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Buntbarsch

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Familie Cichlidae
  • Ordnung: Cichliformes (früher den Barschartigen, Perciformes, zugeordnet)
  • Familie: Cichlidae (Buntbarsche)
  • Anzahl der Arten: über 1.700 beschriebene Arten, Schätzungen gehen von bis zu 3.000 Arten aus
  • Lebensraum: Süßgewässer, vereinzelt Brackwasser; Schwerpunkt in Afrika, Mittel- und Südamerika, wenige Arten in Südasien
  • Größe: je nach Art 3 cm (z. B. Neolamprologus multifasciatus) bis über 80 cm (z. B. Boulengerochromis microlepis)
  • Gewicht: wenige Gramm bis mehrere Kilogramm
  • Lebenserwartung: artabhängig 3–20 Jahre, in Aquarienhaltung bei guter Pflege teils darüber

Aussehen & Merkmale

Buntbarsche bilden eine der artenreichsten Fischfamilien überhaupt. Ihr Körperbau variiert entsprechend stark: Es gibt hochrückige, seitlich abgeflachte Formen ebenso wie langgestreckte, torpedoförmige Arten. Gemeinsam ist allen Cichliden ein zusammenhängendes Seitenlinienorgan, das in einen vorderen und einen hinteren Abschnitt unterteilt ist – ein diagnostisches Merkmal der Familie. Die Schuppen sind in der Regel ktenoid, also am Hinterrand fein gezähnt, was der Körperoberfläche eine leicht raue Textur verleiht.

Die Rückenflosse ist lang und ungeteilt, wobei der vordere Teil aus harten Stachelstrahlen und der hintere aus weichen Gliederstrahlen besteht. Im Rachenraum sitzen sogenannte Pharyngealia – Schlundzähne, die als zweiter Kieferapparat funktionieren und je nach Ernährungsweise unterschiedlich geformt sind. Die Färbung reicht von unscheinbarem Graubraun bei einigen südamerikanischen Erdfressern (Geophaginae) bis hin zu intensiven Blau-, Gelb- und Rottönen, wie sie bei den Mbunas des Malawisees auftreten. Viele Arten zeigen einen ausgeprägten Sexualdimorphismus: Männchen sind häufig kräftiger gefärbt und entwickeln zur Laichzeit verstärkte Farbmuster.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Buntbarsche erstreckt sich über drei Kontinente. Der Großteil der Arten lebt in Afrika, wo die ostafrikanischen Grabenseen – Malawisee, Tanganjikasee und Victoriasee – als Hotspots der Artenvielfalt gelten. Allein im Malawisee sind über 800 Cichlidenarten nachgewiesen, von denen die meisten endemisch sind. In Mittel- und Südamerika besiedeln Buntbarsche ein breites Spektrum an Habitaten: von strömungsreichen Flüssen des Amazonasbeckens über stehende Gewässer bis hin zu überfluteten Wäldern (Igapó und Várzea). In Südasien kommen lediglich wenige Gattungen vor, darunter Etroplus in Indien und Sri Lanka.

Die bevorzugten Biotope sind ebenso vielfältig wie die Artenzahl. Manche Cichliden leben im freien Wasser über Sandflächen, andere besiedeln Felsriffe, Pflanzendickichte oder Muschelschalen am Gewässergrund. Die Wasserchemie variiert je nach Herkunft erheblich: Malawisee-Cichliden bevorzugen hartes, alkalisches Wasser mit pH-Werten um 7,5–8,5, während viele Amazonas-Arten weiches, saures Wasser mit pH-Werten unter 6 bewohnen.

Ernährung

Die Familie Cichlidae zeigt eine außerordentliche Bandbreite an Ernährungsstrategien, die eng mit der Evolution ihrer Kiefer- und Schlundzahnmorphologie zusammenhängt. Es gibt Algenweidegänger, die mit speziell geformten Zähnen Aufwuchs von Felsen abraspeln (z. B. Labeotropheus), Planktonfresser mit feinen Kiemenreusendornen, räuberische Arten, die andere Fische oder Wirbellose erbeuten, sowie hochspezialisierte Formen wie Schuppen- oder Augenfresser (Plecodus, Dimidiochromis compressiceps). Südamerikanische Erdfresser der Gattung Geophagus nehmen Sand ins Maul und filtern darin enthaltene Kleinstlebewesen heraus.

In der Aquarienhaltung sollte die Ernährung der natürlichen Nahrung möglichst nahekommen. Pflanzliche Kost – etwa Spirulina-basiertes Flockenfutter – eignet sich für herbivore Mbuna-Arten, während carnivore Cichliden Frostfutter wie Mysis, Artemia oder Krill benötigen. Eine einseitige Fütterung kann bei vielen Arten zu Verdauungsproblemen und der sogenannten Malawi-Bloat-Erkrankung führen.

Verhalten & Lebensweise

Buntbarsche gehören zu den verhaltensbiologisch am besten untersuchten Süßwasserfischen. Die meisten Arten sind tagaktiv und zeigen ein stark ausgeprägtes Revierverhalten. Territorien werden gegen Artgenossen und andere Fische durch Drohgebärden verteidigt: Kiemendeckel werden gespreizt, der Körper wird seitlich aufgestellt und die Farben intensivieren sich. Bei vielen Arten kommt es zu ritualisierten Maulkämpfen, bei denen sich die Kontrahenten an den Lippen fassen und gegenseitig zu schieben versuchen.

Das Sozialverhalten reicht von strikter Einzelgängerei über lockere Gruppenverbände bis hin zu komplexen sozialen Hierarchien. Im Tanganjikasee bilden manche Arten wie Neolamprologus pulcher kooperative Brutgemeinschaften, in denen untergeordnete Individuen bei der Aufzucht der Jungfische helfen – ein Verhalten, das als kooperatives Brüten bezeichnet wird und bei Fischen sehr selten vorkommt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzungsbiologie der Buntbarsche ist außergewöhnlich vielfältig und ein wesentlicher Grund für das wissenschaftliche Interesse an dieser Fischfamilie. Grundsätzlich werden zwei Hauptstrategien unterschieden: