T Tierlexikon.net
← Lexikon

Breitrachen

B

Tierart – Vögel > Tropische & exotische Vögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Eurylaimidae (Familie); zahlreiche Gattungen, u. a. Eurylaimus, Cymbirhynchus, Calyptomena, Smithornis
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes), Unterordnung Schreivögel (Tyranni)
  • Familie: Eurylaimidae (Breitrachen im engeren Sinn); die afrikanischen Arten werden teils in die Familie Calyptomenidae oder Smithornithidae gestellt
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder Südostasiens und Afrikas
  • Größe: 11–28 cm je nach Art
  • Gewicht: 15–180 g
  • Lebenserwartung: Etwa 5–10 Jahre (Freilanddaten lückenhaft)
  • Anzahl der Arten: Rund 15–17 Arten, je nach taxonomischer Auffassung

Aussehen & Merkmale

Das namensgebende Merkmal aller Breitrachen ist der auffallend breite, flache Schnabel mit weiter Schnabelspalte. Der Oberschnabel ist leicht nach unten gebogen und mit einem kleinen Haken an der Spitze versehen, der beim Festhalten von Insekten hilft. Die Schnabelbreite übertrifft bei den meisten Arten die Schnabelhöhe deutlich – ein Körperbaumerkmal, das in der gesamten Ordnung der Sperlingsvögel selten vorkommt.

Das Gefieder variiert je nach Gattung erheblich. Die asiatischen Arten der Gattung Eurylaimus zeigen kräftige Farben mit Kombinationen aus Schwarz, Weinrot, Gelb und Blau. Der Schwarzrote Breitrachen (Cymbirhynchus macrorhynchos) besitzt ein tiefschwarzes Obergefieder mit leuchtend karminroter Unterseite und einem blaugrünen Schnabel, der zu den auffälligsten Schnabelfärbungen unter den Vögeln zählt. Die Grünbreitrachen (Calyptomena viridis) hingegen sind fast vollständig smaragdgrün gefärbt und durch einen schwarzen Flügelfleck gekennzeichnet. Die afrikanischen Breitrachen der Gattung Smithornis fallen dagegen eher unscheinbar aus: Ihr Gefieder ist überwiegend braun und gestreift.

Bei vielen Arten besteht ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus. Die Männchen tragen kontrastreichere Farben, während die Weibchen matter gefärbt sind. Die Beine sind kurz und kräftig, die Füße syndaktyl – das heißt, die äußeren Vorderzehen sind an der Basis verwachsen, ein Merkmal, das Breitrachen mit verwandten Gruppen teilen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Breitrachen erstreckt sich über zwei getrennte Regionen: Südostasien und das tropische Afrika südlich der Sahara. Die Mehrzahl der Arten lebt in Südostasien, von den östlichen Ausläufern des Himalajas über Myanmar, Thailand, die Malaiische Halbinsel bis nach Borneo, Sumatra und Java. Drei Arten der Gattung Smithornis kommen in den tropischen Wäldern West-, Zentral- und Ostafrikas vor.

Das bevorzugte Habitat sind immergrüne tropische Tieflandregenwälder sowie submontane Bergwälder bis in Höhen von etwa 2.000 Metern. Einige Arten besiedeln auch Sekundärwälder, Waldränder und Plantagen mit dichtem Unterwuchs. Entscheidend für das Vorkommen ist ein geschlossenes oder halboffenes Kronendach, da die meisten Breitrachen das Innere des Waldes den offenen Flächen vorziehen. Der Schwarzrote Breitrachen hält sich bevorzugt entlang von Flussläufen und in Mangrovenwäldern auf.

Ernährung

Breitrachen ernähren sich vorwiegend von Insekten und anderen Gliederfüßern. Käfer, Heuschrecken, Zikaden, Raupen und Spinnen bilden die Hauptnahrung. Die breite Schnabelspalte ermöglicht es, auch größere Beutetiere im Flug zu ergreifen – eine Jagdtechnik, die an Fliegenschnäpper erinnert. Viele Arten sitzen auf exponierten Ästen im mittleren Kronenbereich und stoßen von dort aus auf vorbeifliegende Insekten vor (sogenanntes „Sallying").

Einige Arten ergänzen ihren Speiseplan mit pflanzlicher Kost. Die Grünbreitrachen (Calyptomena) fressen in erheblichem Umfang Feigen und andere weiche Früchte, was sie zu den am stärksten frugivoren Vertretern der Familie macht. Gelegentlich werden auch kleine Wirbeltiere wie Eidechsen oder Frösche erbeutet, vor allem von den größeren Arten.

Verhalten & Lebensweise

Breitrachen sind tagaktive Vögel, die einzeln, paarweise oder in kleinen Gruppen auftreten. Außerhalb der Brutzeit schließen sie sich gelegentlich gemischten Schwärmen mit anderen Insektenfressern an, die gemeinsam durch den Wald ziehen. Die meisten Arten sind Standvögel und halten ganzjährig ein festes Revier.

Die Rufe sind artspezifisch und reichen von lauten, pfeifenden Tönen bis zu trillernden Serien. Die afrikanischen Breitrachen der Gattung Smithornis erzeugen während ihrer Balzflüge ein charakteristisches, mechanisches Surren mit den Flügeln – kein eigentlicher Gesang, sondern ein instrumentales Geräusch, das durch modifizierte Schwungfedern entsteht.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit fällt in den meisten Verbreitungsgebieten in die Regenzeit, wenn das Nahrungsangebot an Insekten am höchsten ist. Die Balz umfasst bei vielen Arten auffällige Flugvorführungen und das Präsentieren des leuchtend gefärbten Gefieders.

Das Nest ist ein charakteristisches, beutelförmiges Gebilde, das frei an einem überhängenden Ast oder an einer Liane hängt, häufig über Wasser. Es wird aus Pflanzenfasern, Gräsern, Moos und Blättern gewebt und besitzt einen seitlichen Eingang. Die hängende Bau