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Linsang

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Tierart – Säugetiere > Raubtiere – Schleichkatzen & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Gattungen Prionodon (Asiatische Linsangs) und Poiana (Afrikanische Linsangs)
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Prionodon – Prionodontidae (Linsangs); Poiana – Viverridae (Schleichkatzen)
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder, dichte Sekundärwälder
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 30–45 cm, Schwanzlänge 25–35 cm
  • Gewicht: 0,5–1,2 kg
  • Lebenserwartung: In freier Wildbahn geschätzt 8–12 Jahre; in Gefangenschaft selten gehalten

Aussehen & Merkmale

Linsangs gehören zu den zierlichsten Raubtieren überhaupt. Ihr schlanker, langgestreckter Körper, die kurzen Beine und der auffällig lange Schwanz verleihen ihnen ein nahezu marderartiges Erscheinungsbild. Das weiche, dichte Fell zeigt eine helle Grundfärbung – von gelblich-weiß bis cremefarben – mit markanten dunklen Querstreifen oder Fleckenreihen auf Rücken und Flanken. Diese Zeichnung dient der Tarnung im lichtdurchfluteten Blätterdach tropischer Wälder.

Der Kopf ist klein und flach mit einer spitz zulaufenden Schnauze. Die Augen sind verhältnismäßig groß, was auf die vorwiegend nachtaktive Lebensweise hinweist. Asiatische Linsangs der Gattung Prionodon besitzen einziehbare Krallen, die an die von Katzen erinnern – ein Merkmal, das sie von den meisten Schleichkatzen unterscheidet. Die Pfoten sind kompakt und ermöglichen sicheres Klettern auf dünnen Ästen. Afrikanische Linsangs der Gattung Poiana ähneln den asiatischen Vertretern äußerlich stark, stehen aber taxonomisch in einer anderen Familie.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Linsangs umfasst zwei voneinander getrennte Regionen. Die asiatischen Arten – der Fleckenlinsang (Prionodon pardicolor) und der Streifenlinsang (Prionodon linsang) – bewohnen die tropischen und subtropischen Wälder Südostasiens. Ihr Habitat erstreckt sich von Nordostindien, Nepal und Südchina über Myanmar, Thailand, Vietnam, Laos und Kambodscha bis nach Malaysia, Sumatra, Java und Borneo. Sie besiedeln vorwiegend immergrüne Regenwälder, kommen aber auch in Bergwäldern bis auf Höhen von etwa 2.700 Metern vor.

Die afrikanischen Vertreter – der Westafrikanische Linsang (Poiana richardsonii) und der seltene Leighton-Linsang (Poiana leightoni) – leben in den tropischen Regenwäldern West- und Zentralafrikas, von Sierra Leone und Liberia bis in das Kongobecken. Ihr Biotop sind dichte, ungestörte Primärwälder mit ausgeprägtem Kronendach.

Alle Linsang-Arten sind eng an Waldlebensräume gebunden. Offene Landschaften und stark degradierte Flächen werden gemieden. Die Abhängigkeit von zusammenhängenden Waldflächen macht sie anfällig gegenüber Lebensraumverlust durch Abholzung.

Ernährung

Linsangs sind Fleischfresser mit einem breiten Beutespektrum. Die Nahrung besteht überwiegend aus Insekten, kleinen Wirbeltieren wie Eidechsen, Fröschen und Mäusen sowie aus Vögeln und deren Eiern. Gelegentlich werden auch Schnecken und andere wirbellose Tiere erbeutet. Der Fleckenlinsang ergänzt seinen Speiseplan zudem mit Früchten und Nektar, was unter kleinen Raubtieren keine Seltenheit ist.

Die Jagd findet größtenteils in den Bäumen statt. Linsangs pirschen sich langsam und lautlos an ihre Beute heran und schlagen dann mit einem schnellen Biss zu. Die spitzen, scharfen Zähne sind gut an das Ergreifen kleiner, flinker Beutetiere angepasst. Am Boden jagen sie seltener, nutzen aber die Bodenzone zur Nahrungssuche nach Insektenlarven und bodenlebenden Wirbellosen.

Verhalten & Lebensweise

Linsangs sind ausgesprochen nachtaktiv und verbringen den Tag schlafend in Baumhöhlen, dichtem Geäst oder verlassenen Vogelnestern. Sie führen ein einzelgängerisches Leben; Begegnungen zwischen Artgenossen außerhalb der Paarungszeit sind selten. Jedes Tier nutzt ein eigenes Revier, das durch Duftmarkierungen aus Analdrüsensekreten abgegrenzt wird.

Ihre Bewegungen in den Baumkronen sind geschmeidig und katzenartig. Der lange Schwanz dient dabei als Balancierhilfe. Asiatische Linsangs sind ausgezeichnete Kletterer, die sich mit ihren einziehbaren Krallen selbst an glatten Stämmen und dünnen Lianen sicher fortbewegen. Am Boden wirken sie dagegen eher unbeholfen und bewegen sich in einem wellenförmigen Gang.

Über das Sozialverhalten ist insgesamt wenig bekannt, da Linsangs durch ihre versteckte, nachtaktive Lebensweise schwer zu beobachten sind. Lautäußerungen scheinen sich auf leise Kontaktrufe und drohende Fauchtöne zu beschränken.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzungsbiologie der Linsangs ist nur lückenhaft erforscht. Beim Streifenlinsang werden ein bis zwei Jungtiere pro Wurf geboren, selten drei. Die Tragzeit beträgt etwa 60 bis 70 Tage. Die Jungen kommen in einer geschützten Baumhöhle oder einem selbst angelegten Nest aus Blättern und Zweigen zur Welt. Sie sind bei der Geburt blind und hilflos, öffnen nach rund zehn Tagen die Augen und werden mehrere Wochen lang gesäugt.

Das Weibchen zieht den Nachwuchs allein auf. Eine Beteiligung des Männchens an der Jungenaufzucht wurde nicht dokumentiert