Admiral
ATierart – Insekten > Schmetterlinge – Tagfalter
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Vanessa atalanta (Linnaeus, 1758)
- Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
- Unterfamilie: Fleckenfalter (Nymphalinae)
- Gattung: Vanessa
- Flügelspannweite: 50–65 mm
- Gewicht: ca. 0,3–0,5 g
- Lebenserwartung: etwa 10–11 Monate (als Imago bis zu 6 Monate)
- Lebensraum: Waldränder, Gärten, Parks, Obstwiesen, lichte Wälder, Ruderalflächen
- Verbreitung: Europa, Nordafrika, gemäßigtes Asien, Nordamerika
Aussehen & Merkmale
Der Admiral gehört zu den auffälligsten und bekanntesten Tagfaltern Mitteleuropas. Seine Flügeloberseiten sind samtig dunkelbraun bis schwarz gefärbt und tragen eine markante orangerote Binde, die diagonal über die Vorderflügel verläuft. Auf den Hinterflügeln zieht sich ein ebenso leuchtendes orangerotes Band entlang des Außenrandes. Die Vorderflügelspitzen sind schwarz und mit mehreren weißen Flecken versehen, die individuell leicht variieren können. Die Flügelunterseiten zeigen ein deutlich anderes Bild: Sie sind in einem komplexen Muster aus Braun-, Grau- und Blautönen marmoriert und bieten dem ruhenden Falter eine hervorragende Tarnung auf Baumrinde oder welkem Laub.
Wie bei allen Edelfaltern ist das vordere Beinpaar zu sogenannten Putzpfoten zurückgebildet und wird nicht zum Laufen genutzt. Der Falter steht daher auf nur vier Beinen. Der Rüssel ist lang und spiralförmig einrollbar. Die Fühler (Antennen) sind keulenförmig verdickt – ein typisches Merkmal der Tagfalter im Unterschied zu den Nachtfaltern, die meist gefiederte oder fadenförmige Antennen tragen. Die Schuppen auf den Flügeln, die für Lepidopteren namensgebend sind, erzeugen die Färbung teils durch Pigmente und teils durch Lichtbrechung an der Mikrostruktur.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Admirals erstreckt sich über weite Teile der Nordhalbkugel. In Europa kommt er von Skandinavien bis zum Mittelmeerraum vor, ebenso in Nordafrika, Kleinasien und den gemäßigten Zonen Asiens. Darüber hinaus besiedelt er große Teile Nordamerikas und einige atlantische Inseln wie die Azoren und die Kanaren. In Neuseeland wurde er eingeschleppt und hat sich dort etabliert.
Als Habitat bevorzugt der Admiral halboffene Landschaften: Waldränder, Lichtungen, Heckenlandschaften, naturnahe Gärten, Streuobstwiesen und Parkanlagen. Entscheidend für sein Vorkommen ist die Verfügbarkeit der Raupenfutterpflanze – der Großen Brennnessel (Urtica dioica) – sowie ein ausreichendes Angebot an nektarspendenden Blüten und überreifem Obst. In Städten ist er regelmäßig in Gärten und auf Balkonen anzutreffen, sofern geeignete Nahrungsquellen vorhanden sind.
Ernährung
Erwachsene Admirale ernähren sich vorwiegend von Blütennektar. Sie besuchen dabei ein breites Spektrum an Pflanzen, darunter Sommerflieder (Buddleja), Disteln, Efeu und verschiedene Korbblütler. Im Spätsommer und Herbst saugen sie bevorzugt an überreifem Fallobst – insbesondere an Pflaumen, Birnen und Äpfeln. Der darin enthaltene Zucker liefert die nötige Energie für die bevorstehende Wanderung in den Süden. Gelegentlich nehmen Admirale auch Baumsäfte, feuchte Erde oder Tierkot auf, um Mineralstoffe zu ergänzen.
Die Raupen ernähren sich fast ausschließlich von Brennnesseln (Urtica dioica und Urtica urens). Gelegentlich werden auch andere Pflanzen aus der Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae) als Nahrung akzeptiert, etwa die Glaskräuter (Parietaria). Die Raupen leben einzeln in zusammengesponnenen Blättern, die ihnen gleichzeitig als Schutz vor Fressfeinden dienen.
Verhalten & Lebensweise
Der Admiral ist ein ausgesprochener Wanderfalter. Jedes Frühjahr, ab März und April, wandern Falter aus dem Mittelmeerraum und Nordafrika in nördlichere Breiten ein und besiedeln Mittel- und Nordeuropa. Im Herbst ziehen die nachfolgende Generation und überlebende Individuen wieder nach Süden. Diese Wanderungen können Distanzen von mehreren tausend Kilometern umfassen. In den letzten Jahrzehnten wurde allerdings beobachtet, dass zunehmend Admirale in milden Wintern in Mitteleuropa überwintern, was auf die klimatischen Veränderungen zurückgeführt wird.
Männliche Admirale zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten. Sie besetzen sonnige, exponierte Plätze – häufig auf Hügelkuppen, an Waldrändern oder auf Mauern – und verteidigen diese gegen Artgenossen und andere Schmetterlinge durch schnelle Verfolgungsflüge. Dieses Verhalten, das als „Hilltopping" bezeichnet wird, dient vor allem der Partnerfindung. Die Flugzeit erstreckt sich in Mitteleuropa von Mai bis Oktober, wobei besonders im September und Oktober hohe Individuenzahlen auftreten.
Anders als viele Nachtfalter ist der Admiral ausschließlich tagaktiv. Er benötigt direkte Sonneneinstrahlung, um seine Körpertemperatur auf ein für den Flug notwendiges Niveau zu bringen, und breitet dazu häufig seine Flügel in der Sonne aus.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarung erfolgt nach der Balz, bei der das Männchen das Weibchen in kurzen Verfolgungsflügen umwirbt. Das Weibchen legt anschließend einzelne, grünliche Eier auf der Blattoberseite von Brennnesseln ab. Pro Weibchen werden über die gesamte Lebenszeit verteilt mehrere Hundert Eier gelegt. Die Eiablage erfolgt bevorzu