Feuerfalter
FTierart – Insekten > Schmetterlinge – Tagfalter
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Lycaena (Gattung), diverse Arten
- Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie: Bläulinge (Lycaenidae)
- Unterfamilie: Lycaeninae
- Verbreitungsgebiet: Europa, gemäßigtes Asien, Nordamerika, Nordafrika
- Flügelspannweite: 22–40 mm (artabhängig)
- Gewicht: ca. 0,02–0,05 g
- Lebenserwartung: Imago ca. 2–4 Wochen; gesamter Lebenszyklus inkl. Larvalstadien etwa 1 Jahr
Aussehen & Merkmale
Feuerfalter gehören trotz ihres Namens nicht zu den Edelfaltern, sondern zur Familie der Bläulinge (Lycaenidae). Ihr auffälligstes Merkmal ist die leuchtend orange bis kupferrote Färbung der Flügeloberseiten, die bei Sonneneinstrahlung metallisch schimmern kann. Diese Färbung entsteht durch Strukturfarben der Schuppen auf den Flügeln – winzige, regelmäßig angeordnete Lamellen brechen das Licht und erzeugen den charakteristischen Kupferglanz.
Bei den meisten Arten zeigt sich ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus. Männchen tragen ein intensiveres Orange-Rot mit dunklen Flügelrändern und schwarzen Punktreihen, während Weibchen eher gedämpfte, bräunlich-orange Flügeloberseiten mit ausgedehnteren dunklen Flecken aufweisen. Die Flügelunterseiten sind bei beiden Geschlechtern heller gefärbt – graubeige bis blass-orange – und mit kleinen schwarzen, oft hell umrandeten Augenflecken versehen, die als Ocelli bezeichnet werden. Der Körper ist kompakt, dicht behaart und dunkel gefärbt. Die Fühler sind gekeult, wie es für Tagfalter (Rhopalocera) typisch ist.
Lebensraum & Verbreitung
Die Gattung Lycaena umfasst weltweit rund 100 Arten, von denen in Mitteleuropa etwa zehn vorkommen. Zu den bekanntesten zählen der Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas), der Große Feuerfalter (Lycaena dispar), der Dukatenfalter (Lycaena virgaureae), der Braune Feuerfalter (Lycaena tityrus) und der Violette Feuerfalter (Lycaena alciphron). Jede Art besiedelt ein leicht anderes Habitat.
Der Kleine Feuerfalter ist die häufigste und anpassungsfähigste Art. Er besiedelt magere Wiesen, Ruderalflächen, Wegränder, Bahndämme und sogar Gärten. Der Große Feuerfalter hingegen ist auf feuchte Biotope angewiesen – extensiv genutzte Feuchtwiesen, Niedermoore und Flussauen bilden sein Kernhabitat. Der Dukatenfalter bevorzugt blütenreiche Bergwiesen und Waldlichtungen in Höhenlagen bis etwa 2.000 Meter. Insgesamt erstreckt sich das Verbreitungsgebiet der Gattung über die gesamte Paläarktis und reicht von den Britischen Inseln bis nach Japan. Lycaena phlaeas kommt darüber hinaus auch in Nordamerika und Nordafrika vor.
Ernährung
Adulte Feuerfalter ernähren sich vom Nektar verschiedener Blütenpflanzen. Bevorzugt werden niedrigwüchsige Korbblütler, Doldenblütler und Schmetterlingsblütler. Der Kleine Feuerfalter saugt häufig an Schafgarbe, Thymian und Margeriten. Daneben nehmen die Imagines Mineralien und Feuchtigkeit von feuchten Bodenstellen auf – ein Verhalten, das als „Mud-Puddling" bekannt ist und vor allem bei Männchen beobachtet wird.
Die Raupen der Feuerfalter sind oligophag und auf wenige Pflanzengattungen spezialisiert. Die meisten Arten nutzen Ampfer-Gewächse (Rumex) als Fraßpflanzen. Der Kleine Feuerfalter legt seine Eier bevorzugt an Kleinem Sauerampfer (Rumex acetosella) ab, während die Raupen des Großen Feuerfalters an verschiedenen großblättrigen Ampfer-Arten fressen, darunter der Fluss-Ampfer (Rumex hydrolapathum). Der Dukatenfalter weicht hiervon ab: Seine Raupen entwickeln sich an Ampfer-Arten der Bergwiesen.
Verhalten & Lebensweise
Feuerfalter sind tagaktive Schmetterlinge, die warme, sonnige Bedingungen benötigen. Bei bedecktem Himmel oder kühler Witterung sitzen sie mit ausgebreiteten Flügeln auf Blättern oder am Boden, um Sonnenwärme aufzunehmen – ein Verhalten, das als Thermoregulation durch Sonnenbaden beschrieben wird.
Männchen vieler Arten zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten. Sie besetzen erhöhte Sitzwarten – einzelne Blütenstände, Zaunpfähle oder Steine – und verteidigen diese gegen Artgenossen und andere Insekten durch kurze, schnelle Verfolgungsflüge. Dabei sind Feuerfalter trotz ihrer geringen Größe erstaunlich aggressiv und scheuen nicht davor zurück, deutlich größere Schmetterlinge aus ihrem Revier zu vertreiben. Die Flugperiode variiert je nach Art und Region. Der Kleine Feuerfalter bildet in Mitteleuropa zwei bis drei Generationen pro Jahr (bivoltin bis trivoltin), wobei die Falter von April bis Oktober fliegen. Der Große Feuerfalter bringt dagegen nur eine Generation hervor (univoltin) und fliegt von Juni bis Juli.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz der Feuerfalter verläuft nach einem artspezifischen Muster. Männchen patrouillieren ihr Revier oder fliegen aktiv auf der Suche nach Weibchen. Begegnen sie einem paarungsbereiten Weibchen, folgt ein kurzer Balzflug, bei dem Pheromone aus Duftschuppen (Androconien) auf den Vorderflügeln der Männchen eine Rolle spielen. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier einzeln auf der Blattoberseite oder -unterseite der jeweiligen Raupenfutterpflanze ab.
Die Eier