Bärbling
BTierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Rasbora (Gattung), zahlreiche Arten, z. B. Keilfleckbärbling (Trigonostigma heteromorpha)
- Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
- Familie: Karpfenfische (Cyprinidae), teils Danionidae
- Lebensraum: Süßgewässer Süd- und Südostasiens, vereinzelt Afrikas
- Größe: je nach Art 2–15 cm
- Gewicht: wenige Gramm (artabhängig)
- Lebenserwartung: 3–8 Jahre, abhängig von Art und Haltungsbedingungen
Aussehen & Merkmale
Unter dem deutschen Trivialnamen „Bärbling" werden zahlreiche kleinbleibende Cypriniden zusammengefasst, die taxonomisch unterschiedlichen Gattungen angehören – darunter Rasbora, Trigonostigma, Boraras, Danio und Devario. Gemeinsam ist ihnen ein schlanker, seitlich leicht abgeflachter Körperbau mit relativ großen Augen und einer endständigen oder leicht oberständigen Mundöffnung. Die Schuppen sind klein bis mittelgroß, dünn und cycloid, was den Fischen ein glattes, oft schimmerndes Erscheinungsbild verleiht.
Die Färbung variiert stark zwischen den Arten. Der Keilfleckbärbling (Trigonostigma heteromorpha) trägt ein silbrig-rosafarbenes Grundkleid mit einem markanten blauschwarzen, keilförmigen Fleck auf der hinteren Körperhälfte. Der Zebrabärbling (Danio rerio) zeigt dagegen horizontale dunkelblau-silberne Längsstreifen, die sich bis in die Schwanzflosse erstrecken. Zwergbärblinge der Gattung Boraras erreichen teils nur 1,5–2 cm Gesamtlänge und zählen damit zu den kleinsten Süßwasserfischen überhaupt. Alle Bärblingsarten besitzen eine einzige Rückenflosse ohne Hartstrahlen, eine gegabelte Schwanzflosse und – wie für Karpfenartige typisch – keine echten Zähne im Maul, dafür aber Schlundzähne am fünften Kiemenbogen.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Bärblinge erstreckt sich vorwiegend über Süd- und Südostasien. Schwerpunktregionen sind die Malaiische Halbinsel, Sumatra, Borneo, Thailand, Myanmar und der indische Subkontinent. Einige Arten der Gattung Rasbora kommen auch in Südchina vor, einzelne afrikanische Vertreter werden gelegentlich ebenfalls als Bärblinge geführt.
Die bevorzugten Habitate sind langsam fließende oder stehende Gewässer: Waldtümpel, Schwarzwasserbäche, überflutete Torfmoorgebiete, Reisfelder und die Uferzonen größerer Flüsse. Viele Arten leben in huminsäurereichen Gewässern mit niedrigem pH-Wert (4,0–6,5) und sehr geringer Karbonathärte. Das Wasser ist dort oft bernsteinfarben bis dunkelbraun und arm an Mineralstoffen. Andere Arten, etwa der Zebrabärbling, besiedeln dagegen klarere Fließgewässer mit moderater Strömung und kommen mit einem breiteren Spektrum an Wasserparametern zurecht.
Ernährung
Bärblinge sind Allesfresser mit Schwerpunkt auf tierischer Nahrung. In der Natur ernähren sie sich von kleinen Insektenlarven, Mückenlarven, Kleinkrebsen (Copepoden, Cladoceren), Würmern und Algenaufwuchs. Sie nehmen Nahrung überwiegend von der Wasseroberfläche oder aus dem freien Wasser auf, seltener vom Bodengrund.
Im Aquarium nehmen sie handelsübliches Flockenfutter, Granulatfutter und Frostfutter (Artemia, Cyclops, Daphnia) an. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit regelmäßigen Gaben von Lebend- oder Frostfutter fördert die Farbintensität und die Laichbereitschaft. Bei sehr kleinen Arten wie Boraras brigittae oder Boraras maculatus muss die Futtergröße entsprechend angepasst werden – hier eignen sich Staubfutter, frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien oder Mikrowürmchen.
Verhalten & Lebensweise
Die meisten Bärblinge sind ausgeprägte Schwarmfische, die in Gruppen von mehreren Dutzend bis mehreren Hundert Individuen leben. Im Aquarium sollten sie in Gruppen von mindestens acht bis zehn Tieren gehalten werden, um ihr natürliches Sozialverhalten zu ermöglichen. Einzeln oder zu zweit gehaltene Bärblinge zeigen Stressverhalten, verblassen farblich und neigen zu Krankheitsanfälligkeit.
Die Tiere sind überwiegend tagaktiv und halten sich bevorzugt in den mittleren und oberen Wasserschichten auf. Sie schwimmen ausdauernd, aber nicht hektisch, und zeigen im Schwarm typische synchrone Bewegungsmuster. Gegenüber anderen Fischarten verhalten sich Bärblinge friedlich und eignen sich daher gut für Gesellschaftsbecken mit anderen ruhigen Kleinfischen, Garnelen und Schnecken. Ein Revierverhalten im eigentlichen Sinne fehlt; innerhalb des Schwarms gibt es jedoch eine lose Rangordnung, die sich durch gelegentliches Imponierverhalten der Männchen äußert.
Fortpflanzung & Aufzucht
Bärblinge sind Freilaicher. Je nach Art werden die Eier an die Unterseite breitblättriger Wasserpflanzen (typisch für Trigonostigma-Arten), zwischen feinfiedrige Pflanzen oder frei ins Wasser abgegeben. Ein echtes Brutpflegeverhalten fehlt. Die Elterntiere neigen dazu, Laich und Jungfische zu fressen, weshalb in der Aquarienzucht Laichgitter oder separate Aufzuchtbecken eingesetzt werden.
Die Balz besteht bei vielen Arten aus einem Umkreisen des Weibchens durch das Männchen, begleitet von intensiver Färbung und Flossenspreizen. Beim Keilfleckbärbling presst das Paar in einer charakteristischen Rück