Büffelweber
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Bubalornis niger (Rotschnabel-Büffelweber) / Bubalornis albirostris (Weißschnabel-Büffelweber)
- Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
- Familie: Webervögel (Ploceidae)
- Gattung: Bubalornis
- Lebensraum: Offene Savannen, Trockenwälder und Halbwüsten Subsahara-Afrikas
- Größe: 23–28 cm Körperlänge
- Gewicht: 55–110 g
- Lebenserwartung: Ca. 10–15 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Der Büffelweber ist der größte Vertreter der Familie der Webervögel (Ploceidae). Das Gefieder der Männchen ist im Brutkleid überwiegend schokoladenbraun bis schwarzbraun, wobei die Federn an den Flügeldecken helle, weißliche Säume aufweisen, die dem Vogel ein leicht geschupptes Aussehen verleihen. Außerhalb der Brutzeit ähnelt das Gefieder dem der Weibchen, die durchgehend schlichter braun gefärbt sind mit heller Unterseite und streifiger Brustzeichnung.
Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal der beiden Arten der Gattung Bubalornis liegt in der Schnabelfarbe: Beim Rotschnabel-Büffelweber (B. niger) ist der kräftige, kegelförmige Schnabel während der Brutzeit leuchtend rot bis orangerot gefärbt, beim Weißschnabel-Büffelweber (B. albirostris) hingegen elfenbeinweiß bis hornfarben. Beide Arten besitzen kräftige Beine und Füße, die an das Klettern in den großen Gemeinschaftsnestern angepasst sind. Die Augen sind dunkelbraun, der Körperbau insgesamt gedrungen und robust.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Büffelwebers erstreckt sich über weite Teile Subsahara-Afrikas. Der Weißschnabel-Büffelweber besiedelt vorwiegend die Sahelzone und die westafrikanischen Savannen – von Senegal über Mali und Niger bis nach Äthiopien und Kenia. Der Rotschnabel-Büffelweber kommt dagegen vor allem im östlichen und südlichen Afrika vor, von Tansania über Mosambik bis nach Südafrika und Namibia.
Als bevorzugtes Habitat dienen offene Baumsteppen, Akaziensavannen, lichte Trockenwälder und Dornbuschlandschaften. Die Vögel meiden geschlossene Waldgebiete und stark bewaldete Biotope. Entscheidend für die Ansiedlung einer Kolonie ist das Vorhandensein großer, stabiler Bäume, die als Trägerbäume für die massiven Gemeinschaftsnester dienen. Besonders häufig werden Affenbrotbäume (Baobab), Akazien und Palmen genutzt. In Gebieten mit menschlicher Landwirtschaft siedeln sich Büffelweber gelegentlich in der Nähe von Getreidefeldern an.
Ernährung
Büffelweber ernähren sich omnivor mit einem deutlichen Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. Den Hauptanteil der Nahrung bilden Grassamen, Getreidekörner und andere Sämereien. Während der Regenzeit und besonders zur Aufzucht der Jungvögel steigt der Anteil tierischer Nahrung deutlich an: Dann werden Insekten, deren Larven und Spinnen erbeutet, die den Nestlingen als proteinreiche Nahrung gereicht werden.
Die Nahrungssuche findet überwiegend am Boden statt, wo die Vögel in Trupps über offenes Gelände laufen und systematisch nach Samen und Insekten suchen. In landwirtschaftlich genutzten Gebieten können Büffelweber lokal als Ernteschädlinge auftreten, wenn große Kolonien in Hirse- oder Sorghumfeldern einfallen.
Verhalten & Lebensweise
Büffelweber sind tagaktive, gesellige Vögel, die ganzjährig in Kolonien leben. Die Koloniestärke variiert zwischen wenigen Dutzend und mehreren Hundert Individuen. Die Vögel sind standorttreu und halten sich in einem relativ eng begrenzten Revier rund um den Nestbaum auf. Innerhalb der Kolonie herrscht eine ausgeprägte soziale Hierarchie, die vor allem unter den Männchen durch Imponiergehabe und gelegentliche Auseinandersetzungen aufrechterhalten wird.
Der Gesang der Männchen ist wenig melodisch – er besteht aus krächzenden, ratternden und zischenden Lauten, die in der Balzzeit besonders intensiv vorgetragen werden. Abseits der Brutzeit schließen sich Büffelweber zur Nahrungssuche mit anderen Vogelarten zu gemischten Schwärmen zusammen. Nachts dienen die Gemeinschaftsnester als Schlafplatz, der Schutz vor nächtlichen Temperaturschwankungen und Prädatoren bietet.
Fortpflanzung & Aufzucht
Das herausragende Merkmal der Büffelweber ist ihr Gemeinschaftsnest – die größte Neststruktur aller Vogelarten. Diese massiven Bauten können Ausmaße von bis zu acht Metern Länge, vier Metern Breite und zwei Metern Höhe erreichen und ein Gewicht von über einer Tonne auf die Waage bringen. Einzelne Nester bestehen seit Jahrzehnten und werden von aufeinanderfolgenden Generationen erweitert und instand gehalten.
Das Gemeinschaftsnest besteht aus einer gemeinsam errichteten Dachstruktur aus groben Zweigen und Gräsern, unter der sich zahlreiche individuelle Nistkammern befinden. Jede Kammer wird von einem Männchen gebaut, das die Balz durch intensives Flügelschlagen, Schwanzfächern und Gesangsvorträge direkt an der Nestkammer vollzieht. Jede Kammer verfügt über einen eigenen, von unten zugänglichen Eingang, der häufig mit scharfen Zweigspitzen oder Dornen ausgestattet wird, um Schlangen und andere Nesträuber abzuwehren.
Das Weibchen legt pro Brut zwei bis vier Eier, die es über einen Zeitraum von etwa 14 Tagen allein bebrütet. Die Nestlinge werden von beiden Elternteilen gefüttert und verlassen