Bauchspeicheldrüse
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Definition & Überblick
Die Bauchspeicheldrüse (lat. Pancreas) ist ein parenchymatöses Drüsenorgan der Bauchhöhle, das sowohl exokrine als auch endokrine Funktionen erfüllt. Sie zählt zu den großen Anhangsdrüsen des Verdauungstraktes und liegt bei allen Haussäugetieren retroperitoneal bzw. im Bereich des Mesogastrium in unmittelbarer Nachbarschaft zum Duodenum und zum Magen. Aufgrund ihrer Doppelfunktion – Produktion von Verdauungsenzymen einerseits und Hormonen andererseits – nimmt die Bauchspeicheldrüse eine Schlüsselstellung im Stoffwechsel ein. Erkrankungen des Pankreas haben bei Haus- und Nutztieren erhebliche klinische Bedeutung.
Aufbau & Struktur
Makroskopisch wird das Pankreas bei den meisten Tierarten in drei Abschnitte gegliedert:
- Corpus pancreatis (Pankreaskörper) – der zentrale Anteil, der dorsal oder kaudal des Pylorus liegt und die Verbindungsstelle zwischen den beiden Lappen darstellt.
- Lobus pancreatis dexter (rechter Lappen) – verläuft entlang des Duodenum descendens innerhalb des Mesoduodenum und ist in der Regel der längere Schenkel.
- Lobus pancreatis sinister (linker Lappen) – erstreckt sich in Richtung Milz und linke Niere, eingebettet in das tiefe Blatt des großen Netzes (Omentum majus).
Das Organ besitzt eine gelblich-rosa bis rötliche Farbe und eine gelappte Oberfläche. Die Läppchenzeichnung ist je nach Tierart unterschiedlich stark ausgeprägt – beim Rind besonders deutlich, beim Hund eher verwaschen.
Das Ausführungsgangsystem umfasst zwei Gänge: Der Ductus pancreaticus (Wirsung-Gang) mündet am Duodenum auf der Papilla duodeni major, der akzessorische Ductus pancreaticus accessorius (Santorini-Gang) auf der Papilla duodeni minor. Welcher Gang als Hauptausführungsgang fungiert, variiert erheblich zwischen den Spezies.
Histologisch besteht das Pankreas zum überwiegenden Teil (ca. 98 %) aus exokrinem Drüsengewebe, das in Azini (seröse Endstücke) organisiert ist. Die Langerhans-Inseln (Insulae pancreaticae) bilden den endokrinen Anteil und sind inselartig in das exokrine Parenchym eingestreut. Die Inseln enthalten verschiedene Zelltypen: B-Zellen (Beta-Zellen, Insulinproduktion), A-Zellen (Alpha-Zellen, Glukagonproduktion), D-Zellen (Somatostatin) und PP-Zellen (Pankreatisches Polypeptid).
Funktion
Die exokrine Funktion des Pankreas besteht in der Produktion des Pankreassaftes (Succus pancreaticus), der täglich in erheblicher Menge sezerniert wird. Dieser enthält ein Spektrum an Verdauungsenzymen:
- Trypsinogen und Chymotrypsinogen – Vorstufen proteolytischer Enzyme, die erst im Darmlumen durch Enterokinase aktiviert werden
- Pankreaslipase – spaltet Nahrungsfette in Glycerin und Fettsäuren
- Pankreas-Amylase – baut Stärke zu Maltose ab
- Nukleasen, Elastase, Carboxypeptidasen – ergänzen die enzymatische Aufspaltung der Nahrungsbestandteile
Darüber hinaus sezernieren die Gangepithelzellen eine bikarbonatreiche Flüssigkeit, die den sauren Mageninhalt (Chymus) im Duodenum neutralisiert und so ein optimales pH-Milieu für die Enzymaktivität schafft.
Die endokrine Funktion dient der Blutzuckerregulation. Insulin senkt den Blutglukosespiegel durch Förderung der Glukoseaufnahme in die Zellen, während Glukagon als Gegenspieler die hepatische Glykogenolyse und Glukoneogenese stimuliert. Somatostatin wirkt hemmend auf die Sekretion beider Hormone und reguliert die gastrointestinale Motilität.
Unterschiede zwischen Tierarten
Die vergleichende Anatomie des Pankreas zeigt bemerkenswerte speziesspezifische Unterschiede:
- Hund (Canis familiaris): Das Pankreas ist V-förmig mit deutlich ausgebildetem rechten und linken Lappen. Der Ductus pancreaticus accessorius stellt den Hauptausführungsgang dar und mündet auf der Papilla duodeni minor. Der Ductus pancreaticus ist häufig vorhanden, kann jedoch fehlen.
- Katze (Felis catus): Der Ductus pancreaticus ist der alleinige oder dominierende Ausführungsgang und mündet gemeinsam mit dem Ductus choledochus auf der Papilla duodeni major. Diese anatomische Besonderheit erklärt die klinische Assoziation zwischen Pankreatitis, Cholangitis und entzündlicher Darmerkrankung (Triaditis).
- Pferd (Equus caballus): Das Pankreas ist relativ klein im Verhältnis zur Körpergröße und liegt am Pankreaswinkel zwischen Duodenum und Blinddarm. Der Hauptgang ist der Ductus pancreaticus, der gemeinsam mit dem Ductus choledochus auf der Papilla duodeni major mündet.
- Rind (Bos taurus): Auffällig ist die ausgeprägte Läppchenzeichnung. Der Ductus pancreaticus accessorius fehlt. Der einzige Ausführungsgang mündet getrennt vom Gallengang auf einer eigenen Papille ca. 30 cm aboral der Papilla duodeni major.
- Schwein (Sus scrofa domest