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Anaplasmose

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Tiermedizin & Gesundheit > Krankheiten – Infektionskrankheiten

Definition & Überblick

Die Anaplasmose ist eine durch Zecken übertragene Infektionskrankheit, die durch obligat intrazelluläre Bakterien der Gattung Anaplasma verursacht wird. Diese Erreger befallen bestimmte Blutzellen und lösen dort eine entzündliche Reaktion aus, die je nach betroffener Tierart und Erregerspezies unterschiedlich schwer verlaufen kann. In der Veterinärmedizin sind vor allem zwei Formen relevant: die granulozytäre Anaplasmose, ausgelöst durch Anaplasma phagocytophilum, die insbesondere Hunde, Pferde und Wiederkäuer betrifft, sowie die bovine Anaplasmose, verursacht durch Anaplasma marginale, die vorwiegend bei Rindern auftritt und dort eine schwere hämolytische Anämie hervorrufen kann.

Die Erkrankung gehört zu den sogenannten Vektor-übertragenen Krankheiten (Vector-Borne Diseases) und hat in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund der Ausbreitung von Zeckenpopulationen und klimatischer Veränderungen in Mitteleuropa deutlich an Bedeutung gewonnen. Da Anaplasma phagocytophilum auch den Menschen infizieren kann, handelt es sich zudem um eine Zoonose – eine Übertragung erfolgt dabei allerdings nicht direkt vom Tier auf den Menschen, sondern über den gemeinsamen Vektor, die Zecke.

Ursachen & Risikofaktoren

Die Hauptüberträger der Anaplasmose in Europa sind Zecken der Gattung Ixodes, allen voran der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Die Bakterien werden während des Saugaktes mit dem Speichel der Zecke in den Wirt übertragen. Im Gegensatz zur Borreliose, bei der die Übertragung erst nach mehreren Stunden des Saugens erfolgt, kann die Übertragung von Anaplasmen bereits innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach dem Zeckenstich stattfinden.

Nach der Infektion befällt Anaplasma phagocytophilum gezielt die neutrophilen Granulozyten – eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die eine zentrale Rolle in der Immunabwehr spielen. Der Erreger vermehrt sich innerhalb dieser Zellen in sogenannten Morulae (Einschlusskörperchen), was die Immunfunktion erheblich beeinträchtigt.

Risikofaktoren für eine Infektion umfassen:

  • Häufiger Aufenthalt in zeckenreichen Gebieten wie Wäldern, Wiesen und Gebüschzonen
  • Fehlender oder unzureichender Zeckenschutz
  • Immunsuppression durch Begleiterkrankungen oder medikamentöse Therapien
  • Koinfektionen mit anderen zeckenübertragenen Erregern wie Borrelien, Babesien oder Ehrlichien, die den Krankheitsverlauf erheblich verschlimmern können
  • Saisonale Häufung in den Monaten März bis Oktober, der Hauptaktivitätszeit von Zecken

Symptome & Erkennung

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 1 bis 2 Wochen nach dem Zeckenstich. Das klinische Bild variiert stark und reicht von subklinischen Verläufen ohne erkennbare Symptome bis hin zu schweren, lebensbedrohlichen Zuständen.

Beim Hund zeigen sich häufig folgende Symptome:

  • Fieber (oft über 40 °C), Abgeschlagenheit und Lethargie
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • Lahmheiten und steifer Gang durch Gelenkentzündungen (Polyarthritis)
  • Vergrößerung von Milz und Lymphknoten (Splenomegalie, Lymphadenopathie)
  • Blutungsneigung durch eine verminderte Thrombozytenzahl (Thrombozytopenie)
  • Seltener: Erbrechen, Durchfall, neurologische Ausfälle oder Augenerkrankungen (Uveitis)

Beim Pferd stehen Fieber, Bewegungsunlust, Gliedmaßenödeme und Ikterus (Gelbsucht) im Vordergrund. Rinder mit boviner Anaplasmose entwickeln typischerweise eine schwere Anämie mit Blässe der Schleimhäute, Schwäche, Tachykardie und im schlimmsten Fall einen tödlichen Verlauf, besonders bei älteren Tieren.

Diagnose

Die Diagnose der Anaplasmose erfordert eine Kombination aus klinischem Verdacht und gezielter Labordiagnostik. Ein Blutbild liefert erste Hinweise: Typisch sind eine Thrombozytopenie, eine Leukopenie (verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen) sowie erhöhte Leberenzyme.

Im Blutausstrich lassen sich bei sorgfältiger mikroskopischer Untersuchung gelegentlich die charakteristischen Morulae in den neutrophilen Granulozyten nachweisen – dieser Befund ist zwar hochspezifisch, aber nur bei einem geringen Prozentsatz der infizierten Tiere positiv.

Die zuverlässigste Nachweismethode ist die PCR (Polymerase-Kettenreaktion), mit der Erreger-DNA im Blut mit hoher Sensitivität und Spezifität detektiert werden kann. Ergänzend stehen serologische Verfahren wie der Antikörper-Nachweis mittels IFAT (indirekter Immunfluoreszenztest) oder ELISA zur Verfügung. Bei der Interpretation serologischer Ergebnisse ist zu beachten, dass Antikörper erst etwa 1 bis 2 Wochen nach Infektionsbeginn nachweisbar sind und ein positiver Titer auch eine zurückliegende, bereits überwundene Infektion anzeigen kann.

Die Kombination aus PCR für den akuten Erregernachweis und Serologie zur Einordnung des Infektionsstadiums liefert die aussagekräftigsten Ergebnisse.

Behandlung & Therapie

Die Therapie der Wahl besteht in der Verabreichung von Doxycyclin, einem