Betta
BTierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Betta Bleeker, 1850 (Gattung); bekannteste Art: Betta splendens Regan, 1910
- Ordnung: Anabantiformes (Kletterfischartige)
- Familie: Osphronemidae (Großguramis)
- Unterfamilie: Macropodusinae
- Gattung: Betta (über 70 beschriebene Arten)
- Lebensraum: Stehende und langsam fließende Süßgewässer Südostasiens
- Größe: 4–7 cm (Wildform); Zuchtformen bis 8 cm Körperlänge, teilweise deutlich längere Flossen
- Gewicht: ca. 2–5 g
- Lebenserwartung: 2–5 Jahre, in guter Haltung gelegentlich länger
Aussehen & Merkmale
Die Wildform von Betta splendens – im Deutschen als Siamesischer Kampffisch bezeichnet – besitzt einen gestreckten, seitlich leicht abgeflachten Körper mit relativ kurzen Flossen. Die Grundfärbung ist ein unscheinbares Braun bis Graugrün mit metallisch schimmernden Schuppen und gelegentlichen roten oder blauen Farbreflexen an den Flossen. Die Zuchtformen unterscheiden sich von der Wildform erheblich: Durch jahrzehntelange Selektion entstanden Varianten mit extrem verlängerten Rücken-, After- und Schwanzflossen sowie einer enormen Farbvielfalt, die von Reinweiß über Rot, Blau, Türkis und Schwarz bis hin zu mehrfarbigen Mustern reicht. Bekannte Flossenformen tragen Bezeichnungen wie Halfmoon, Crowntail, Veiltail oder Plakat.
Wie alle Vertreter der Unterordnung Anabantoidei besitzen Bettas ein Labyrinthorgan, eine zusätzliche Atemstruktur oberhalb der Kiemen. Es besteht aus stark durchbluteten, gefalteten Knochenlamellen und ermöglicht die Aufnahme von atmosphärischem Sauerstoff direkt an der Wasseroberfläche. Dieses Merkmal ist eine Anpassung an sauerstoffarme Gewässer und unterscheidet die Labyrinthfische grundlegend von den meisten übrigen Süßwasserfischen.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Gattung Betta erstreckt sich über Südostasien – von Thailand, Kambodscha, Vietnam und Laos über die Malaiische Halbinsel bis nach Sumatra, Borneo und Java. Betta splendens stammt ursprünglich aus dem Einzugsgebiet des Mekong und des Chao Phraya in Thailand und Kambodscha.
Typische Habitate sind flache, stehende oder sehr langsam fließende Gewässer: Reisfelder, Überschwemmungsflächen, Sumpfgebiete, Gräben und kleine Tümpel. Diese Biotope zeichnen sich durch warme Temperaturen (24–30 °C), weiches bis mittelhartes Wasser, niedrigen pH-Wert (5,5–7,5) und häufig geringen Sauerstoffgehalt aus. Die dichte Ufervegetation und Schwimmpflanzen bieten Deckung und strukturieren den Lebensraum.
Durch den internationalen Aquarienhandel und absichtliche Freisetzungen haben sich verwilderte Populationen von Betta splendens inzwischen auch außerhalb des ursprünglichen Verbreitungsgebiets etabliert, etwa in Teilen Australiens, Brasiliens und der südlichen USA.
Ernährung
Betta-Arten sind überwiegend karnivor. In der Natur ernähren sie sich von kleinen Insektenlarven – insbesondere Mückenlarven –, Zooplankton, winzigen Krebstieren und anderen Wirbellosen, die sie an der Wasseroberfläche oder im Freiwasser erbeuten. Pflanzliche Kost spielt eine untergeordnete Rolle.
In der Aquarienhaltung eignen sich hochwertiges Granulat- oder Flockenfutter mit hohem Proteinanteil als Grundnahrung, ergänzt durch regelmäßige Gaben von Lebend- oder Frostfutter wie Artemia-Nauplien, Daphnien, Mückenlarven oder Tubifex. Eine abwechslungsreiche Fütterung unterstützt die Farbintensität und Vitalität der Tiere. Überfütterung sollte vermieden werden, da Bettas zu Verfettung neigen – ein bis zwei kleine Portionen pro Tag sind ausreichend.
Verhalten & Lebensweise
Siamesische Kampffische verdanken ihren Namen der ausgeprägten innerartlichen Aggression der Männchen. In der Natur verteidigen geschlechtsreife Männchen ein Revier, das sie gegen Rivalen durch Drohgebärden abgrenzen: Sie spreizen die Kiemendeckel, stellen die Flossen auf und intensivieren ihre Körperfarbe. Erst wenn keiner der Kontrahenten weicht, kommt es zu direkten Auseinandersetzungen mit Bissen und Rammstößen. Aufgrund dieses Verhaltens dürfen männliche Betta splendens im Aquarium nicht gemeinsam in einem Becken gehalten werden, sofern dieses nicht sehr groß und strukturreich ist.
Weibchen sind untereinander deutlich verträglicher und können in kleinen Gruppen gepflegt werden, bilden dabei aber ebenfalls eine Rangordnung. Gegenüber artfremden, ruhigen Fischen verhalten sich Bettas in der Regel neutral, sofern diese keine langen, farbigen Flossen aufweisen, die als Rivale fehlgedeutet werden könnten.
Die Tiere sind vorwiegend tagaktiv. Sie halten sich bevorzugt in den oberen Wasserschichten auf und suchen regelmäßig die Oberfläche auf, um über das Labyrinthorgan Luft zu atmen. Zwischen den Aktivitätsphasen ruhen sie gerne auf breiten Blättern oder in Verstecken nahe der Wasseroberfläche.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die meisten Betta-Arten – darunter B. splendens – sind Schaumnestbauer. Das Männchen errichtet an der Wasseroberfläche ein Nest aus Luftblasen, die es mit Speichel stabilisiert. Schwimmpflanzen oder andere Oberflächenstrukturen dienen dabei als Verankerung. Ist das