Atlasweber
ATierart – Vögel > Tropische & exotische Vögel
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Ploceus cucullatus (alte Bezeichnung: Hyphantornis cucullatus)
- Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
- Familie: Webervögel (Ploceidae)
- Gattung: Ploceus
- Lebensraum: Savannen, lichte Wälder, Kulturlandschaften, Siedlungsgebiete in Subsahara-Afrika
- Größe: 15–17 cm Körperlänge
- Gewicht: 25–45 g
- Lebenserwartung: ca. 10–15 Jahre (in Gefangenschaft bis zu 20 Jahre)
Aussehen & Merkmale
Der Atlasweber zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus, der vor allem während der Brutzeit deutlich hervortritt. Das Männchen trägt im Prachtkleid ein leuchtend gelbes bis goldgelbes Gefieder an Brust, Bauch und Rücken. Kopf und Gesicht sind tiefschwarz gefärbt, wobei die schwarze Maske je nach Unterart unterschiedlich weit über Scheitel und Kehle reicht. Die Augen sind rötlich bis dunkelbraun. Der kräftige, kegelförmige Schnabel ist im Brutkleid schwarz und dient sowohl der Nahrungsaufnahme als auch dem Nestbau.
Außerhalb der Brutzeit mausern die Männchen in ein unscheinbareres Schlichtkleid, das dem der Weibchen ähnelt: olivbraun bis grünlich auf der Oberseite, gelblich auf der Unterseite mit dunkler Strichelung. Die Weibchen tragen dieses unauffällige Federkleid ganzjährig. Jungvögel gleichen in ihrer Färbung den adulten Weibchen. Die Flügel beider Geschlechter sind dunkelbraun mit hellen Federsäumen, die Beine grau bis fleischfarben.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Atlaswebers erstreckt sich über weite Teile Subsahara-Afrikas. Die Art kommt von Senegal und Gambia im Westen über die Zentralafrikanische Republik und den Kongo bis nach Kenia, Tansania und Mosambik im Osten und Süden vor. Es werden mehrere Unterarten unterschieden, die sich geografisch abgrenzen lassen und geringfügige Unterschiede in Gefiederfärbung und Körpergröße aufweisen.
Als Habitat bevorzugt der Atlasweber offene und halboffene Landschaften. Er besiedelt Baumsavannen, Waldränder, Galeriewälder entlang von Flüssen, Sumpfgebiete und zunehmend auch vom Menschen geprägte Biotope wie Gärten, Parks, Plantagen und landwirtschaftliche Nutzflächen. Die Nähe zu Wasser ist für die Anlage von Brutkolonien oft entscheidend. In Städten und Dörfern hat sich der Atlasweber als Kulturfolger etabliert und nutzt Bäume in unmittelbarer Siedlungsnähe als Nistplätze.
Ernährung
Der Atlasweber ernährt sich omnivor mit einem Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. Samen von Gräsern und Getreide bilden den Hauptbestandteil der Nahrung, ergänzt durch Früchte, Blüten, Nektar und Knospen. Während der Brutzeit steigt der Anteil tierischer Nahrung deutlich an: Insekten, Spinnen, Raupen und kleine Wirbellose liefern das Protein, das für die Aufzucht der Nestlinge notwendig ist.
In landwirtschaftlichen Gebieten fällt der Atlasweber mitunter in großen Schwärmen über Getreidefelder her – insbesondere über Hirse-, Reis- und Maisanbauflächen. Dies bringt ihm in manchen Regionen den Ruf eines Ernteschädlings ein, was gelegentlich zu Konflikten mit der lokalen Bevölkerung führt.
Verhalten & Lebensweise
Atlaswebervögel sind tagaktive, gesellige Vögel, die außerhalb der Brutzeit in teils großen Schwärmen von mehreren hundert bis tausend Individuen umherziehen. Sie übernachten gemeinsam in Schlafbäumen, wobei sie dichte Baumkronen bevorzugen, die Schutz vor Prädatoren bieten.
Während der Brutzeit bilden die Männchen Kolonien, in denen sie dicht beieinander ihre Nester errichten – oft hängen Dutzende Nester in einem einzigen Baum. Das Revierverhalten der Männchen beschränkt sich im Wesentlichen auf die unmittelbare Umgebung des eigenen Nestes. Die Männchen sind polygyn: Ein einzelnes Männchen kann im Laufe einer Brutsaison mehrere Weibchen anlocken und mit ihnen brüten.
Der Gesang ist ein lautes, rasselndes und zischendes Schwätzen, das die Männchen von ihren Nestern aus vortragen, häufig begleitet von auffälligen Flügelvibrationen. Dieses Balzverhalten dient sowohl der Reviermarkierung als auch der Partnerwerbung.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzungsbiologie des Atlaswebers ist eng mit seiner Nestbaukunst verknüpft. Das Männchen errichtet kunstvolle, kugelförmige Hängenester aus Grashalmen, Palmfasern und anderen Pflanzenmaterialien. Die Nester werden an dünnen Zweigenden aufgehängt, häufig über Wasser, was den Schutz vor Schlangen und anderen Nesträubern erhöht. Der Eingang befindet sich an der Unterseite und ist als kurze Röhre nach unten gerichtet.
Während der Balz hängt das Männchen kopfüber am halbfertigen Nest, schlägt mit den Flügeln und singt, um ein Weibchen anzulocken. Das Weibchen inspiziert das Nest eingehend und akzeptiert es nur, wenn Bauqualität und Standort seinen Anforderungen genügen. Wird ein Nest abgelehnt, reißt das Männchen es nicht selten ab und beginnt von vorn – ein Selektionsdruck, der die Nestbauqualität in der Population aufrechterhält.
Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen zwei bis vier Eier, die es allein über einen Zeitraum von 12 bis 14 Tagen bebrütet. Die Küken schlüpfen nackt und blind und werden etwa 17 bis 21 Tage lang im Nest gefüttert, bevor sie flügge werden. Die Versorgung der Nestlinge übernimmt vorwiegend das We