C-Falter
CTierart – Insekten > Schmetterlinge – Tagfalter
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Polygonia c-album (Linnaeus, 1758)
- Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
- Unterfamilie: Fleckenfalter (Nymphalinae)
- Gattung: Polygonia
- Flügelspannweite: 40–50 mm
- Gewicht: ca. 0,3–0,5 g
- Lebenserwartung: Imagines bis zu 10 Monate (überwinternde Generation)
- Lebensraum: Waldränder, Lichtungen, Hecken, Gärten, Auenwälder
- Verbreitung: Europa, gemäßigtes Asien bis Japan, Nordafrika
Aussehen & Merkmale
Der C-Falter ist ein mittelgroßer Tagfalter mit einer unverwechselbaren Flügelform. Die Flügelränder sind stark gezackt und ausgefranst, was ihm in Ruhestellung das Aussehen eines verwelkten Blattes verleiht. Die Flügeloberseiten zeigen eine kräftig orangebraune Grundfärbung mit unregelmäßig verteilten dunklen Flecken und einem breiten, dunkelbraunen Rand. Die Hinterflügel tragen ebenfalls dunkle Zeichnungselemente, sind aber insgesamt etwas weniger kontrastreich gemustert als die Vorderflügel.
Die Flügelunterseiten sind das eigentliche Erkennungsmerkmal dieser Art: Sie sind in verschiedenen Braun- und Grautönen marmoriert und imitieren täuschend echt totes Laub oder Baumrinde. Auf der Unterseite der Hinterflügel befindet sich eine kleine, weiße, C-förmige Zeichnung – das namensgebende „C". Dieses Merkmal ist bei keinem anderen mitteleuropäischen Schmetterling in dieser Form vorhanden und ermöglicht eine sichere Bestimmung auch bei geschlossenen Flügeln.
Der Körper ist dicht mit bräunlichen Schuppen und Haaren bedeckt. Die Fühler sind wie bei allen Tagfaltern am Ende keulenförmig verdickt. Der C-Falter zeigt einen ausgeprägten Saisondimorphismus: Die Sommergeneration (forma hutchinsoni) ist heller gefärbt und hat weniger stark gezackte Flügelränder, während die überwinternde Herbstgeneration (forma c-album) dunkler und kontrastreicher gezeichnet ist.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des C-Falters erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. In Europa kommt die Art von der Iberischen Halbinsel bis nach Skandinavien vor, wobei sie in Nordeuropa in den letzten Jahrzehnten eine deutliche Arealausweitung nach Norden gezeigt hat – vermutlich als Folge des Klimawandels. Östlich reicht das Verbreitungsgebiet über Kleinasien und Zentralasien bis nach China, Korea und Japan. Auch in Teilen Nordafrikas ist die Art vertreten.
Als Habitat bevorzugt der C-Falter halboffene, strukturreiche Landschaften. Typische Biotope sind Waldränder, Lichtungen, Kahlschläge, Heckenlandschaften, Streuobstwiesen und naturnahe Gärten. Geschlossene Wälder werden ebenso gemieden wie offene, baumlose Flächen. Die Art profitiert von einem Mosaik aus besonnten Flächen und Gehölzstrukturen. In Mitteleuropa kommt der C-Falter von der Ebene bis in Höhenlagen von etwa 2.000 Metern vor, wobei die Hauptvorkommen unterhalb von 1.500 Metern liegen.
Ernährung
Die Imagines saugen Nektar an verschiedenen Blütenpflanzen, zeigen aber keine ausgeprägte Spezialisierung. Häufig werden Brombeeren, Disteln, Wasserdost und Efeu besucht. Im Frühjahr nutzen die aus der Überwinterung kommenden Falter Weidenkätzchen und andere frühblühende Pflanzen als Nektarquelle. Eine Besonderheit des C-Falters ist seine Vorliebe für gärende Früchte, austretende Baumsäfte und feuchte Bodenstellen, an denen er Mineralien aufnimmt. Auch an Tierkot und Aas lässt sich die Art gelegentlich beim Saugen beobachten.
Die Raupen ernähren sich von den Blättern verschiedener Pflanzenarten. Die wichtigste Futterpflanze in Mitteleuropa ist die Große Brennnessel (Urtica dioica). Daneben werden Hopfen (Humulus lupulus), Hasel (Corylus avellana), Ulmen (Ulmus), Weiden (Salix) und verschiedene Johannisbeergewächse (Ribes) als Raupenfutterpflanzen genutzt. Diese breite Palette an Nahrungspflanzen trägt zur ökologischen Flexibilität der Art bei.
Verhalten & Lebensweise
Der C-Falter ist ein ausschließlich tagaktiver Schmetterling. Die Männchen zeigen ein ausgeprägtes Territorialverhalten und besetzen sonnige, exponierte Sitzwarten an Waldrändern oder Wegkreuzungen. Von diesen Warten aus fliegen sie vorbeikommende Artgenossen, aber auch andere Insekten und sogar Vögel, in kurzen, schnellen Patrouillenflügen an. Die Flugweise ist schnell und ruckartig mit kurzen Gleitphasen.
Die Tarnung der Flügelunterseiten spielt eine zentrale Rolle bei der Feindvermeidung. In Ruhestellung mit zusammengeklappten Flügeln ist der Falter an Baumstämmen oder zwischen trockenem Laub praktisch unsichtbar. Die Überwinterung erfolgt als Imago – die Falter suchen geschützte Stellen wie Holzstapel, Dachböden, Baumhöhlen oder dichtes Efeu auf und überdauern dort in einer Kältestarre.
Fortpflanzung & Aufzucht
Der C-Falter bildet in Mitteleuropa in der Regel zwei Generationen pro Jahr aus. Die überwinterten Falter paaren sich im Frühjahr ab März oder April. Bei der Balz umfliegt das Männchen das Weibchen in charakteristischen Flugmanövern. Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an die Unterseite der Blätter der Raupenfutterpflanzen. Die grünlichen, tonnenförmigen Eier sind längs gerippt.
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