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Anglerfisch

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Tierart – Fische > Meerwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Lophiiformes (Ordnung mit über 300 Arten)
  • Ordnung: Lophiiformes (Armflosser)
  • Familien: u. a. Lophiidae (Seeteufel), Antennariidae (Fühlerfische), Ceratiidae (Seeteufelverwandte), Melanocetidae (Schwarzangler)
  • Lebensraum: Meeresböden der Küstenzonen bis Tiefsee (bis über 4.000 m Tiefe)
  • Größe: je nach Art 2 cm (Zwerg-Anglerfische) bis über 200 cm (Seeteufel, Lophius piscatorius)
  • Gewicht: wenige Gramm bis über 50 kg
  • Lebenserwartung: je nach Art etwa 5–25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Anglerfische gehören zu den morphologisch vielfältigsten Fischgruppen überhaupt. Gemeinsam ist allen Vertretern der Ordnung Lophiiformes ein gedrungener, oft seitlich oder dorsoventral abgeflachter Körperbau. Die Haut ist bei vielen Arten schuppenlos und mit Hautlappen, Warzen oder Stacheln besetzt, was die Tarnung auf dem Substrat verbessert. Die Färbung reicht von gedecktem Braun, Grau und Schwarz bei bodenlebenden Arten bis zu leuchtenden Gelb-, Orange- und Rottönen bei tropischen Vertretern wie den Fühlerfischen der Familie Antennariidae.

Das namensgebende Merkmal aller Anglerfische ist das sogenannte Illicium – ein umgewandelter erster Stachel der Rückenflosse, der als bewegliche Angel dient. An dessen Spitze sitzt das Esca, ein artspezifisch geformter Köder, der bei Tiefseearten biolumineszente Bakterien beherbergen kann und so im lichtlosen Habitat als Leuchtorgan fungiert. Die Brustflossen sind bei vielen Gattungen armähnlich verdickt und dienen der Fortbewegung auf dem Meeresboden. Das Maul ist bei nahezu allen Arten überproportional groß, nach oben gerichtet und mit nach innen gebogenen, nadelartigen Zähnen besetzt, die das Entweichen gefangener Beute verhindern.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Anglerfische erstreckt sich über sämtliche Ozeane – vom tropischen Indopazifik über den Atlantik bis zu den subpolaren Gewässern. Die einzelnen Familien besiedeln dabei sehr unterschiedliche Habitate. Tropische Fühlerfische (Antennariidae) leben bevorzugt in Korallenriffen, auf Schwämmen und zwischen Algenbeständen in Tiefen von 1 bis 100 Metern. Der europäische Seeteufel (Lophius piscatorius) bewohnt sandige und schlammige Böden des Nordostatlantiks und des Mittelmeers in Tiefen von 20 bis 1.000 Metern.

Die artenreichste Gruppe stellen die Tiefsee-Anglerfische dar, die in der bathypelagischen und abyssopelagischen Zone leben. Familien wie die Ceratiidae, Melanocetidae und Himantolophidae sind an Tiefen von 1.000 bis über 4.000 Metern angepasst. Ihr Biotop zeichnet sich durch vollständige Dunkelheit, hohen Wasserdruck und niedrige Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt aus.

Ernährung

Anglerfische sind ausnahmslos Raubfische, die als Lauerjäger agieren. Ihre Jagdstrategie basiert auf Tarnung und dem Einsatz des Illiciums als Lockapparat. Die Angel wird rhythmisch bewegt, sodass das Esca die Bewegung eines Wurms, einer Garnele oder eines kleinen Fisches imitiert. Nähert sich ein Beutetier, kann der Anglerfisch sein Maul innerhalb von Millisekunden aufreißen – dieser Saugschnapper gehört zu den schnellsten Bewegungen im Tierreich. Durch den dabei entstehenden Unterdruck wird die Beute regelrecht eingesaugt.

Das Beutespektrum umfasst Fische, Krebstiere, Kopffüßer und im Falle größerer Arten wie dem Seeteufel gelegentlich auch Seevögel. Anglerfische können Beutetiere verschlingen, die annähernd so groß sind wie sie selbst, da Magen und Körperwand extrem dehnbar sind. Diese Fähigkeit ist in der Tiefsee von hohem Überlebensvorteil, da Nahrungsbegegnungen selten und unvorhersehbar auftreten.

Verhalten & Lebensweise

Anglerfische sind überwiegend solitär lebende Tiere, die kein Revier im klassischen Sinne verteidigen, aber ortstreue Aufenthaltsmuster zeigen. Bodenlebende Arten wie die Fühlerfische verharren oft tagelang bewegungslos auf dem Substrat und wechseln ihren Standort nur bei Nahrungsmangel oder Störung. Die Fortbewegung erfolgt bei vielen Arten kriechend auf den armartigen Brustflossen – ein im Vergleich zu freischwimmenden Fischen ungewöhnliches Lokomotionsmuster.

Tiefsee-Anglerfische sind pelagisch lebende Formen, die passiv in der Wassersäule treiben und durch ihren stark reduzierten Knochenbau, die gallertartige Muskulatur und das Fehlen einer Schwimmblase annähernd neutralen Auftrieb erreichen. So sparen sie in ihrem nahrungsarmen Habitat Energie. Die meisten Arten zeigen keine ausgeprägten Tag-Nacht-Rhythmen, da in ihrem Lebensraum ohnehin kein Licht herrscht.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzungsbiologie der Anglerfische variiert stark zwischen den Familien. Bei vielen Flachwasserarten wie den Antennariidae legen die Weibchen Laichbänder oder gallertartige Eimassen ab, die frei im Wasser treiben. Ein solches Band kann über 100.000 Eier enthalten. Brutpflege findet in der Regel nicht statt; die Larven schlüpfen nach wenigen Tagen und leben zunächst planktisch, bevor sie mit zunehmender Größe zum Bodenleben übergehen.

Die Tiefsee-Anglerfische haben eine der außergewöhnlichsten Fortpflanzungsstrategien im gesamten Tierreich entwickelt: den sexuellen Parasitismus. Bei Arten der Familien Ceratiidae und Linophrynidae sind die