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Kabeljau

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Tierart – Fische > Meeresfische – Speise & Wild

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Gadus morhua
  • Ordnung: Dorschartige (Gadiformes)
  • Familie: Dorsche (Gadidae)
  • Gattung: Gadus
  • Lebensraum: Küstennahe und pelagische Zonen des Nordatlantiks, bevorzugt kühle Gewässer über dem Kontinentalschelf
  • Größe: Durchschnittlich 60–120 cm, maximal bis 200 cm
  • Gewicht: Durchschnittlich 5–20 kg, Einzelexemplare bis über 45 kg
  • Lebenserwartung: Bis zu 25 Jahre, in seltenen Fällen über 30 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Kabeljau besitzt einen langgestreckten, seitlich leicht abgeflachten Körper mit einem auffällig großen Kopf. Charakteristisch ist der einzelne Bartfaden (Bartel) am Unterkiefer, der als Tastorgan dient. Das Maul ist oberständig, wobei der Oberkiefer deutlich über den Unterkiefer hinausragt. Der Körper trägt kleine, rundliche Schuppen vom Cycloid-Typ, die sich glatt anfühlen.

Typisch für die Dorschartige ist das Vorhandensein von drei Rückenflossen und zwei Afterflossen, die ohne Hartstrahlen auskommen. Die Schwanzflosse ist nahezu gerade abgeschnitten bis leicht eingebuchtet. Die Seitenlinie verläuft als helle, deutlich sichtbare Linie vom Kopf bis zum Schwanzstiel und ist leicht nach oben gebogen.

Die Färbung variiert erheblich je nach Lebensraum: Über sandigem Grund lebende Tiere zeigen eine sandbraune bis gelbliche Grundfärbung, während Exemplare über felsigem Untergrund oder in Tangwäldern deutlich dunkler – grünlich bis rotbraun – gefärbt sein können. Die Flanken sind mit zahlreichen dunklen Flecken übersät. Die Bauchseite ist stets heller, meist weißlich bis silbrig.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Kabeljaus erstreckt sich über den gesamten Nordatlantik. Auf der westlichen Seite reicht es von der Küste Nordcarolinas über Neuengland und Neufundland bis nach Labrador und Grönland. Auf der östlichen Seite umfasst das Habitat die Gewässer von der Biskaya über die Nord- und Ostsee, die Küsten Norwegens und Islands bis zur Barentssee und Spitzbergen.

Der Kabeljau bewohnt bevorzugt Wassertiefen zwischen 10 und 200 Metern über dem Kontinentalschelf, kann jedoch bis in Tiefen von 600 Metern vordringen. Als Biotop bevorzugt er kühle Wassertemperaturen zwischen 0 und 10 °C. Er hält sich sowohl über Sandböden als auch in der Nähe von Felsriffen, Tangwäldern und Muschelbänken auf. In der Ostsee bildet die Art eigenständige Populationen, die an den geringeren Salzgehalt angepasst sind – der sogenannte Ostseedorsch.

Der Name „Dorsch" wird im deutschen Sprachraum häufig synonym zum Kabeljau verwendet, wobei regional die Bezeichnung „Dorsch" eher für jüngere oder in der Ostsee lebende Tiere gebräuchlich ist, während „Kabeljau" größere, geschlechtsreife Atlantik-Exemplare meint. In Norwegen heißt der getrocknete Kabeljau „Stockfisch" oder – eingesalzen – „Klippfisch".

Ernährung

Der Kabeljau ist ein opportunistischer Raubfisch mit einem breiten Nahrungsspektrum. Jungfische ernähren sich vorwiegend von Zooplankton, kleinen Krebstieren wie Ruderfußkrebsen (Copepoda) und Flohkrebsen (Amphipoda). Mit zunehmender Größe verschiebt sich das Nahrungsspektrum hin zu größerer Beute. Adulte Kabeljau fressen Heringe, Sprotten, Sandaale, Lodden und Kapelan, dazu Garnelen, Krabben und Würmer. Gelegentlich kommt Kannibalismus vor – größere Exemplare fressen kleinere Artgenossen.

Die Nahrungssuche erfolgt sowohl am Meeresboden (demersal) als auch im Freiwasser (pelagisch). Der Bartfaden am Kinn unterstützt dabei das Aufspüren von Beutetieren im Sediment. Die Fressaktivität ist temperaturabhängig und erreicht in den Sommermonaten ihren Höhepunkt.

Verhalten & Lebensweise

Kabeljau sind gesellige Fische, die in lockeren Schwärmen leben. Diese Schwärme können während der Wanderungen und insbesondere zur Laichzeit enorme Ausmaße annehmen. Die Art unternimmt saisonale Wanderungen zwischen Fress- und Laichgründen, wobei einzelne Populationen Strecken von über 1.000 Kilometern zurücklegen. Der Nordost-Arktische Kabeljau etwa wandert von den Fressgebieten in der Barentssee zu den Laichplätzen vor den Lofoten.

Die Tiere sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, was die Nahrungssuche betrifft. Tagsüber halten sie sich häufig in tieferen Wasserschichten auf und steigen zur Nahrungsaufnahme in flachere Zonen auf. Kabeljau verfügen über ein ausgeprägtes Schwimmblasensystem, das zur Lautproduktion genutzt wird – durch rhythmische Muskelkontraktionen erzeugen sie trommelartige Geräusche, die bei der innerartlichen Kommunikation, vor allem während der Laichzeit, eine Rolle spielen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Geschlechtsreife tritt je nach Population im Alter von zwei bis acht Jahren ein. Die Laichzeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten von Januar bis April. Während der Balz zeigen die Männchen ein ausgeprägtes Imponierverhalten: Sie schwimmen mit gespreizten Flossen langsam vor den Weibchen her und erzeugen dabei niederfrequente Laute über die Schwimmblase. Dominante Männchen verteidigen kurzfristig Bereiche um laichbereite Weibchen gegen Rivalen.

Ein einzelnes Weibchen kann – abhängig von Körpergröße und Alter – zwischen 500.000 und mehreren Millionen Eier abgeben, in Ausnahmefällen bis zu neun Millionen. Die Eier sind pelagisch und treiben frei im Wasser. Nach etwa zwei