Genette
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Genetta (Gattung mit ca. 14–17 Arten, häufigste Art: Gewöhnliche Ginsterkatze, Genetta genetta)
- Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
- Unterordnung: Katzenartige (Feliformia)
- Familie: Schleichkatzen (Viverridae)
- Unterfamilie: Genettinae
- Lebensraum: Wälder, Savannen, Buschland, Halbwüsten, felsige Gebiete; teils auch menschliche Siedlungsnähe
- Größe: Kopf-Rumpf-Länge 40–60 cm, Schwanzlänge 40–55 cm
- Gewicht: 1–3 kg (artabhängig)
- Lebenserwartung: 8–10 Jahre in freier Wildbahn, bis 20 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Genetten sind schlanke, langgestreckte Raubtiere mit kurzen Beinen, einem spitzen Gesicht und großen, runden Augen. Ihr auffälligstes Merkmal ist das dichte, weiche Fell mit einer Grundfarbe, die von gelblich-grau bis cremefarben reicht und von dunklen Flecken oder Tupfen in Reihen überzogen ist. Das Muster erinnert oberflächlich an das Fell einer Wildkatze, weshalb die Tiere im Deutschen gelegentlich als Ginsterkatzen bezeichnet werden – obwohl sie mit den echten Katzen (Felidae) nicht näher verwandt sind.
Der Schwanz ist nahezu so lang wie der Körper und trägt abwechselnd helle und dunkle Ringel. Er dient als Balancierhilfe beim Klettern. Am Rücken verläuft bei vielen Arten ein dunkler Aalstrich aus aufrichtbaren Haaren, der bei Erregung gesträubt wird. Die Krallen der Genetten sind teilweise einziehbar – ein Merkmal, das sie mit Katzen teilen und das innerhalb der Schleichkatzen-Familie nicht bei allen Gattungen vorkommt. Die Ohren sind groß und beweglich, das Gebiss ist typisch für omnivore bis carnivor ausgerichtete Raubtiere mit scharfen Eckzähnen und schneidenden Prämolaren.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Gattung Genetta umfasst nahezu den gesamten afrikanischen Kontinent. Die meisten der rund 14 bis 17 anerkannten Arten sind in Subsahara-Afrika beheimatet. Die Gewöhnliche Ginsterkatze (Genetta genetta) bildet eine Ausnahme: Ihr Habitat erstreckt sich über Nordafrika, die Iberische Halbinsel und Teile Südfrankreichs. Sie ist damit die einzige Schleichkatzenart, die in Europa wildlebend vorkommt. Ob die europäischen Populationen natürlichen Ursprungs sind oder im Mittelalter durch den Menschen eingeführt wurden, ist unter Zoologen nach wie vor umstritten.
Genetten besiedeln ein breites Spektrum an Biotopen. Sie kommen in tropischen Regenwäldern, Trockenwäldern, Savannen, Maquis-Landschaften und sogar in der Randzone von Wüsten vor. Entscheidend ist das Vorhandensein von Deckung – sei es durch dichtes Unterholz, Felsspalten oder Baumhöhlen. Einige Arten, allen voran Genetta genetta, haben sich gut an die Nähe menschlicher Siedlungen angepasst und nutzen Dachböden, Scheunen oder Gärten als Rückzugsraum.
Ernährung
Genetten sind opportunistische Nahrungsgeneralisten mit einer Tendenz zur Fleischkost. Ihre Hauptbeute besteht aus kleinen Säugetieren wie Mäusen und Ratten, Vögeln, Eidechsen, Fröschen und Insekten. Ergänzt wird der Speiseplan durch Eier, Früchte und gelegentlich Aas. Die Zusammensetzung der Nahrung variiert je nach Jahreszeit und Verfügbarkeit des Angebots im jeweiligen Habitat. In Gebieten mit hohem Insektenaufkommen können wirbellose Tiere einen erheblichen Anteil der Nahrung ausmachen.
Genetten sind geschickte Jäger, die ihre Beute mit schnellen, gezielten Bissen überwältigen. Dabei setzen sie vor allem auf ihr ausgezeichnetes Gehör und den gut entwickelten Geruchssinn. Größere Beutetiere werden durch einen Nackenbiss getötet – eine Technik, die in ähnlicher Form auch bei Katzen und Mardern zu beobachten ist.
Verhalten & Lebensweise
Alle Genetten-Arten sind streng nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie in Baumhöhlen, dichtem Gestrüpp, Felsspalten oder verlassenen Bauten anderer Tiere. Die Aktivitätsphase beginnt mit der Dämmerung und erstreckt sich über die gesamte Nacht. Genetten sind ausgesprochene Einzelgänger. Soziale Interaktionen beschränken sich weitgehend auf die Paarungszeit und die Aufzucht der Jungtiere. Jedes Tier beansprucht ein eigenes Revier, das durch Duftmarkierungen aus den Perianaldrüsen abgegrenzt wird. Diese Drüsensekrete dienen der individuellen Erkennung und der Kommunikation zwischen den Geschlechtern.
Genetten sind hervorragende Kletterer. Ihr langer Schwanz und die teilweise einziehbaren Krallen ermöglichen ihnen geschickte Manöver in Bäumen. Sie können senkrechte Stämme erklimmen und sich kopfüber an Ästen entlangbewegen. Am Boden bewegen sie sich mit einem katzenartigen, leisen Gang. Bei Bedrohung sträuben sie die Rückenhaare und den Schwanz, um größer zu wirken, und können ein übelriechendes Sekret aus den Analdrüsen absondern.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung findet je nach Region und Art zu unterschiedlichen Zeiten statt; in tropischen Gebieten gibt es keine feste Paarungssaison. Die Tragzeit beträgt etwa 70 bis 77 Tage. Ein Wurf umfasst in der Regel ein bis vier Jungtiere, selten fünf. Die Jungen kommen blind und mit geschlossenen Ohren zur Welt, sind jedoch bereits mit kurzem, flaumigem Fell bedeckt und zeigen das typische Fleckenmuster.