Falterfisch
FTierart – Fische > Meerwasserfische – Aquarium
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Chaetodontidae (Familie)
- Ordnung: Barschverwandte (Perciformes)
- Familie: Falterfische (Chaetodontidae)
- Gattungen: ca. 12, darunter Chaetodon, Chelmon, Forcipiger, Heniochus
- Artenzahl: etwa 130 beschriebene Arten
- Lebensraum: Korallenriffe, Felsriffe und Lagunen tropischer und subtropischer Meere
- Größe: 12–30 cm je nach Art, einzelne Arten bis 30 cm Gesamtlänge
- Gewicht: 50–500 g
- Lebenserwartung: 5–10 Jahre in freier Natur, in Aquarienhaltung bei guter Pflege bis 15 Jahre
Aussehen & Merkmale
Falterfische gehören zu den auffälligsten Erscheinungen tropischer Korallenriffe. Ihr Körper ist stark seitlich abgeflacht und annähernd scheibenförmig – eine Gestalt, die ihnen erlaubt, sich mühelos durch enge Spalten und Verzweigungen im Riffgestein zu manövrieren. Die Schuppen sind ctenoid, also am Hinterrand fein gezähnt, und verleihen der Körperoberfläche eine leicht raue Textur.
Das namensgebende Merkmal der Familie ist das auffällige, oft kontrastreiche Farbmuster, das an die Flügelmuster von Schmetterlingen erinnert. Im Englischen werden sie daher als „Butterflyfish" bezeichnet. Viele Arten tragen vertikale oder diagonale Streifenmuster in Gelb, Weiß, Orange und Schwarz. Ein charakteristisches Merkmal zahlreicher Chaetodon-Arten ist ein dunkler Augenfleck (Ocellus) am hinteren Körperabschnitt oder auf der Rückenflosse. Dieser Fleck täuscht Fressfeinden eine falsche Kopfposition vor und lenkt Angriffe vom tatsächlichen Kopf ab.
Die Schnauze vieler Falterfische ist verlängert und spitz zulaufend. Besonders ausgeprägt ist dieses Merkmal bei der Gattung Forcipiger, deren extrem lang ausgezogenes Maul wie eine Pinzette geformt ist – daher der deutsche Name Pinzettfisch. Die Rückenflosse ist durchgehend und nicht in zwei Teile gegliedert. Der Hartstrahlenteil geht ohne Einschnitt in den weichstrahligen Abschnitt über.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Falterfische erstreckt sich über sämtliche tropischen und subtropischen Meeresregionen. Der Schwerpunkt der Artenvielfalt liegt im Indopazifik, insbesondere im sogenannten Korallendreieck zwischen den Philippinen, Indonesien und Papua-Neuguinea. Dort kommen über 90 der rund 130 Arten vor. Im Atlantik und im östlichen Pazifik ist die Artenzahl deutlich geringer; hier finden sich etwa 15 Arten.
Das bevorzugte Habitat sind intakte Korallenriffe in Tiefen zwischen 1 und 30 Metern, obwohl einzelne Arten auch in Tiefen bis 200 Meter nachgewiesen wurden. Einige Arten wie der Masken-Falterfisch (Chaetodon semilarvatus) sind eng an bestimmte Rifftypen gebunden, während andere wie der Fähnchen-Falterfisch (Heniochus acuminatus) auch über Felsriffen, in Lagunen oder an Hafenmolen anzutreffen sind. Die enge Bindung vieler Arten an lebende Steinkorallen macht sie zu zuverlässigen Bioindikatoren für den Gesundheitszustand eines Riffs.
Ernährung
Die Ernährung der Falterfische ist vielfältig und artabhängig. Grundsätzlich lassen sich drei Ernährungstypen unterscheiden: obligate Korallivore, fakultative Korallivore und Generalisten. Obligate Korallivore wie der Baroness-Falterfisch (Chaetodon baronessa) ernähren sich fast ausschließlich von Korallenpolypen und dem Schleim lebender Steinkorallen. Fakultativ korallivore Arten ergänzen ihre Diät mit kleinen Wirbellosen, Algenaufwuchs und Fischlaich. Generalisten wie Heniochus diphreutes fressen überwiegend Zooplankton, das sie aus der Wassersäule über dem Riff aufnehmen.
In der Aquarienhaltung stellt die Ernährung obligat korallivorer Arten eine erhebliche Herausforderung dar. Diese Arten lassen sich häufig nicht an Ersatzfutter gewöhnen und gelten daher als nicht haltbar im Heimaquarium. Generalisten und fakultative Korallivore nehmen dagegen nach einer Eingewöhnungsphase in der Regel Frost- und Trockenfutter an.
Verhalten & Lebensweise
Falterfische sind überwiegend tagaktiv. Mit Einbruch der Dämmerung ziehen sich die meisten Arten in Höhlen und Spalten des Riffs zurück. Dabei nehmen einige Arten eine deutlich dunklere Nachtfärbung an, die sich von der Tagesfärbung klar unterscheidet.
Viele Arten leben in stabilen, monogamen Paarbeziehungen, die über mehrere Jahre bestehen können. Die Partner verteidigen gemeinsam ein festes Revier, das sie gegen artgleiche Eindringlinge und andere korallivore Konkurrenten abgrenzen. Territoriale Auseinandersetzungen werden durch Drohgebärden, paralleles Schwimmen und gelegentliche kurze Rammstöße ausgetragen. Einige Arten, etwa der Wimpelfisch (Heniochus acuminatus), bilden dagegen lockere Schwärme, die gemeinsam über dem Riff nach Plankton jagen.
Im Aquarium zeigen Falterfische ein ausgeprägtes Revierverhalten. Die Vergesellschaftung mehrerer Arten erfordert ausreichend Raum und Rückzugsmöglichkeiten. Becken unter 500 Litern sind für die meisten Arten nicht geeignet.
Fortpflanzung & Aufzucht
Falterfische sind freilaichende Fische. Die Balz findet typischerweise in der Abenddämmerung statt. Das Paar steigt gemeinsam in die Wassersäule auf, wobei beide Tiere eng nebeneinander schwimmen. Am höchsten Punkt des Aufstiegs werden