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Druse

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Tiermedizin & Gesundheit > Krankheiten – Infektionskrankheiten

Definition & Überblick

Die Druse (englisch: Strangles) ist eine hochansteckende bakterielle Infektionskrankheit der oberen Atemwege beim Pferd. Verursacht wird sie durch das Bakterium Streptococcus equi subspecies equi, einen grampositiven Kettenkokken mit ausgeprägter Affinität zum lymphatischen Gewebe des Kopfbereichs. Die Erkrankung ist weltweit verbreitet und zählt zu den häufigsten Infektionskrankheiten in der Pferdepopulation.

Charakteristisch für die Druse ist die eitrige Entzündung der Lymphknoten im Kehlgangs- und Rachenbereich, die in vielen Fällen zur Abszessbildung führt. Der englische Name Strangles leitet sich von der mitunter so starken Schwellung der Lymphknoten ab, dass betroffene Pferde Atemnot entwickeln und regelrecht zu ersticken drohen. Obwohl die Druse bei rechtzeitiger Behandlung in den meisten Fällen gut beherrschbar ist, kann sie bei schwerem Verlauf oder Komplikationen lebensbedrohlich werden. Die Erkrankung ist in Deutschland meldepflichtig.

Ursachen & Risikofaktoren

Der Erreger Streptococcus equi subsp. equi wird hauptsächlich durch direkten Kontakt zwischen Pferden übertragen – über Nasenausfluss, Eiter aus aufgebrochenen Abszessen oder kontaminierte Gegenstände wie Tränken, Futterkrippen, Halfter und Putzzeug. Auch der Mensch kann als mechanischer Überträger fungieren, etwa über Kleidung oder Hände.

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel drei bis vierzehn Tage. Besonders gefährdet sind:

  • Jungpferde unter fünf Jahren, deren Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist
  • Immungeschwächte Tiere, etwa durch Stress, Wurmbefall, schlechte Haltungsbedingungen oder andere Vorerkrankungen
  • Pferde in Beständen mit hoher Fluktuation, beispielsweise auf Turnieren, Auktionen oder in Pensionsställen
  • Pferde, die Kontakt zu asymptomatischen Trägertieren (sogenannten stillen Ausscheidern) haben

Ein besonderes epidemiologisches Problem stellen die stillen Ausscheider dar: Etwa zehn Prozent der Pferde, die eine Druse-Infektion durchgemacht haben, beherbergen den Erreger über Monate oder sogar Jahre in den Luftsäcken (Divertikel der Eustachischen Röhre), ohne selbst Symptome zu zeigen. Diese Tiere sind eine permanente Infektionsquelle für den gesamten Bestand.

Symptome & Erkennung

Die Druse verläuft typischerweise in mehreren Phasen. Zunächst zeigen betroffene Pferde unspezifische Allgemeinsymptome:

  • Hohes Fieber (oft über 39,5 °C, bis zu 41 °C)
  • Mattigkeit und Appetitlosigkeit
  • Zunächst seröser, dann mukopurulenter (schleimig-eitriger) Nasenausfluss, häufig beidseitig
  • Husten und erschwerte Atmung

Im weiteren Verlauf schwellen die Kehlgangslymphknoten (Lymphonodi mandibulares und retropharyngeales) deutlich an. Diese Schwellung ist schmerzhaft, warm und zunächst derb, bevor sie sich im Zuge der Abszedierung zunehmend fluktuierend anfühlt. Das Pferd nimmt häufig eine gestreckte Kopf-Hals-Haltung ein, um den Druck auf die geschwollenen Lymphknoten zu minimieren. Die Futteraufnahme und das Schlucken sind oft erheblich beeinträchtigt.

Als schwere Komplikation gilt die sogenannte metastatische Druse (auch „versprengte Druse" oder Bastard Strangles), bei der sich Abszesse in entfernten Organen wie Lunge, Leber, Milz, Nieren oder Gehirn bilden. Diese Form ist selten, verläuft jedoch häufig tödlich. Eine weitere gefürchtete Komplikation ist die Purpura haemorrhagica, eine immunvermittelte Vaskulitis mit großflächigen Ödemen und punktförmigen Blutungen in Haut und Schleimhäuten.

Diagnose

Die klinische Verdachtsdiagnose ergibt sich aus dem typischen Bild von Fieber, eitrigem Nasenausfluss und geschwollenen Kehlgangslymphknoten, insbesondere wenn mehrere Pferde im Bestand betroffen sind.

Die labordiagnostische Bestätigung erfolgt über verschiedene Verfahren:

  • Bakteriologische Kultur: Tupferproben aus dem Nasenausfluss, aus Abszesseiter oder durch Nasen-Rachen-Spülprobe werden auf Spezialnährböden angezüchtet. Die Kultur gilt als Goldstandard, benötigt jedoch 24 bis 48 Stunden.
  • PCR (Polymerase-Kettenreaktion): Diese molekularbiologische Methode weist die DNA des Erregers nach und liefert schnellere Ergebnisse als die Kultur. Sie eignet sich besonders zur Identifikation stiller Ausscheider.
  • Endoskopie der Luftsäcke: Bei Verdacht auf stille Ausscheider wird eine Luftsackenendoskopie durchgeführt. Dabei können Empyeme (Eiteransammlungen) oder sogenannte Chondroide – eingetrocknete, steinartige Eiterkonglomerate – in den Luftsäcken sichtbar gemacht und Proben entnommen werden.
  • Blutuntersuchung: Im Blutbild zeigt sich häufig eine Leukozytose mit Neutrophilie sowie erhöhte Akute-Phase-Proteine (z. B. Serum-Amyloid A). Antikörpertiter gegen Streptococcus equi können serologisch bestimmt werden, sind allerdings für die Akutdiagnostik weniger geeignet.

Behandlung & Therapie

Die Therapie der Druse hängt vom Stadium und Schweregrad der Erkrankung ab und ist in der Fachwelt nicht unumstritten:

  • Frühes Stadium (vor Abszessbildung): Eine Antibiotikatherapie mit