Bandermanguste
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Mungos mungo
- Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
- Familie: Mangusten (Herpestidae)
- Gattung: Mungos
- Lebensraum: Savannen, Waldränder und Buschland in Subsahara-Afrika
- Größe: Kopf-Rumpf-Länge 30–45 cm, Schwanzlänge 15–30 cm
- Gewicht: 1,0–2,5 kg
- Lebenserwartung: Etwa 10–12 Jahre in freier Wildbahn, bis 17 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Die Bandermanguste verdankt ihren deutschen Namen den auffälligen dunklen Querstreifen auf dem Rücken, die sich vom Schulterbereich bis zur Schwanzwurzel erstrecken. Diese Bänderung entsteht durch abwechselnd helle und dunkle Zonen im rauen, drahtigen Fell und ist bei jedem Individuum leicht unterschiedlich ausgeprägt. Die Grundfarbe des Fells variiert je nach Verbreitungsgebiet von graubraun bis olivbraun.
Der Körperbau ist gedrungen und langgestreckt mit kurzen, kräftigen Beinen. An den Vorderpfoten sitzen lange, gebogene Krallen, die hervorragend zum Graben geeignet sind. Der Kopf ist relativ klein, die Schnauze spitz zulaufend mit einer nackten, dunklen Nase. Die kleinen, runden Ohren liegen eng am Kopf an. Der Schwanz ist mittellang, zur Spitze hin verjüngt und endet in einer dunklen Färbung. Anders als bei einigen verwandten Arten wie der Zebramanguste, mit der sie gelegentlich verwechselt wird, sind die Querbänder der Bandermanguste breiter und weniger scharf abgegrenzt. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich kaum; ein Geschlechtsdimorphismus ist bei dieser Art nur minimal ausgeprägt.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Bandermanguste erstreckt sich über weite Teile Subsahara-Afrikas – von Westafrika (Gambia, Senegal, Nigeria) über Zentralafrika bis nach Ostafrika (Kenia, Tansania, Uganda) und in den Süden des Kontinents (Mosambik, Simbabwe, Südafrika). Die Art besiedelt eine Vielzahl von Habitaten, bevorzugt aber offene und halboffene Landschaften. Typische Biotope sind Baumsavannen, Buschland, Galeriewälder entlang von Flüssen sowie Waldränder. Dichte, geschlossene Regenwälder und extrem trockene Wüstengebiete werden gemieden.
Bandermangusten zeigen eine hohe Anpassungsfähigkeit und kommen zunehmend auch in der Nähe menschlicher Siedlungen vor. In ostafrikanischen Städten wie Kampala oder Mombasa nutzen sie Parks, Gärten und Hotelanlagen als Lebensraum, wo sie mitunter von Touristen gefüttert werden – ein Verhalten, das aus ökologischer Sicht kritisch zu bewerten ist, da es die natürlichen Nahrungssuchstrategien verändert.
Ernährung
Die Bandermanguste ist ein Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf tierischer Kost. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Wirbellosen: Käfer, Heuschrecken, Tausendfüßer, Schnecken, Regenwürmer und Spinnen machen den Großteil der Beute aus. Ergänzend fressen sie kleinere Wirbeltiere wie Eidechsen, Frösche und gelegentlich Mäuse sowie Vogeleier. Früchte und Beeren werden je nach Saison ebenfalls aufgenommen.
Eine charakteristische Verhaltensweise bei der Nahrungsaufnahme ist das Aufschlagen hartschaliger Beutetiere. Die Bandermanguste nimmt etwa eine Schnecke oder ein Ei in die Vorderpfoten, stellt sich auf die Hinterbeine und schleudert das Objekt mit Wucht zwischen den Hinterbeinen hindurch gegen einen Stein oder eine andere harte Oberfläche. Dieses Verhalten wird von Jungtieren durch Beobachtung und Nachahmung erlernt und gilt als Beispiel für soziales Lernen innerhalb der Gruppe.
Verhalten & Lebensweise
Bandermangusten leben in stabilen sozialen Gruppen von typischerweise 10 bis 30 Individuen, wobei Gruppen von über 70 Tieren dokumentiert sind. Diese Gruppen sind keine losen Ansammlungen, sondern hoch organisierte Verbände mit kooperativer Jungenaufzucht und gemeinsamer Revierverteidigung. Die Tiere sind überwiegend tagaktiv. Sie verlassen morgens gemeinsam den Schlafplatz – meist Termitenhügel, Felsspalten oder selbstgegrabene Erdbauten – und durchstreifen ihr Revier auf der Suche nach Nahrung.
Das Revier einer Gruppe umfasst je nach Habitatqualität zwischen 0,4 und 4 Quadratkilometer. Die Grenzen werden durch Analdrüsensekrete markiert. Begegnungen mit benachbarten Gruppen können zu heftigen Auseinandersetzungen führen, bei denen es gelegentlich zu tödlichen Verletzungen kommt. Innerhalb der Gruppe kommunizieren die Tiere über ein differenziertes Repertoire an Lautäußerungen: leise Kontaktrufe halten den Zusammenhalt beim Futtersuchen aufrecht, schrille Warnrufe signalisieren die Anwesenheit von Raubfeinden wie Greifvögeln, Schakalen oder Schlangen.
Während die Gruppe auf Nahrungssuche ist, übernehmen einzelne Tiere wiederholt die Rolle von Wächtern. Sie richten sich dabei auf den Hinterbeinen auf, um einen besseren Überblick zu gewinnen – ein Verhalten, das an Erdmännchen erinnert, die einer anderen Gattung (Suricata) innerhalb derselben Familie angehören.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung der Bandermanguste ist ungewöhnlich synchronisiert: Innerhalb einer Gruppe bringen die meisten Weibchen ihre Jungtiere nahezu zeitgleich zur Welt. Nach einer Tragzeit von rund 60 bis 70 Tagen werden pro Wurf zwei bis sechs Jungtiere geboren. Neugeborene sind nackt, blind und wiegen nur etwa 20 Gramm.
Die Aufzucht erfolgt kooperativ. Nicht nur die Mütter, sondern auch andere Gruppenmitglieder –