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Berghexe

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Tierart – Insekten > Schmetterlinge & Motten – weitere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Chazara briseis (Linnaeus, 1764)
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
  • Unterfamilie: Augenfalter (Satyrinae)
  • Gattung: Chazara
  • Flügelspannweite: 50–60 mm
  • Gewicht: ca. 0,3–0,5 g
  • Lebenserwartung: Imagines leben wenige Wochen; Gesamtentwicklung (Ei bis Falter) etwa ein Jahr
  • Lebensraum: Trockenrasen, Felshänge, Steppengebiete, warme Kalk- und Schotterhänge

Aussehen & Merkmale

Die Berghexe ist ein mittelgroßer Tagfalter mit einer Flügelspannweite von 50 bis 60 Millimetern. Die Grundfärbung der Flügeloberseite ist dunkelbraun bis schwarzbraun. Auf den Vorderflügeln fällt eine breite, weiße bis gelblichweiße Querbinde auf, die bei frischen Exemplaren deutlich kontrastiert. In dieser Binde befinden sich ein oder zwei kleine, schwarz gekernte Augenflecken, die je nach Population unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Die Hinterflügel tragen eine ähnliche, meist schmalere helle Binde, die jedoch oft weniger deutlich hervortritt.

Die Flügelunterseiten sind bei beiden Geschlechtern marmoriert und in verschiedenen Grau- und Brauntönen gehalten. Diese kryptische Zeichnung bietet im Ruhezustand an Felsen und steinigem Untergrund eine hervorragende Tarnung. Der Körper ist kompakt gebaut und dicht mit feinen Schuppen bedeckt. Die Fühler sind keulenförmig verdickt, wie bei allen Tagfaltern typisch. Weibchen sind im Durchschnitt etwas größer als Männchen und besitzen eine etwas breitere weiße Binde auf den Vorderflügeln.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Berghexe erstreckt sich von Nordwestafrika über Südeuropa und Kleinasien bis nach Zentralasien. In Europa kommt sie vor allem im Mittelmeerraum vor, wobei sich die nördliche Verbreitungsgrenze durch Süd- und Mittelfrankreich, die Schweiz, Süddeutschland und Österreich bis in den Balkan und die Schwarzmeerregion zieht.

In Deutschland galt die Berghexe einst in den Wärmegebieten Süd- und Mitteldeutschlands als verbreitet. Heute beschränken sich die verbliebenen Vorkommen auf wenige Restpopulationen, etwa in der Fränkischen Alb, im Altmühltal und an einzelnen Standorten in Thüringen. Das bevorzugte Habitat sind warme, offene und extensiv genutzte Trockenrasen, Kalk-Magerrasen, felsige Steppenhänge sowie steinige Brachen. Die Art benötigt lückige Vegetation mit offenem Boden, da sowohl die Falter als auch die Raupen auf gut besonnte, trockene Standorte angewiesen sind. Dichte Verbuschung oder Aufforstung zerstört das Biotop und führt zum Erlöschen lokaler Populationen.

Ernährung

Die erwachsenen Falter saugen Nektar an verschiedenen Blütenpflanzen, wobei sie Disteln, Flockenblumen, Thymian und Dost bevorzugen. Daneben wurden Berghexen wiederholt beim Saugen an überreifem Obst, feuchten Erdstellen und Tierkot beobachtet, wo sie Mineralien und Feuchtigkeit aufnehmen.

Die Raupen ernähren sich von verschiedenen Süßgräsern (Poaceae). Zu den nachgewiesenen Futterpflanzen zählen Aufrechte Trespe (Bromus erectus), Schafschwingel (Festuca ovina) und verschiedene weitere Grasarten trockener Standorte. Die Raupen fressen bevorzugt nachts und verbringen den Tag verborgen am Boden zwischen Grashorsten und Steinen.

Verhalten & Lebensweise

Die Berghexe ist ein typischer Hochsommerfalter. Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich in Mitteleuropa von Mitte Juni bis Ende August, mit einem Schwerpunkt im Juli. Die Art bildet eine Generation pro Jahr aus (univoltin). An heißen Tagen sind die Falter vorwiegend in den Vormittags- und späten Nachmittagsstunden aktiv, während sie die Mittagshitze oft in Ruhepositionen an Steinen oder am Boden verbringen – stets mit geschlossenen Flügeln, sodass die tarnfarbene Unterseite nach außen zeigt.

Männchen zeigen ein ausgeprägtes Territorialverhalten. Sie besetzen exponierte Sitzwarten auf Steinen oder kahlen Bodenstellen und fliegen Artgenossen und andere Falter in raschem Patrouillenflug an. Die Flugart ist schnell und bodengebunden, mit kurzen Gleitphasen. Im Gegensatz zu vielen anderen Augenfaltern meidet die Berghexe geschlossene Vegetation und hält sich bevorzugt auf offenen, unbewachsenen Flächen auf.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz findet im Hochsommer statt. Männchen nähern sich den Weibchen im Flug, wobei kurze Verfolgungsflüge über dem Boden typisch sind. Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier einzeln an trockene Grashalme oder direkt auf den Boden in der Nähe geeigneter Futtergräser ab. Die weißlichen, tonnenförmigen Eier sind etwa 1 mm groß.

Die Raupen schlüpfen nach zwei bis drei Wochen und überwintern in einem frühen Larvenstadium. Im Frühjahr nehmen sie die Nahrungsaufnahme wieder auf und wachsen bis zum Frühsommer durch mehrere Häutungen heran. Die ausgewachsene Raupe ist graubraun gestreift und etwa 30 mm lang – optimal an das Leben zwischen trockenen Grashorsten angepasst. Die Verpuppung erfolgt am Boden in einer lockeren Gespinsthülle zwischen Grashalmen oder unter Steinen. Die Puppenruhe dauert zwei bis drei Wochen, bevor der fertige Falter schlüpft.

Bedrohung & Schutzstatus

In Deutschland ist die Berghexe nach der aktuellen Roten Liste als stark gefährdet (Kategorie 2) eingestu