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Andenkolibri

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Tierart – Vögel > Tropische & exotische Vögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Oreotrochilus estella
  • Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
  • Familie: Kolibris (Trochilidae)
  • Gattung: Oreotrochilus (Bergkolibris)
  • Lebensraum: Hochandine Gebiete Südamerikas, Puna-Grasland, felsige Hänge
  • Größe: 12–14 cm (Gesamtlänge)
  • Gewicht: 7–9 g
  • Lebenserwartung: ca. 5–8 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Andenkolibri ist ein mittelgroßer Vertreter der Familie der Kolibris (Trochilidae) mit einem eher gedrungenen Körperbau, der ihn von vielen tropischen Tieflandkolibris unterscheidet. Das Männchen zeigt an Kehle und Vorderbrust ein schillerndes, smaragdgrünes bis türkisfarbenes Kehlfeld – die sogenannte Gorget –, das je nach Lichteinfall intensiv irisiert. Ein schmaler, samtschwarzer Streifen begrenzt dieses Feld nach unten. Die Oberseite des Gefieders ist matt olivgrün bis bronzefarben, die Unterseite weißlich bis graubeige. Der Schwanz ist relativ lang und leicht gegabelt, mit weißen Außenfedern, die im Flug sichtbar werden.

Das Weibchen ist insgesamt unauffälliger gefärbt. Ihm fehlt das irisierende Kehlfeld; stattdessen zeigt die Kehle eine helle, fein gefleckte Zeichnung. Die Oberseite ist ähnlich olivgrün wie beim Männchen, die Unterseite jedoch gleichmäßiger beige-weiß. Bei beiden Geschlechtern ist der Schnabel gerade, schwarz und mit etwa 18–22 mm Länge mittellang – eine Anpassung an röhrenförmige Hochgebirgsblüten. Die Füße sind klein und dunkel, wie bei allen Kolibris kaum zum Laufen geeignet.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Andenkolibris erstreckt sich entlang der südamerikanischen Andenkette von Südperu über Bolivien bis in den Nordwesten Argentiniens und den Norden Chiles. Die Art besiedelt extreme Höhenlagen zwischen 3.500 und 5.200 Metern über dem Meeresspiegel und zählt damit zu den am höchsten lebenden Kolibriarten weltweit.

Sein bevorzugtes Habitat sind offene, halbtrockene Puna-Landschaften mit verstreuter Strauchvegetation, felsige Berghänge und Schluchten sowie die Ränder von Polylepis-Wäldern. Anders als viele verwandte Arten ist Oreotrochilus estella kein Bewohner dichter Nebelwälder, sondern an karge, windexponierte Biotope angepasst. Innerhalb der Gattung Oreotrochilus existieren mehrere Unterarten, darunter O. e. estella und O. e. bolivianus, deren Verbreitungsgebiete sich geographisch voneinander abgrenzen lassen.

Ernährung

Die Nahrung des Andenkolibris besteht vorwiegend aus Blütennektar. Er besucht bevorzugt die Blüten von Hochgebirgspflanzen der Gattungen Chuquiraga, Puya und Mutisia. Dabei fungiert er als wichtiger Bestäuber dieser Pflanzen und geht mit einigen Arten eine enge ökologische Wechselbeziehung ein. Der gerade Schnabel ermöglicht ihm den Zugang zu Blütenkronen mit mittlerer Röhrenlänge.

Neben Nektar nehmen Andenkolibris regelmäßig kleine Arthropoden auf – darunter Fliegen, Blattläuse und winzige Spinnen. Diese tierische Kost liefert essentielle Proteine und Fette, die der energiereiche, aber proteinarme Nektar allein nicht bereitstellen kann. Die Insektenjagd erfolgt meist im Flug durch kurze Zuschnapp-Manöver oder durch Ablesen von Blättern und Felsvorsprüngen.

Verhalten & Lebensweise

Der Andenkolibri ist tagaktiv, beginnt seine Nahrungssuche jedoch häufig erst nach Sonnenaufgang, wenn die Temperaturen in seinem Hochgebirgsbiotop auf erträgliche Werte steigen. Um die extremen nächtlichen Temperaturen zu überstehen, die in der Puna deutlich unter den Gefrierpunkt fallen können, verfügt die Art über die Fähigkeit zur Torpor – einem Zustand stark herabgesetzter Körpertemperatur und reduziertem Stoffwechsel. Während des Torpors kann die Körpertemperatur auf etwa 6–10 °C sinken, was den Energieverbrauch um bis zu 90 Prozent senkt.

Männchen sind territorial und verteidigen blütenreiche Reviere gegen Artgenossen und andere Kolibriarten. Die Revierverteidigung geschieht durch Schauflüge, Verfolgungsjagden und laute, klickende Rufe. Außerhalb der Brutzeit können Andenkolibris auch nomadisch umherstreifen und je nach Blütenangebot ihre Aufenthaltsorte wechseln. Die Art bevorzugt geschützte Felsnischen und Überhänge als Nacht- und Ruheplätze.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutsaison fällt in den meisten Teilen des Verbreitungsgebiets in die Monate Oktober bis Januar und damit in den Beginn der Regenzeit, wenn das Blütenangebot am reichhaltigsten ist. Das Balzverhalten der Männchen umfasst Schauflüge in U-förmigen Bögen vor dem Weibchen sowie das Präsentieren des irisierenden Kehlfeldes.

Das Weibchen errichtet das Nest allein. Es handelt sich um eine dickwandige, becherförmige Konstruktion aus Pflanzenfasern, Moos, Flechten und Tierhaaren, die in geschützten Felsspalten, unter Überhängen oder an Gebäudestrukturen angebracht wird. Die dichte Polsterung dient als Isolation gegen die nächtliche Kälte. Das Gelege besteht aus zwei weißen, elliptischen Eiern, die das Weibchen über einen Zeitraum von 17–20 Tagen allein bebrütet. Die Nestlinge sind beim Schlupf nackt und blind. Sie werden ausschließlich vom Weibchen mit hoch