Antennenwels
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Ancistrus sp. (häufigste Aquarienart: Ancistrus cf. cirrhosus)
- Ordnung: Welsartige (Siluriformes)
- Familie: Harnischwelse (Loricariidae)
- Unterfamilie: Ancistrinae
- Gattung: Ancistrus
- Lebensraum: Süßgewässer Süd- und Mittelamerikas
- Größe: 8–15 cm (je nach Art)
- Gewicht: 20–80 g
- Lebenserwartung: 8–15 Jahre bei guter Haltung
Aussehen und Merkmale
Der Antennenwels gehört zur artenreichen Familie der Harnischwelse und zeichnet sich durch einen abgeflachten, gedrungenen Körperbau aus. Sein gesamter Rumpf ist mit knöchernen Platten bedeckt, die wie ein Kettenpanzer angeordnet sind und dem Tier einen wirksamen Schutz gegen Fressfeinde bieten. Die Grundfärbung variiert je nach Art und Herkunft zwischen dunkelbraun, grau und schwarz, häufig durchsetzt von hellen Punkten oder unregelmäßigen Flecken. Daneben existieren gezüchtete Farbvarianten wie der Albino-Antennenwels mit gelblich-weißem Körper und roten Augen oder der sogenannte „Blue-Eye Lemon", der eine leuchtend gelbe Färbung aufweist.
Das auffälligste Merkmal der Gattung Ancistrus sind die namensgebenden Tentakel auf der Schnauze, die bei geschlechtsreifen Männchen besonders stark ausgeprägt sind. Diese verzweigten, geweihartigen Hautauswüchse können bei älteren Männchen bis auf die Stirn reichen. Weibchen besitzen allenfalls kurze, unverzweigte Ansätze am Schnauzenrand. Das unterständige Saugmaul ist mit feinen, hornigen Zähnchen besetzt, die es dem Tier ermöglichen, Aufwuchs von harten Oberflächen abzuraspeln. Die Brustflossen tragen kräftige, bestachelte Strahlen, die bei unsachgemäßem Hantieren in Netzmaschen oder der Haut des Halters hängen bleiben können.
Lebensraum und Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Gattung Ancistrus erstreckt sich über weite Teile Süd- und Mittelamerikas. Verschiedene Arten besiedeln Flusssysteme vom Amazonasbecken über den Orinoco bis nach Panama. Ihr bevorzugtes Biotop sind schnell fließende, sauerstoffreiche Gewässerabschnitte mit steinigem oder kiesigem Untergrund, Totholz und dichter Ufervegetation. In diesen Habitaten finden die Tiere Unterschlupfmöglichkeiten in Spalten, unter Wurzeln und zwischen Steinen.
Die Wasserparameter in den Herkunftsgebieten sind je nach Art unterschiedlich: Viele Populationen leben in weichem, leicht saurem Wasser mit pH-Werten zwischen 5,5 und 7,5 und Temperaturen von 22 bis 28 °C. Durch gezielte Zucht über viele Generationen haben sich die im Handel erhältlichen Antennenwelse jedoch an ein breites Spektrum von Wasserwerten angepasst und gelten als anspruchslos.
Ernährung
Antennenwelse sind vorwiegend Aufwuchsfresser und Pflanzenfresser mit omnivorenTendenzen. Mit ihrem Saugmaul weiden sie Algenbeläge, Biofilme und Mikroorganismen von Steinen, Holz und Glasscheiben ab. Einen erheblichen Anteil ihrer Nahrung macht zudem Holz aus, das sie mit den Raspelzähnen bearbeiten – insbesondere weiches Treibholz dient als Ballaststoffquelle und scheint für eine gesunde Verdauung unverzichtbar zu sein.
Im Aquarium sollte die Ernährung abwechslungsreich gestaltet werden. Neben den natürlich vorkommenden Algen sind überbrühte Gemüsescheiben wie Zucchini, Gurke, Paprika und Spinat geeignete Futtermittel. Ergänzend nehmen Antennenwelse handelsübliche Welstabletten, Spirulina-Tabs und gelegentlich auch proteinreiche Kost wie Frostfutter (Mückenlarven, Artemia) an. Das Angebot einer Moorkienwurzel oder eines anderen Weichholzstücks im Becken ist dringend zu empfehlen, da es die Verdauung fördert.
Verhalten und Lebensweise
Der Antennenwels ist überwiegend nachtaktiv und dämmerungsaktiv. Tagsüber zieht er sich in Höhlen, unter Wurzeln oder in andere Verstecke zurück und wird erst bei nachlassender Beleuchtung aktiv. Dann durchstreift er sein Revier auf der Suche nach Nahrung. Männchen zeigen ausgeprägtes Territorialverhalten und verteidigen ihre Höhle gegen Artgenossen und andere Bodenbewohner. Bei der Revierverteidigung spreizen sie Kiemendeckeldornen und Brustflossenstacheln ab, um sich optisch zu vergrößern.
Gegenüber artfremden Fischen verhalten sich Antennenwelse in der Regel friedlich und eignen sich daher gut als Beifische in Gesellschaftsaquarien. Allerdings können zwei oder mehr Männchen in zu kleinen Becken heftige Auseinandersetzungen führen, die zu Verletzungen an den Tentakeln und Flossen führen. Ein Aquarium für eine kleine Gruppe sollte daher mindestens 80 bis 100 Liter fassen und ausreichend Höhlen bieten – idealerweise mehr Versteckplätze als Tiere vorhanden sind.
Fortpflanzung und Aufzucht
Die Fortpflanzung des Antennenwelses ist im Aquarium vergleichsweise leicht zu realisieren, weshalb die Art zu den am häufigsten nachgezüchteten Welsen gehört. Die Balz wird vom Männchen eingeleitet, das eine geeignete Höhle vorbereitet und durch Fächeln mit den Flossen Duftstoffe verbreitet, um ein Weibchen anzulocken. Das Weibchen legt zwischen 30 und 200 große, orangefarbene Eier in Trauben an die Höhlendecke.
Nach der Eiablage übernimmt ausschließlich das Männchen die Brutpflege. Es bewacht das Gelege, befächelt die Eier zur Sauerstoffversorgung und entfernt verpilzte oder unbefruchtete Exemplare. Nach etwa f