Furchenmolch
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Necturus maculosus (häufigste Art der Gattung)
- Ordnung: Schwanzlurche (Caudata bzw. Urodela)
- Familie: Furchenmolche (Proteidae)
- Gattung: Necturus (Nordamerika) und Proteus (Europa)
- Lebensraum: Dauerhaft aquatisch; Seen, Flüsse, unterirdische Gewässer
- Größe: 20–40 cm (je nach Art)
- Gewicht: 30–130 g
- Lebenserwartung: Bis zu 30 Jahre (Necturus), über 100 Jahre (Proteus in Gefangenschaft)
Aussehen & Merkmale
Die Furchenmolche verdanken ihren deutschen Namen einer deutlich sichtbaren Längsfurche an den Körperseiten, die sich vom Kopf bis zum Schwanzansatz erstreckt – den sogenannten Küstenfurchen (Costalfalten). Der Körper ist langgestreckt, seitlich nur leicht abgeflacht und endet in einem kräftigen, seitlich komprimierten Ruderschwanz, der als Hauptantrieb beim Schwimmen dient.
Auffälligstes Merkmal der gesamten Familie sind die drei Paar büschelförmigen, äußeren Kiemen, die zeitlebens erhalten bleiben. Diese fedrigen Strukturen sitzen hinter dem breiten, abgeflachten Kopf und sind bei lebenden Tieren intensiv rot gefärbt, da sie von einem dichten Netz feiner Blutgefäße durchzogen sind. Die Haut ist glatt, feucht und frei von Schuppen – wie bei allen Amphibien dient sie zusätzlich dem Gasaustausch.
Die nordamerikanische Gattung Necturus zeigt eine bräunliche bis graubraune Grundfärbung mit unregelmäßigen dunklen Flecken. Die Augen sind klein, aber funktionsfähig. Im Gegensatz dazu hat der europäische Grottenolm (Proteus anguinus) als einziger europäischer Vertreter der Familie eine blassrosa bis weißliche Hautfarbe und stark zurückgebildete, unter der Haut verborgene Augen – eine Anpassung an das Leben in völliger Dunkelheit. Beide Gattungen besitzen je vier Zehen an den Vorderfüßen und je zwei Zehen an den Hinterfüßen, was sie von den meisten anderen Schwanzlurchen unterscheidet.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Familie Proteidae erstreckt sich über zwei weit voneinander entfernte Regionen. Die Gattung Necturus mit fünf anerkannten Arten besiedelt den Osten Nordamerikas – von Südkanada über die Großen Seen bis in den Südosten der Vereinigten Staaten. Ihr bevorzugtes Habitat sind klare, sauerstoffreiche Fließgewässer, Seen und Teiche mit steinigem oder schlammigem Grund, unter dem sie Verstecke finden.
Die Gattung Proteus kommt ausschließlich im Dinarischen Karst vor, einem Karstgebiet, das sich von Nordostitalien über Slowenien, Kroatien bis nach Bosnien-Herzegowina und Montenegro erstreckt. Der Grottenolm lebt hier in unterirdischen Gewässersystemen, die durch Kalksteinhöhlen fließen. Dieses extrem spezialisierte Biotop zeichnet sich durch konstant niedrige Temperaturen von 8–12 °C, vollständige Dunkelheit und ein nährstoffarmes Milieu aus.
Alle Furchenmolche sind streng aquatisch und verlassen das Wasser unter normalen Umständen nie. Sie sind damit unter den Schwanzlurchen eine der wenigen Familien mit obligat wassergebundener Lebensweise.
Ernährung
Furchenmolche ernähren sich als Prädatoren von einer Vielzahl wirbelloser Tiere und kleiner Wirbeltiere. Necturus-Arten fressen vor allem Flusskrebs, Insektenlarven, Schnecken, Würmer, kleine Fische und Amphibienlaich. Die Nahrungsaufnahme erfolgt durch rasches Aufreißen des Mauls, wobei ein Unterdruck entsteht, der die Beute in die Mundhöhle saugt – ein typischer Saugschnapp-Mechanismus.
Der Grottenolm ist auf das spärliche Nahrungsangebot seines Höhlenhabitats angewiesen. Er ernährt sich von kleinen Höhlenkrebsen, Flohkrebsen (Amphipoda) und anderen Invertebraten. Sein Stoffwechsel ist extrem verlangsamt, sodass er monatelang ohne Nahrung überleben kann – eine Anpassung, die mit der unberechenbaren Verfügbarkeit von Beute in unterirdischen Gewässern zusammenhängt.
Verhalten & Lebensweise
Die meisten Furchenmolche sind nachtaktiv. Necturus maculosus verbringt den Tag unter Steinen, in Felsspalten oder zwischen Wurzelwerk und wird erst nach Einbruch der Dunkelheit aktiv, um auf Nahrungssuche zu gehen. Im Grottenolm, der in permanenter Finsternis lebt, hat sich der Tag-Nacht-Rhythmus weitgehend aufgelöst. Stattdessen orientiert er sich mithilfe empfindlicher mechano- und chemorezeptiver Sinneszellen, mit denen er Druckwellen und chemische Signale im Wasser wahrnimmt.
Furchenmolche sind Einzelgänger und verteidigen kein festes Revier. Sie zeigen ein eher träges Bewegungsverhalten und können längere Ruhephasen einlegen. Ihre Hauptfeinde sind Raubfische, Wasservögel und größere Amphibien. Bei Störung reagieren sie mit langsamer Flucht oder verharren regungslos in ihrem Versteck.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzungsbiologie unterscheidet sich zwischen den beiden Gattungen erheblich. Bei Necturus findet die Balz im Herbst statt. Das Männchen setzt eine Spermatophore – ein gestieltes Samenpaket – auf dem Gewässergrund ab, das vom Weibchen mit der Kloake aufgenommen wird. Die Eiablage erfolgt im folgenden Frühjahr. Das Weibchen heftet 30 bis 180 einzelne Eier an die Unterseite von Steinen oder Totholz und bewacht das Gelege über einen Zeitraum von etwa fünf bis neun