Anemonenfisch
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Amphiprion ocellaris (Falscher Clownfisch), Amphiprion percula (Echter Clownfisch) u. a.
- Ordnung: Barschartige (Perciformes)
- Familie: Riffbarsche (Pomacentridae)
- Unterfamilie: Anemonenfische (Amphiprioninae)
- Gattungen: Amphiprion (ca. 29 Arten), Premnas (1 Art)
- Lebensraum: Tropische Korallenriffe des Indopazifiks
- Größe: 6–17 cm je nach Art
- Gewicht: 10–250 g
- Lebenserwartung: 6–10 Jahre in freier Wildbahn, bis 15 Jahre in Aquarienhaltung
Aussehen & Merkmale
Anemonenfische gehören zu den farblich auffälligsten Bewohnern tropischer Korallenriffe. Ihr Körper ist seitlich abgeflacht, hochrückig und mit relativ großen Cycloidschuppen bedeckt. Die Grundfärbung variiert je nach Art von leuchtendem Orange über Rot und Braun bis hin zu Schwarz. Typisch sind ein bis drei weiße oder bläuliche Querbinden, die von einem dunklen Saum eingefasst sein können. Die Intensität dieser Zeichnung hängt von Art, Alter und individueller Genetik ab.
Die Rückenflosse ist durchgehend und besteht aus einem hartstrahligen vorderen sowie einem weichstrahligen hinteren Abschnitt. Die Schwanzflosse ist abgerundet bis leicht eingebuchtet. Anemonenfische besitzen eine vergleichsweise kleine Mundspalte mit feinen, kegelförmigen Zähnen. Das Seitenlinienorgan ist unterbrochen, was innerhalb der Familie der Riffbarsche häufig vorkommt.
Die bekannteste Art, der Falsche Clownfisch (Amphiprion ocellaris), zeigt eine kräftig orange Körperfärbung mit drei weißen Binden – hinter dem Auge, in der Körpermitte und am Schwanzstiel. Er wird häufig mit dem Echten Clownfisch (Amphiprion percula) verwechselt, der sich durch breitere schwarze Randbinden an den weißen Streifen und eine geringfügig andere Flossenstrahlzahl unterscheidet.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Anemonenfische erstreckt sich über den tropischen Indopazifik – von der Ostküste Afrikas und dem Roten Meer über den Indischen Ozean bis nach Japan, Südostasien und zu den Inseln des westlichen Pazifiks. Das Great Barrier Reef vor Australien zählt ebenso zum natürlichen Habitat wie die Riffe Indonesiens und der Philippinen.
Anemonenfische leben ausschließlich in unmittelbarer Nähe zu Seeanemonen, mit denen sie eine obligate Symbiose eingehen. Von den weltweit rund 1.000 bekannten Seeanemonenarten kommen nur etwa zehn als Wirtsanemonen in Frage, darunter die Prachtanemone (Heteractis magnifica), die Teppichanemone (Stichodactyla spp.) und die Blasenanemone (Entacmaea quadricolor). Die Fische halten sich überwiegend in Wassertiefen zwischen 1 und 15 Metern auf, einzelne Arten besiedeln Riffzonen bis 40 Meter Tiefe.
Ernährung
Anemonenfische sind Allesfresser (Omnivoren). Ihr natürliches Nahrungsspektrum umfasst Zooplankton, kleine Wirbellose wie Ruderfußkrebse (Copepoden) und Garnelenlarven sowie Algen. Darüber hinaus fressen sie Nahrungsreste und abgestorbene Tentakelteile ihrer Wirtsanemone. In der Aquarienhaltung nehmen sie bereitwillig Frost- und Lebendfutter, Flockenfutter und Granulat an. Eine abwechslungsreiche Fütterung mit pflanzlichen und tierischen Anteilen entspricht dem natürlichen Ernährungsverhalten und fördert Vitalität und Farbintensität.
Verhalten & Lebensweise
Anemonenfische sind tagaktive Riffbewohner, die ein ausgeprägtes Revierverhalten zeigen. Jede Anemone wird von einer kleinen Gruppe bewohnt, die aus einem dominanten Weibchen, einem fortpflanzungsfähigen Männchen und mehreren subdominanten Jungtieren besteht. Die Rangordnung ist streng hierarchisch und wird durch Körpergröße bestimmt: Das Weibchen ist stets das größte Tier der Gruppe.
Die Symbiose mit der Wirtsanemone gehört zu den bekanntesten Beispielen einer Mutualismus-Beziehung im Tierreich. Die Nesseltentakel der Anemone bieten dem Fisch Schutz vor Raubfischen. Im Gegenzug vertreibt der Anemonenfisch Fressfeinde der Anemone – insbesondere Falterfische, die deren Tentakel abfressen – und fächelt mit seinen Flossenbewegungen frisches, sauerstoffreiches Wasser zwischen die Tentakel. Zudem profitiert die Anemone von den Ausscheidungen des Fisches als Nährstoffquelle.
Der Schutz vor den Nesselzellen (Cnidozyten) der Anemone beruht auf einer speziellen Schleimschicht, die der Fisch über seine Schuppen trägt. Diese Mukusschicht enthält keine oder veränderte Substanzen, die normalerweise die Nesselreaktion auslösen. Ein neu hinzugekommener Fisch gewöhnt sich durch vorsichtiges, wiederholtes Berühren der Tentakel schrittweise an seine Wirtsanemone und passt dabei seine Schleimschicht an.
Fortpflanzung & Aufzucht
Alle Anemonenfische sind protandrische sequenzielle Zwitter – sie werden als Männchen geboren und können sich bei Bedarf in ein Weibchen umwandeln. Stirbt das dominante Weibchen einer Gruppe, wandelt sich das ranghöchste Männchen innerhalb weniger Wochen zum Weibchen um, und der nächstgrößere Jungfisch rückt zum fortpflanzungsfähigen Männchen auf. Dieser Geschlechtswechsel ist irreversibel.
Die Balz wird vom Männchen eingeleitet, das durch intensives Putzen eines Substrats in Anemonennähe – meist ein flacher Stein oder ein Stück Korallengestein – eine Laichstelle vorbereitet. Das Weib