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Assel

A

Tierart – Wirbellose > Krebstiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Oniscidea (Unterordnung der Landasseln); Isopoda (Ordnung der Asseln insgesamt)
  • Ordnung: Isopoda (Gleichfüßer)
  • Überordnung: Peracarida (Ranzenkrebse)
  • Klasse: Malacostraca (Höhere Krebse)
  • Familien (Auswahl): Oniscidae (Mauerasseln), Armadillidiidae (Rollasseln), Porcellionidae (Kellerasseln), Asellidae (Wasserasseln)
  • Lebensraum: Feuchtbiotope an Land, Süßgewässer, Meere – je nach Art
  • Größe: 2 mm bis über 36 cm (Riesentiefseeassel Bathynomus giganteus)
  • Gewicht: Wenige Milligramm bis ca. 1,7 kg bei marinen Großformen
  • Lebenserwartung: 1–5 Jahre (Landasseln), marine Arten teils deutlich länger

Aussehen & Merkmale

Asseln besitzen einen dorsoventral abgeflachten Körper, der in drei Abschnitte gegliedert ist: Cephalon (Kopf), Pereon (Rumpf mit sieben freien Segmenten) und Pleon (Hinterleib mit sechs Segmenten sowie einem terminalen Telson). Jedes Pereonsegment trägt ein Paar gleichartig gebauter Schreitbeine – daher der Ordnungsname Isopoda, wörtlich „Gleichfüßer". Im Gegensatz zu den seitlich abgeflachten Flohkrebsen (Amphipoda) wirken Asseln von oben betrachtet oval bis länglich.

Die Körperoberfläche besteht aus einem chitinösen Exoskelett, das bei vielen Landarten zusätzlich mit Kalkeinlagerungen verstärkt ist. Die Färbung reicht von grau über braun bis schieferfarben; einige tropische Arten zeigen gelbe oder orange Muster. Am Kopf sitzen zwei Antennenpaare, wobei die erste Antenne bei Landasseln stark reduziert ist. Die zusammengesetzten Facettenaugen sind bei oberirdisch lebenden Arten gut entwickelt, bei Höhlenformen dagegen oft rückgebildet.

Die Pleopoden am Hinterleib dienen der Atmung. Bei Landasseln fungieren sie als sogenannte Pseudotracheen – luftgefüllte Hohlräume in den Exopoditen, die ähnlich wie Tracheen bei Insekten den Gasaustausch ermöglichen. Wasserasseln atmen hingegen über Kiemen an denselben Extremitäten.

Lebensraum & Verbreitung

Asseln bewohnen nahezu alle Lebensräume der Erde. Die Ordnung Isopoda umfasst über 10.000 beschriebene Arten, die sich auf marine, limnische und terrestrische Habitate verteilen. Die meisten Arten leben im Meer – von der Gezeitenzone bis in die Tiefsee. Süßwasserarten wie die Wasserassel (Asellus aquaticus) besiedeln stehende und langsam fließende Gewässer in Europa.

Die ökologisch vielfältigste Gruppe an Land sind die Landasseln (Oniscidea) mit rund 3.700 Arten weltweit. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Tropen bis in gemäßigte Breiten. In Mitteleuropa zählen die Kellerassel (Porcellio scaber), die Mauerassel (Oniscus asellus) und die Rollassel (Armadillidium vulgare) zu den häufigsten Vertretern. Sie bevorzugen feuchte, schattige Biotope wie Laubstreu, Totholz, Komposthaufen, Mauerritzen und Kellerräume. Die Bindung an Feuchtigkeit ist für alle Landasseln überlebenswichtig, da ihre Kiemenatmung nur bei ausreichender Luftfeuchtigkeit funktioniert.

Ernährung

Landasseln ernähren sich überwiegend saprophag, also von abgestorbenem pflanzlichem Material. Fallaub, morsche Holzfasern, Pilzmyzel und Algenbeläge bilden die Hauptnahrung. Durch ihre Fraßtätigkeit zerkleinern sie organisches Material und tragen erheblich zur Humusbildung und zum Nährstoffkreislauf im Boden bei. In dieser Funktion gelten sie als wichtige Destruenten in Waldökosystemen.

Wasserasseln fressen ebenfalls Detritus, tote Pflanzenteile und Algenaufwuchs. Marine Arten zeigen ein breiteres Nahrungsspektrum: Einige sind Aasfresser, andere parasitieren auf Fischen. Die Familie Cymothoidae etwa umfasst obligate Fischparasiten, die sich an Kiemen, Haut oder Zunge ihrer Wirte festsetzen und Blut sowie Gewebeflüssigkeit aufnehmen.

Verhalten & Lebensweise

Die meisten Landasseln sind nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich unter Steinen, Rinde, Laub oder in Erdspalten, um Austrocknung zu vermeiden. Bei Dunkelheit verlassen sie ihre Verstecke und suchen am Boden nach Nahrung. Eine ausgeprägte Feuchtigkeitspräferenz (Hygrotaxis) und eine negative Phototaxis steuern ihr Orientierungsverhalten.

Asseln leben nicht in sozialen Verbänden, aggregieren jedoch häufig in größeren Gruppen unter günstigen Mikroklimabedingungen. Diese Ansammlungen sind nicht durch soziale Interaktion, sondern durch gemeinsame Habitatpräferenzen bedingt. Die Rollassel (Armadillidium vulgare) zeigt bei Bedrohung ein charakteristisches Einrollverhalten (Volvation): Sie krümmt ihren Körper zu einer festen Kugel, wobei die gepanzerte Rückenseite nach außen weist und die empfindliche Bauchseite geschützt wird.

Fortpflanzung & Aufzucht

Asseln sind wie alle Peracarida durch eine Brutpflege im sogenannten Marsupium gekennzeichnet. Das Marsupium ist eine Bruttasche an der Bauchseite des Weibchens, gebildet aus blattartigen Anhängen (Oostegiten) der vorderen Schreitbeinpaare. Nach der Begattung legt das Weibchen die Eier in diese flüssigkeitsgefüllte Tasche, wo die gesamte Embryonalentwicklung stattfindet.

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