Brauner Feuerfalter
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Lycaena tityrus
- Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie: Bläulinge (Lycaenidae)
- Unterfamilie: Feuerfalter (Lycaeninae)
- Gattung: Lycaena
- Lebensraum: Magerrasen, extensiv genutzte Wiesen, Trockenrasen, Brachflächen
- Flügelspannweite: 25–30 mm
- Gewicht: ca. 0,03–0,05 g
- Lebenserwartung: Imagines ca. 2–3 Wochen; Gesamtentwicklung vom Ei bis zum Tod etwa ein Jahr
Aussehen & Merkmale
Der Braune Feuerfalter zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Die Männchen tragen auf der Flügeloberseite eine dunkelbraune bis schwarzbraune Grundfärbung mit einem leichten violetten oder kupfrigen Schimmer, der bei schrägem Lichteinfall sichtbar wird. Über die Vorder- und Hinterflügel verteilen sich kleine schwarze Punkte. Der orangefarbene Randfleckenband auf den Hinterflügeln ist bei Männchen oft nur schwach angedeutet.
Die Weibchen unterscheiden sich deutlich: Ihre Flügeloberseiten sind heller braun gefärbt und weisen deutlichere orangefarbene Bereiche auf, insbesondere im Bereich der Hinterflügelränder. Die schwarzen Flecken sind bei ihnen stärker kontrastiert.
Auf der Flügelunterseite ähneln sich beide Geschlechter stärker. Die Vorderflügel zeigen eine orangegelbe Grundfarbe mit zahlreichen schwarzen, weiß umrandeten Augenflecken. Die Unterseite der Hinterflügel ist ockergelb bis graubraun getönt und ebenfalls mit schwarzen Punkten sowie einer orangefarbenen Randbinde versehen. Die Schuppen auf den Flügeln erzeugen je nach Blickwinkel unterschiedliche Farbreflexe. Körper und Fühler sind dunkel gefärbt, die Fühlerkolben weisen eine schwarz-weiße Ringelung auf.
Von der nah verwandten Art Kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas) lässt sich der Braune Feuerfalter durch die dunklere Oberseite der Männchen und die insgesamt gedämpftere Färbung gut unterscheiden. Auch der Dukatenfalter (Lycaena virgaureae) gehört zur selben Gattung, ist jedoch anhand seiner leuchtend orangegoldenen Flügeloberseite sofort abzugrenzen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Lycaena tityrus erstreckt sich über weite Teile Europas und reicht östlich bis nach Zentralasien. In Europa kommt die Art von Nordspanien über Frankreich, Mitteleuropa und das Baltikum bis in den Kaukasus vor. In Skandinavien und auf den Britischen Inseln fehlt der Braune Feuerfalter.
Sein bevorzugtes Habitat sind offene, nährstoffarme Biotope. Dazu zählen Magerrasen, Halbtrockenrasen, extensiv bewirtschaftete Wiesen, Wegränder, Böschungen und Brachflächen. Entscheidend für das Vorkommen ist das Vorhandensein der Raupen-Futterpflanzen aus der Gattung der Ampfer (Rumex). Der Falter besiedelt sowohl Tieflagen als auch montane Regionen bis in Höhen von etwa 2.000 Metern.
In Deutschland gilt der Braune Feuerfalter als weit verbreitet, zeigt jedoch in intensiv genutzten Agrarlandschaften deutliche Bestandsrückgänge. Die Art ist vor allem dort noch häufig, wo extensiv bewirtschaftete Grünlandflächen erhalten geblieben sind.
Ernährung
Die Raupen des Braunen Feuerfalters ernähren sich oligophag, also auf wenige Pflanzenarten beschränkt. Als Hauptfutterpflanzen dienen verschiedene Ampfer-Arten, insbesondere der Kleine Sauerampfer (Rumex acetosella) und der Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa). Die Raupen fressen an den Blättern und hinterlassen charakteristische Fraßspuren, wobei sie zunächst die Blattunterseite skelettieren und später Löcher in die Blattspreite fressen.
Die erwachsenen Falter (Imagines) nehmen Nektar an verschiedenen Blütenpflanzen auf. Zu den bevorzugten Nektarquellen gehören Thymian (Thymus), Flockenblumen (Centaurea), Hornklee (Lotus corniculatus) und weitere Wiesenblumen. Die Männchen sind gelegentlich an feuchten Bodenstellen zu beobachten, wo sie Mineralsalze aufnehmen – ein Verhalten, das als „Puddling" bezeichnet wird.
Verhalten & Lebensweise
Der Braune Feuerfalter ist tagaktiv und bei sonnigem, warmem Wetter besonders flugfreudig. An kühlen oder bewölkten Tagen ruhen die Falter mit geschlossenen Flügeln auf Grashalmen oder Blütenständen und sonnen sich in typischer Seitenlage, um möglichst viel Wärme aufzunehmen.
Männchen zeigen ein ausgeprägtes Territorialverhalten. Sie besetzen exponierte Sitzwarten auf Blättern oder Stängeln und verteidigen ihren Bereich gegen andere Männchen der eigenen Art sowie gegen artfremde Schmetterlinge. Rivalenkämpfe bestehen aus schnellen Verfolgungsflügen, nach denen der unterlegene Falter das Revier verlässt. Von diesen Sitzwarten aus halten die Männchen auch Ausschau nach vorbeifliegenden Weibchen.
In Mitteleuropa fliegt die Art in der Regel in zwei Generationen pro Jahr. Die erste Generation erscheint im Mai und Juni, die zweite von Juli bis September. In besonders warmen Regionen oder günstigen Jahren kann gelegentlich eine partielle dritte Generation auftreten.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz beginnt, wenn ein Männchen ein Weibchen erspäht. Es nähert sich im Flug und umkreist das Weibchen. Die Paarung erfolgt nach einer kurzen Werbung und dauert mehrere Stunden, während derer die Tiere in Ruhestellung verharren.
Das Weib