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Ginsterkatze

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Tierart – Säugetiere > Raubtiere – Schleichkatzen & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Genetta genetta (Europäische Ginsterkatze / Gewöhnliche Ginsterkatze)
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Schleichkatzen (Viverridae)
  • Gattung: Ginsterkatzen (Genetta)
  • Lebensraum: Trockenwälder, Buschland, Macchie, Felslandschaften, auch in Siedlungsnähe
  • Kopf-Rumpf-Länge: 42–58 cm
  • Schwanzlänge: 39–53 cm
  • Gewicht: 1,0–2,5 kg
  • Lebenserwartung: 8–10 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 20 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Die Ginsterkatze ist trotz ihres Namens keine Katze im zoologischen Sinn, sondern gehört zur Familie der Schleichkatzen (Viverridae). Ihr Körperbau erinnert eher an einen Marder: Der Rumpf ist schlank und langgestreckt, die Beine sind kurz, und der buschige Schwanz ist nahezu so lang wie der restliche Körper. Das Fell ist kurz und dicht, hellgrau bis gelblich-grau grundiert und mit dunklen, in Längsreihen angeordneten Flecken übersät. Der Schwanz weist auffällige schwarz-weiße Ringelmuster auf. Entlang des Rückgrats verläuft ein dunkler Aalstrich, der bei Erregung als Kamm aufgestellt werden kann – ein Zeichen, das bei der Verteidigung oder bei Revierkonflikten eine Rolle spielt.

Das Gesicht ist schmal und spitz zulaufend mit großen, dunklen Augen, die an die nachtaktive Lebensweise angepasst sind. Beiderseits der Schnauze befinden sich helle und dunkle Fleckenzeichnungen, die individuell variieren und zur Unterscheidung einzelner Tiere dienen können. Die Ohren sind groß, rundlich und sehr beweglich. An den Pfoten besitzen Ginsterkatzen teils einziehbare Krallen – ein Merkmal, das sie mit echten Katzen teilen und das ihnen beim Klettern in Bäumen und Felsstrukturen zugutekommt.

Lebensraum & Verbreitung

Die Gattung Genetta umfasst rund 14 Arten, von denen die meisten auf dem afrikanischen Kontinent verbreitet sind. Die Europäische Ginsterkatze (Genetta genetta) ist die einzige Art, die auch in Europa vorkommt. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die Iberische Halbinsel, Südfrankreich sowie vereinzelt über die Balearen. In Afrika besiedelt sie weite Teile Nord-, West- und Ostafrikas. Ob die europäische Population natürlichen Ursprungs ist oder im Mittelalter durch den Menschen eingeführt wurde – etwa als halbzahmes Tier zur Nagerbekämpfung –, ist unter Zoologen weiterhin umstritten.

Als Habitat bevorzugt die Ginsterkatze Gebiete mit dichter Vegetation und ausreichend Versteckmöglichkeiten. Typische Biotope sind mediterrane Macchie, lichte Eichen- und Korkeichenwälder, Felslandschaften mit Spalten und Höhlen sowie Flussufer mit dichtem Gebüsch. In Teilen ihres Verbreitungsgebiets dringt sie auch in Olivenhaine, Weinberge und ländliche Siedlungen vor, wo sie Dachböden und Scheunen als Tagesverstecke nutzt.

Ernährung

Ginsterkatzen sind Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf tierischer Nahrung. Ihre Hauptbeute besteht aus Kleinsäugern wie Mäusen und Wühlmäusen, ergänzt durch Vögel, Eidechsen, Insekten und andere Wirbellose. Saisonal nehmen sie auch Früchte und Beeren zu sich, etwa Feigen oder Oliven. Die Zusammensetzung der Nahrung variiert stark je nach Jahreszeit und Region. In der Nähe menschlicher Siedlungen plündern Ginsterkatzen gelegentlich Geflügelställe, was ihnen dort einen zweifelhaften Ruf eingebracht hat.

Beim Beutefang setzt die Ginsterkatze auf Schleichjagd. Sie pirscht sich lautlos an ihre Beute heran und schlägt mit einem schnellen Biss zu. Ihre Anpassungsfähigkeit bei der Nahrungssuche ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Art in unterschiedlichsten Lebensräumen.

Verhalten & Lebensweise

Ginsterkatzen sind streng nachtaktiv und einzelgängerisch. Tagsüber ruhen sie in Baumhöhlen, Felsspalten, verlassenen Bauten anderer Tiere oder auf Dachböden. Mit Einbruch der Dunkelheit begeben sie sich auf Nahrungssuche, wobei sie sich bevorzugt entlang fester Routen durch ihr Revier bewegen. Die Reviergröße beträgt je nach Nahrungsangebot zwischen 0,5 und 10 Quadratkilometern. Die Tiere markieren ihr Territorium mit dem Sekret ihrer Perianaldrüsen, das an erhöhten Stellen wie Steinen oder Ästen abgesetzt wird. Zusätzlich nutzen sie Latrinen – feste Kotplätze –, die ebenfalls der Reviermarkierung dienen.

Ginsterkatzen sind hervorragende Kletterer. Ihr langer Schwanz dient als Balancierhilfe, und die teils einziehbaren Krallen ermöglichen ihnen sicheren Halt auf Ästen und Felsen. Bei Gefahr können sie blitzschnell in Bäume fliehen. Ihr Lautrepertoire umfasst Fauchen, Knurren und hohe, katzenartige Schreie, die vor allem während der Paarungszeit zu hören sind.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit der Europäischen Ginsterkatze fällt in den Zeitraum von Januar bis September, wobei regionale Unterschiede bestehen. Nach einer Tragzeit von etwa 70 Tagen bringt das Weibchen in einer geschützten Höhle oder einem Baumhöhlennest ein bis vier Jungtiere zur Welt. Die Neugeborenen wiegen rund 60–85 Gramm, sind blind und zunächst vollständig auf die Mutter angewiesen. Die Augen öffnen sich nach etwa acht bis zwölf Tagen.

Die Jungtiere werden rund zwei Monate gesäugt und