Adoption
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Definition und Überblick
Unter Adoption versteht man im Kontext des Tierschutzes die dauerhafte Aufnahme eines Tieres aus einem Tierheim, einer Auffangstation oder von einer Tierschutzorganisation in einen privaten Haushalt. Der Begriff wird synonym zu Tieradoption, Tiervermittlung oder umgangssprachlich auch Tierübernahme verwendet. Ziel ist es, herrenlosen, abgegebenen oder beschlagnahmten Tieren ein neues, artgerechtes Zuhause zu geben. Die Adoption unterscheidet sich grundlegend vom Kauf eines Tieres beim Züchter oder im Zoofachhandel, da der Tierschutzgedanke im Vordergrund steht und die Vermittlung an strenge Bedingungen geknüpft ist.
Rechtliche Grundlagen
In Deutschland regelt das Tierschutzgesetz (TierSchG) den grundsätzlichen Umgang mit Tieren. Tiere gelten nach § 90a BGB zwar nicht als Sachen, auf sie werden jedoch die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend angewandt, sofern nichts anderes bestimmt ist. Die Adoption eines Tieres ist juristisch gesehen ein Übereignungsvertrag, bei dem das Eigentum am Tier vom Tierheim oder der Tierschutzorganisation auf den neuen Halter übergeht.
Die meisten Tierheime und Tierschutzvereine arbeiten mit einem Schutzvertrag (auch Überlassungsvertrag oder Vermittlungsvertrag genannt). Dieser regelt die Rechte und Pflichten beider Parteien und enthält typischerweise folgende Klauseln:
- Verpflichtung zur artgerechten Haltung und tiermedizinischen Versorgung
- Verbot der Weitergabe an Dritte ohne Zustimmung des Tierschutzvereins
- Kastrations- und Kennzeichnungspflicht (insbesondere bei Katzen und Hunden)
- Rückgabepflicht bei Haltungsaufgabe an das vermittelnde Tierheim
- Recht auf Nachkontrollen durch den Tierschutzverein
Bei Verstößen gegen den Schutzvertrag kann die abgebende Organisation das Tier zurückfordern. Kommunale Tierheime unterliegen zudem den Vorgaben der jeweiligen Landestierheimverordnungen und dem kommunalen Ordnungsrecht.
Ablauf einer Tieradoption
Der Vermittlungsprozess folgt bei seriösen Tierschutzorganisationen einem strukturierten Ablauf. Am Anfang steht die Beratung: Interessenten werden über die Bedürfnisse der jeweiligen Tierart, die Haltungsanforderungen und die Kosten einer verantwortungsvollen Tierhaltung informiert. Erfahrene Tierpfleger und ehrenamtliche Mitarbeiter helfen dabei, ein passendes Tier für die individuellen Lebensumstände zu finden.
Nach einem oder mehreren Kennenlernbesuchen im Tierheim erfolgt ein ausführliches Vermittlungsgespräch. Dabei werden Fragen zur Wohnsituation, zur Berufstätigkeit, zu vorhandenen Haustieren und zur Erfahrung mit der jeweiligen Tierart geklärt. Bei Hunden sind häufig mehrere Spaziergänge und ein Probewohnen vorgesehen, um die Verträglichkeit mit dem neuen Umfeld zu testen.
Nach der Unterzeichnung des Schutzvertrags wird eine Schutzgebühr (auch Vermittlungsgebühr genannt) erhoben. Diese deckt einen Teil der entstandenen Kosten für tierärztliche Behandlungen, Impfungen, Entwurmungen, Mikrochip-Kennzeichnung und gegebenenfalls Kastration ab. Die Höhe variiert je nach Tierart, Alter und Gesundheitszustand des Tieres. Für Hunde liegt sie in Deutschland häufig zwischen 200 und 400 Euro, für Katzen zwischen 80 und 200 Euro.
Tierschutzrelevante Aspekte
Die Adoption aus dem Tierschutz leistet einen direkten Beitrag zur Reduzierung der Tierheimüberfüllung. In Deutschland leben schätzungsweise über 100.000 Tiere in den rund 550 Tierheimen des Deutschen Tierschutzbundes und anderer Träger. Jedes adoptierte Tier macht Platz für ein weiteres Fundtier oder einen Notfall.
Ein weiterer Aspekt betrifft den Auslandstierschutz. Zahlreiche Organisationen vermitteln Hunde und Katzen aus südlichen und östlichen europäischen Ländern nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. Diese Praxis ist nicht unumstritten: Befürworter verweisen auf die oft katastrophalen Zustände in ausländischen Tötungsstationen, Kritiker warnen vor eingeschleppten Krankheiten wie Leishmaniose, Babesiose oder Herzwurmerkrankung (Dirofilariose) sowie vor dem Risiko unseriöser Vermittlungspraktiken. Seriöse Vereine lassen die Tiere vor der Einreise umfassend tiermedizinisch untersuchen und stellen einen EU-Heimtierausweis mit dokumentiertem Impfstatus aus.
Voraussetzungen und Verantwortung
Wer ein Tier adoptieren möchte, sollte sich vorab ehrlich mit den langfristigen Konsequenzen auseinandersetzen. Hunde können 10 bis 15 Jahre alt werden, Katzen erreichen häufig ein Alter von 15 bis 20 Jahren, und selbst kleinere Heimtiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen haben eine Lebenserwartung von 6 bis 10 Jahren. Die laufenden Kosten für Futter, Tierarztbesuche, Versicherungen und Zubehör übersteigen die einmalige Schutzgebühr um ein Vielfaches.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Tiere mit Verhaltensauffälligkeiten oder gesundheitlichen Einschränkungen. Viele Tierheimtiere haben belastende Vorgeschichten – Vernachlässigung, Misshandlung oder mangelnde Sozialisation können zu Angstverhalten, Aggression oder Trennungsangst führen. Für solche Tiere empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einem qualifizierten Tierverhaltenstrainer oder einer Tierverhaltenstherapeutin. Gerade diese schwer vermittelbaren Tiere profitieren enorm von geduldigen und erfahrenen Adoptanten.
Alternativen zur Adoption
Nicht jeder kann oder möchte ein Tier dau