Flugdrache
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Draco (Gattung mit rund 45 Arten, z. B. Draco volans, Draco dussumieri, Draco blanfordii)
- Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
- Unterordnung: Leguanartige (Iguania)
- Familie: Agamen (Agamidae)
- Gattung: Draco Linnaeus, 1758
- Lebensraum: Tropische Regenwälder, Sekundärwälder und Plantagen Süd- und Südostasiens
- Größe: 19–23 cm Gesamtlänge (Kopf-Rumpf-Länge ca. 7–9 cm, der Schwanz macht etwa zwei Drittel der Gesamtlänge aus)
- Gewicht: 5–20 g je nach Art
- Lebenserwartung: Geschätzt 5–8 Jahre in freier Wildbahn; genaue Daten liegen für die meisten Arten nicht vor
Aussehen & Merkmale
Flugdrachen sind kleine, schlanke Echsen mit einem seitlich abgeflachten Körper. Ihr auffälligstes Merkmal sind die sogenannten Patagia – breite Hautlappen an den Körperflanken, die von fünf bis sieben stark verlängerten, beweglichen Rippen aufgespannt werden. In Ruhestellung liegen diese Gleitmembranen eng am Körper an und sind kaum sichtbar. Werden sie ausgebreitet, entsteht eine annähernd ovale Tragfläche, deren Spannweite bis zu 20 cm erreichen kann. Die Oberseite der Patagia ist arttypisch gefärbt und gemustert – von leuchtend orange und rot über gelb bis hin zu Braun- und Grautönen, oft mit dunklen Flecken oder Streifen. Die Unterseite ist meist heller und einfarbiger.
Am Kinn tragen beide Geschlechter eine Kehlfahne (Dewlap), die bei Männchen deutlich größer und intensiver gefärbt ist als bei Weibchen. Sie dient der innerartlichen Kommunikation. Der Kopf ist dreieckig und relativ flach, die Augen groß und seitlich angeordnet, was ein weites Gesichtsfeld ermöglicht. Die Schuppen sind klein und überlappend, die Grundfärbung des Körpers variiert zwischen Grau, Braun und Grünlich – eine wirksame Tarnung auf Baumrinde. Der lange, dünne Schwanz ist nicht zum Greifen geeignet, trägt aber zur Steuerung während des Gleitflugs bei.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Gattung Draco erstreckt sich über Süd- und Südostasien, von Südindien und Sri Lanka über die Malaiische Halbinsel bis zu den Philippinen und den Großen Sundainseln (Borneo, Sumatra, Java). Einzelne Arten kommen auch in Südchina und auf kleineren Inselgruppen Indonesiens vor.
Flugdrachen bewohnen vorwiegend tropische Tieflandregenwälder, sind aber auch in Bergwäldern bis etwa 1.500 m Höhe, in Sekundärwäldern, an Waldrändern und auf Kokos- und Kautschukplantagen anzutreffen. Als strikt arboricole Tiere verbringen sie praktisch ihr gesamtes Leben in den Baumkronen und an Stämmen. Zum Boden steigen sie nur in Ausnahmefällen hinab – etwa zur Eiablage. Sie bevorzugen Habitate mit hohem, durchgehendem Kronendach und ausreichend Abstand zwischen den Bäumen, der durch Gleitflüge überbrückt werden kann.
Ernährung
Die Nahrung der Flugdrachen besteht nahezu ausschließlich aus kleinen Insekten. Den Hauptanteil bilden Ameisen und Termiten, die auf der Baumrinde und an Ästen in großer Zahl vorkommen. Die Tiere sind Ansitzjäger: Sie verharren auf einem Baumstamm, beobachten ihre Umgebung und schnappen Beutetiere mit schnellen Kopfbewegungen. Gelegentlich werden auch kleine Käfer, Fliegen und andere Arthropoden aufgenommen. Wasser nehmen Flugdrachen über Tropfen auf, die sich auf Blättern und Rinde sammeln.
Verhalten & Lebensweise
Flugdrachen sind tagaktiv und verbringen den Großteil des Tages mit Nahrungssuche und Revierverteidigung. Männchen beanspruchen ein Territorium, das typischerweise zwei bis drei Bäume umfasst. Sie verteidigen dieses Revier energisch gegen Artgenossen, indem sie die Kehlfahne aufstellen, die Patagia teilweise spreizen und sich seitlich zum Eindringling orientieren, um möglichst groß zu wirken. Kommt es zum Konflikt, jagen die Rivalen einander über die Baumstämme.
Der namensgebende Gleitflug ist die effizienteste Fortbewegungsart dieser Echsen. Sie starten von erhöhten Positionen am Stamm oder an Ästen, spreizen ihre Rippen-Membranen und gleiten in einem flachen Winkel zum nächsten Baum. Dabei werden Distanzen von 8–10 m routinemäßig überbrückt; unter günstigen Bedingungen sind Gleitflüge von über 25 m bei einem Höhenverlust von nur wenigen Metern dokumentiert. Durch Neigen des Körpers und Veränderung der Membranspannung können sie Richtung und Geschwindigkeit steuern. Der Schwanz wirkt als Stabilisator. Es handelt sich um passiven Gleitflug, nicht um aktives Fliegen – die Tiere können keinen Auftrieb erzeugen.
Weibchen führen ein weniger auffälliges Leben. Sie halten sich oft in der Peripherie männlicher Reviere auf und zeigen weniger territoriales Verhalten.
Fortpflanzung & Aufzucht
Zur Balz präsentiert das Männchen seine ausgebreiteten Patagia und die aufgerichtete Kehlfahne. Es führt rhythmische Kopfnickbewegungen aus – ein bei Agamen weit verbreitetes Balzverhalten. Zeigt sich ein Weibchen empfänglich, erfolgt die Paarung auf dem Baumstamm.
Zur Eiablage steigt das Weibchen zum Waldboden hinab, einer der seltenen Anlässe, bei denen Flugdrachen den Boden betreten. Mit der Schnauze gräbt es ein