Apollofalter
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Parnassius apollo
- Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie: Ritterfalter (Papilionidae)
- Gattung: Parnassius
- Lebensraum: Felsige Trockenrasen, Geröllhalden und offene Hänge in Mittel- und Hochgebirgen, seltener in Tieflagen
- Flügelspannweite: 60–90 mm
- Gewicht: ca. 0,3–0,6 g
- Lebenserwartung (Imago): 2–4 Wochen
Aussehen & Merkmale
Der Apollofalter gehört zu den größten und auffälligsten Tagfaltern Europas. Seine Flügel sind überwiegend weiß bis cremeweiß und wirken durch die teilweise durchscheinenden Ränder fast pergamentartig. Die Vorderflügel tragen mehrere schwarze Flecken, während die Hinterflügel jeweils zwei große, rot gefüllte Augenflecken (Ozellen) mit schwarzer Umrandung und weißem Kern aufweisen. Diese roten Flecken dienen als Warnsignal gegenüber Fressfeinden – ein Beispiel für aposematische Färbung. Die genaue Ausprägung der Flecken variiert je nach Unterart und Population erheblich, weshalb der Apollofalter als ausgesprochen variabel gilt.
Der Körper ist dicht grau bis schwärzlich behaart, was dem Falter eine gewisse Kältetoleranz verleiht. Die Fühler sind kurz und keulenförmig, wie es für Tagfalter typisch ist. Im Vergleich zu vielen anderen Ritterfaltern fehlt dem Apollofalter der charakteristische Schwanzfortsatz an den Hinterflügeln, den etwa der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) besitzt. Die Beschuppung der Flügel ist relativ dünn, was ihnen das typische glasig-transparente Erscheinungsbild verleiht – besonders an den Flügelrändern, wo die Schuppen nach dem Schlupf rasch abfallen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Apollofalters erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis – von Spanien über Mitteleuropa und Skandinavien bis nach Zentralasien und in die Mongolei. In Mitteleuropa besiedelt er vorwiegend Kalkgebirge und Mittelgebirgslagen zwischen 400 und 2.500 Metern Höhe. Typische Habitate sind sonnige Felsfluren, Geröllhalden, extensiv genutzte Trockenrasen und lichte, steinige Hänge mit niedrigem Bewuchs.
Der Apollofalter ist auf warme, offene Biotope mit einem reichen Angebot an Nektarpflanzen und dem Vorkommen seiner Raupen-Futterpflanzen angewiesen. In Deutschland finden sich Restvorkommen noch in der Schwäbischen Alb, im Moseltal, in der Eifel und vereinzelt in den Alpen. In Skandinavien existieren isolierte Populationen in küstennahen Felslandschaften auf Meeresniveau – eine Besonderheit innerhalb der ansonsten montanen Verbreitung. Die einzelnen Populationen sind häufig voneinander isoliert, was den genetischen Austausch erschwert und die Art besonders anfällig für lokales Aussterben macht.
Ernährung
Die Raupen des Apollofalters ernähren sich nahezu ausschließlich von Pflanzen der Gattung Sedum (Mauerpfeffer) und Sempervivum (Hauswurz). Besonders der Weiße Mauerpfeffer (Sedum album) und der Große Mauerpfeffer (Sedum telephium) dienen als Hauptfutterpflanzen. Die Raupen fressen bevorzugt bei Sonnenschein und ziehen sich bei bewölktem Himmel oder Kälte in Verstecke zwischen Steinen zurück.
Die adulten Falter (Imagines) saugen Nektar an verschiedenen Blütenpflanzen. Bevorzugt werden violette und rote Blüten, darunter Flockenblumen (Centaurea), Disteln (Cirsium, Carduus), Skabiosen (Scabiosa) und Thymian (Thymus). Die Nektaraufnahme erfolgt über den aufgerollten Saugrüssel (Proboscis), mit dem der Falter tief in die Blütenkelche vordringt.
Verhalten & Lebensweise
Der Apollofalter ist tagaktiv und fliegt bevorzugt bei warmem, sonnigem Wetter. Sein Flug wirkt schwerfällig und gauklerisch, mit langsamen, segelnden Flügelschlägen. Bei kühleren Temperaturen oder Bewölkung setzt er sich häufig auf Steine oder den Boden, um sich durch Sonnenexposition aufzuwärmen – ein Verhalten, das als Thermoregulation durch Basking bezeichnet wird.
Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich von Juni bis August, in höheren Lagen auch bis September. Die Art ist nicht territorial im engeren Sinne; Männchen patrouillieren auf der Suche nach Weibchen über geeignete Habitatflächen und zeigen dabei keine aggressive Revierverteidigung. Wird ein Apollofalter von einem Fressfeind – etwa einem Vogel – bedroht, spreizt er die Hinterflügel, um die roten Augenflecken zu präsentieren. Gleichzeitig erzeugt er durch Reiben der Beine an den Flügeln ein zischendes Geräusch, das potenzielle Angreifer irritieren soll.
Fortpflanzung & Aufzucht
Nach der Paarung bildet das Männchen am Hinterleib des Weibchens eine Wachsstruktur, den sogenannten Sphragis. Diese verhärtete Begattungstasche verhindert weitere Paarungen des Weibchens und sichert so die Vaterschaft des Männchens – eine unter Schmetterlingen seltene Form der Paarungskontrolle.
Das Weibchen legt die Eier einzeln an oder nahe den Futterpflanzen ab, häufig auch an benachbarten Steinen oder trockenen Pflanzenteilen. Die Eier überwintern, und die Raupen schlüpfen im darauffolgenden Frühjahr. Die Raupen sind samtschwarz mit orangeroten Seitenflecken und erreichen eine Länge von etwa 50 mm. Sie durchlaufen fünf Larvenstadien, bevor sie sich in einem lockeren Gespinst am Boden verpuppen. Die Puppenruhe dauert etwa zwei bis vier Wochen, ehe der fertige Falter schlüpft. Der ge