesige oder schlammige Meeresböden in Tiefen zwischen 50 und 2.000 Metern. Jungfische halten sich häufig in flacheren Küstengewässern auf, während ausgewachsene Tiere tiefere Bereiche des Kontinentalschelfs und der Schelfkante besiedeln. Die bevorzugte Wassertemperatur liegt zwischen 3 und 8 °C. Saisonale Wanderungen zwischen Laich-, Fress- und Überwinterungsgebieten sind für die Art typisch und können Strecken von mehreren hundert Kilometern umfassen.

Ernährung

Der Heilbutt ist ein aktiver Raubfisch – im Gegensatz zu vielen anderen Plattfischen, die eher als Lauerjäger gelten. Er ernährt sich hauptsächlich von anderen Fischen wie Kabeljau, Schellfisch, Rotbarsch und Seelachs. Ergänzend stehen Tintenfische, Krebstiere (Krabben, Garnelen) und gelegentlich auch Seevögel auf seinem Speiseplan. Jungfische fressen vorwiegend Bodenorganismen wie Polychaeten, kleine Krebstiere und Jungfische anderer Arten.

Mit zunehmendem Alter und Körpergröße verschiebt sich das Nahrungsspektrum deutlich hin zu größerer Beute. Ausgewachsene Heilbutte jagen nicht nur am Boden, sondern steigen aktiv ins freie Wasser auf, um Beutefische zu verfolgen. Diese Jagdweise im Freiwasser unterscheidet den Heilbutt grundlegend von den meisten Verwandten innerhalb der Familie der Pleuronectidae.

Verhalten & Lebensweise

Der Heilbutt ist überwiegend ein Einzelgänger, der kein festes Revier verteidigt. Er verbringt einen großen Teil des Tages flach auf dem Meeresboden liegend, wobei er sich durch seine Färbung gut tarnt. Die Aktivitätsphasen sind nicht streng auf bestimmte Tageszeiten beschränkt, doch es gibt Hinweise darauf, dass die Nahrungssuche verstärkt in der Dämmerung und nachts stattfindet.

Auffällig ist die hohe Mobilität der Art. Markierungsversuche haben gezeigt, dass einzelne Tiere innerhalb weniger Monate über 1.000 Kilometer zurücklegen können. Diese Wanderungen folgen jahreszeitlichen Mustern: Im Winter ziehen die Tiere in tiefere Gewässer zu den Laichgründen, im Sommer wandern sie in flachere, nahrungsreichere Gebiete.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Geschlechtsreife tritt beim Heilbutt vergleichsweise spät ein. Männchen werden mit etwa 7–8 Jahren geschlechtsreif, Weibchen erst mit 10–14 Jahren. Die Laichzeit liegt im Nordatlantik meist zwischen Dezember und März. Die Tiere wandern dazu in tiefere Meeresregionen (300–700 Meter), wo die Wassertemperatur stabil und niedrig ist.

Ein einzelnes Weibchen kann je nach Körpergröße zwischen 500.000 und über 7 Millionen Eier abgeben. Die Eier sind pelagisch – sie treiben frei im Wasser und steigen langsam in höhere Wasserschichten auf. Nach etwa 12–20 Tagen schlüpfen die Larven, die zunächst einen symmetrischen, fischförmigen Körper besitzen. Die Metamorphose zum asymmetrischen Plattfisch vollzieht sich in den ersten Lebensmonaten: Das linke Auge wandert auf die rechte Körperseite, und die Larve geht zum bodenorientierten Leben über. Jungfische siedeln sich in flachen Küstengewässern an, wo sie in den ersten