Aspergillose
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Definition & Überblick
Die Aspergillose ist eine durch Schimmelpilze der Gattung Aspergillus verursachte Infektionskrankheit, die bei einer Vielzahl von Tierarten auftreten kann. Als häufigster Erreger gilt Aspergillus fumigatus, seltener sind Aspergillus flavus, Aspergillus niger oder Aspergillus terreus beteiligt. Die Erkrankung betrifft vor allem Vögel – insbesondere Papageien, Greifvögel und Pinguine in Gefangenschaft –, kann aber auch bei Hunden, Pferden, Rindern und Katzen vorkommen.
Aspergillus-Sporen (Konidien) sind in der Umwelt allgegenwärtig. Sie finden sich in Erde, Heu, Stroh, Kompost und organischem Material. Gesunde Tiere mit intaktem Immunsystem können diese Sporen in der Regel problemlos abwehren. Erst wenn die körpereigene Abwehr geschwächt ist oder eine massive Sporenbelastung vorliegt, kommt es zur Infektion. Je nach betroffener Tierart und Lokalisation unterscheidet man eine respiratorische Aspergillose (Befall der Atemwege), eine nasale Aspergillose (Befall der Nasenhöhle und Nasennebenhöhlen) sowie eine disseminierte (systemische) Aspergillose, bei der sich der Pilz über die Blutbahn im gesamten Organismus ausbreitet.
Ursachen & Risikofaktoren
Die Infektion erfolgt in den meisten Fällen durch Inhalation der Pilzsporen. Diese sind mit nur 2–3 Mikrometern Durchmesser so klein, dass sie bis in die tiefsten Abschnitte der Lunge und bei Vögeln bis in die Luftsäcke gelangen können. Dort keimen die Sporen aus und bilden ein fadenförmiges Pilzgeflecht (Myzel), das das umliegende Gewebe zerstört und Entzündungsreaktionen auslöst.
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
- Immunsuppression – etwa durch Langzeitbehandlung mit Kortikosteroiden, Antibiotika, chronische Grunderkrankungen oder Stress
- Mangelernährung – insbesondere Vitamin-A-Mangel bei Vögeln, der die Schleimhautbarriere der Atemwege schwächt
- Schlechte Haltungshygiene – feuchtes, schimmeliges Einstreu, unzureichende Belüftung und hohe Luftfeuchtigkeit in Ställen oder Volieren
- Transportstress – frisch importierte oder umgesetzte Vögel erkranken überproportional häufig
- Artenspezifische Prädisposition – Greifvögel und Pinguine besitzen offenbar eine geringere natürliche Resistenz gegen Aspergillus
- Vorschädigung der Nasenschleimhaut – bei Hunden kann eine bestehende Rhinitis oder ein Fremdkörper in der Nase die Ansiedlung des Pilzes begünstigen
Eine Übertragung von Tier zu Tier oder von Tier zu Mensch findet in der Regel nicht statt. Die Aspergillose ist daher keine klassische Zoonose im Sinne einer direkten Ansteckung, allerdings können immungeschwächte Menschen bei gleicher Sporenexposition ebenfalls erkranken.
Symptome & Erkennung
Das klinische Bild variiert erheblich je nach Tierart und Verlaufsform:
Bei Vögeln dominiert die respiratorische Form. Typische Anzeichen sind zunehmende Atemnot (Dyspnoe), Schwanzwippen beim Atmen, verminderte Belastbarkeit, Stimmveränderungen bis zum Stimmverlust, Abmagerung trotz erhaltener Futteraufnahme sowie Apathie. In fortgeschrittenen Fällen zeigt sich offenes Maulatmen. Der Verlauf ist oft schleichend – viele Vögel zeigen erst Symptome, wenn bereits erhebliche Teile der Luftsäcke oder der Lunge befallen sind.
Bei Hunden äußert sich die nasale Aspergillose durch chronischen, oft einseitigen Nasenausfluss, der schleimig-eitrig bis blutig sein kann. Betroffene Hunde niesen häufig, zeigen Schmerzhaftigkeit im Bereich der Nase und gelegentlich Depigmentierung oder Ulzerationen am Nasenspiegel. Die disseminierte Form, die vor allem beim Deutschen Schäferhund beschrieben wird, verursacht unspezifische Symptome wie Fieber, Gewichtsverlust, Lahmheiten durch Knochenbefall (Osteomyelitis) und Organversagen.
Bei Pferden betrifft die Aspergillose vorwiegend die Luftsäcke (Gutturalbeutel-Mykose), was zu Nasenbluten und in schweren Fällen zu lebensbedrohlichen Blutungen aus erodierten Arterien führen kann.
Diagnose
Die Diagnosestellung erfordert häufig eine Kombination mehrerer Untersuchungsverfahren, da die Symptome unspezifisch sein können:
- Bildgebende Verfahren – Röntgenaufnahmen zeigen bei Vögeln Verschattungen in Lunge und Luftsäcken. Bei Hunden stellt die Computertomographie (CT) der Nasenhöhle den Goldstandard dar und zeigt typische Schleimhautveränderungen sowie Knochendestruktion.
- Endoskopie – Die direkte visuelle Inspektion mittels Endoskop ermöglicht bei Vögeln die Begutachtung der Luftsäcke und bei Hunden die Rhinoskopie der Nasenhöhle. Typisch sind gelblich-grüne oder weiße Pilzplaques (Aspergillome).
- Mykologische Kultur – Tupferproben oder Biopsien werden auf speziellen Nährmedien (z. B. Sabouraud-Agar) angezüchtet. Der kulturelle Nachweis allein beweist jedoch keine Erkrankung, da Aspergillus auch als Kontaminante vorkommen kann.
- Histopathologie – In Gewebeproben lassen sich die charakteristischen, septierten und dichotom verzweigten Hyphen des Pilzes nachweisen, was als sicherster Beweis einer invasiven Infektion gilt.
- Serologie und Biomarker – Der Nachweis von Galactomannan-Antigen