Baumsteiger
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Dendrobatidae (Familie)
- Ordnung: Froschlurche (Anura)
- Familie: Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae)
- Gattungen: u. a. Dendrobates, Phyllobates, Oophaga, Ranitomeya, Epipedobates
- Lebensraum: Tropische Regenwälder Mittel- und Südamerikas
- Größe: 1,5–6 cm (je nach Art)
- Gewicht: 1–7 g
- Lebenserwartung: 5–15 Jahre (in Gefangenschaft teils über 20 Jahre)
Aussehen & Merkmale
Baumsteigerfrösche gehören zu den farbenprächtigsten Amphibien der Erde. Ihre Haut zeigt je nach Art leuchtend blaue, gelbe, orange, rote oder grüne Färbungen, häufig in Kombination mit schwarzen Flecken, Bändern oder netzartigen Mustern. Diese auffällige Erscheinung dient als Warnfärbung (Aposematismus) und signalisiert potenziellen Fressfeinden die Giftigkeit der Tiere.
Der Körperbau ist kompakt und gedrungen, mit einem relativ großen Kopf und kurzen, kräftigen Hinterbeinen. Im Gegensatz zu vielen anderen Froschlurchen besitzen Baumsteiger keine Schwimmhäute zwischen den Zehen. Stattdessen verfügen sie über Haftscheiben an den Zehenspitzen, die das Klettern auf glatten Blättern und Rinden ermöglichen. Die Haut ist glatt und feucht, durchzogen von zahlreichen Drüsen, die bei vielen Arten toxische Alkaloide absondern. Männchen und Weibchen lassen sich bei den meisten Arten nur schwer äußerlich unterscheiden; die Weibchen sind häufig etwas größer und fülliger.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Baumsteigerfrösche erstreckt sich von Nicaragua und Costa Rica über Panama bis in die tropischen Regionen Südamerikas – insbesondere Kolumbien, Ecuador, Peru, Brasilien, Surinam und die Guyanas. Ihr bevorzugtes Habitat sind feuchte tropische Tieflandregenwälder, doch einige Arten besiedeln auch Bergnebelwälder in Höhenlagen bis zu 2.500 Metern.
Innerhalb des Waldes bewohnen Baumsteiger die Bodenschicht und die untere Strauchschicht. Sie halten sich bevorzugt in der Laubstreu, auf Wurzeln, in Blattachseln von Bromelien und an moosbedeckten Baumstämmen auf. Entscheidend für das Biotop ist eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit sowie das Vorhandensein kleiner Wasseransammlungen – etwa in Pflanzenrosetten oder Baumlöchern –, die als Laichgewässer genutzt werden. Einige Arten wie der Erdbeerfröschchen (Oophaga pumilio) zeigen eine ausgeprägte Bindung an bestimmte Pflanzenarten und kommen nur dort vor, wo geeignete Bromelientrichter als Kinderstuben verfügbar sind.
Ernährung
Baumsteigerfrösche ernähren sich ausschließlich von kleinen Wirbellosen. Zu ihrem Nahrungsspektrum zählen Ameisen, Milben, Termiten, Springschwänze, kleine Käfer und winzige Fliegen. Die Beute wird mit einer kurzen, klebrigen Zunge aufgenommen. Die Jagd erfolgt aktiv: Die Frösche durchstreifen ihr Revier und lesen gezielt Beutetiere von Blättern und dem Boden auf.
Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle für die Giftigkeit der Tiere. Die toxischen Alkaloide, darunter Batrachotoxine, Pumiliotoxine und Epibatidin, werden nicht vom Frosch selbst synthetisiert, sondern über die Nahrung aufgenommen – insbesondere über bestimmte Ameisen- und Milbenarten. In Terrarienhaltung verlieren Baumsteiger ihre Giftigkeit nach wenigen Generationen vollständig, da die entsprechenden Beutetiere fehlen.
Verhalten & Lebensweise
Anders als viele andere Froschlurche sind Baumsteiger überwiegend tagaktiv. Ihre Warnfärbung macht eine nächtliche Lebensweise überflüssig, da sie auch bei Tageslicht vor Fressfeinden weitgehend geschützt sind. Die Tiere sind territorial: Vor allem Männchen verteidigen kleine Reviere von wenigen Quadratmetern durch laute Rufe und gelegentlich durch Ringkämpfe mit Artgenossen. Die arttypischen Rufe, die aus Trillern, Summen oder kurzen Pulslauten bestehen, dienen sowohl der Reviermarkierung als auch der Anlockung von Weibchen.
Baumsteiger leben in der Regel einzelgängerisch oder in lockeren kleinen Gruppen. Soziale Interaktionen beschränken sich größtenteils auf die Fortpflanzungszeit. Die Aktivitätsphase liegt in den Morgenstunden und am späten Nachmittag, während die Tiere in der Mittagshitze schattige, feuchte Verstecke aufsuchen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung der Baumsteiger ist durch eine für Amphibien ungewöhnlich intensive Brutpflege gekennzeichnet. Die Balz wird meist vom Männchen eingeleitet, das durch anhaltende Rufe ein Weibchen anlockt. Nach einem oft stundenlangen Werbeverhalten, das Berührungen und gegenseitiges Umkreisen umfasst, legt das Weibchen eine kleine Anzahl von Eiern – meist 2 bis 30, je nach Art – auf feuchtem Untergrund ab, etwa auf Blättern oder in der Laubstreu. Das Männchen befruchtet die Eier anschließend äußerlich.
Die Bewachung und Befeuchtung der Gelege übernimmt in den meisten Fällen das Männchen. Nach dem Schlüpfen transportiert ein Elternteil – bei Dendrobates-Arten typischerweise das Männchen, bei Oophaga-Arten häufig das Weibchen – die Kaulquappen auf dem Rücken zu kleinen Wasseransammlungen. Dort entwickeln sich die Larven über mehrere Wochen. Bei Arten der Gattung Oophaga versorgt das Weibchen die Kaulquappen zusätzlich mit unbefruchteten Nähreiern, eine unter Amphibien seltene Form der Brutfürsor