Braunfleckiger Perlmuttfalter
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Boloria selene (Denis & Schiffermüller, 1775)
- Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
- Unterfamilie: Heliconiinae
- Gattung: Boloria
- Lebensraum: Feuchte Wiesen, Moorgebiete, lichte Wälder, Waldränder
- Flügelspannweite: 30–44 mm
- Gewicht: ca. 0,1–0,3 g
- Lebenserwartung: Imagines etwa 2–4 Wochen; gesamter Lebenszyklus inklusive Larvalstadium ca. 10–12 Monate
Aussehen & Merkmale
Der Braunfleckige Perlmuttfalter, auch als Sumpfwiesen-Perlmuttfalter oder Silberfleck-Perlmuttfalter bekannt, gehört zur artenreichen Gruppe der Perlmuttfalter innerhalb der Familie der Edelfalter. Die Flügeloberseite zeigt eine leuchtend orangebraune Grundfärbung mit einem komplexen Muster aus schwarzen Flecken, Strichen und Bogenlinien. Die dunklen Zeichnungselemente sind in mehreren Reihen über die Flügelfläche verteilt und bilden ein für die Art charakteristisches, relativ dichtes Netzmuster.
Die Flügelunterseite ist das wichtigste Bestimmungsmerkmal. Auf den Hinterflügeln befinden sich mehrere silbrig-weiße, perlmuttartig schimmernde Flecken – namensgebend für die gesamte Perlmuttfalter-Gruppe. Besonders auffällig ist ein großer, silberner Zentralfleck in der Mitte des Hinterflügels, umgeben von rostbraunen, ockerfarbenen und violettgrauen Farbfeldern. Ein markanter dunkler Punkt mit hellem Rand in der Submarginalbinde unterscheidet die Art von ähnlichen Perlmuttfaltern wie dem Mädesüß-Perlmuttfalter (Brenthis ino) oder dem Kleinen Perlmuttfalter (Issoria lathonia).
Der Körper ist oberseits dunkelbraun behaart, die Unterseite heller. Die Fühler sind keulenförmig mit orangebrauner Spitze, die Augen dunkel und unbeschuppt. Die Beine sind relativ dünn; wie bei allen Edelfaltern ist das erste Beinpaar zu kleinen Putzpfoten reduziert, sodass nur vier funktionelle Laufbeine sichtbar sind.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Boloria selene erstreckt sich über weite Teile der gemäßigten und borealen Zone der Nordhalbkugel. In Europa kommt die Art von Nordspanien und Frankreich über Mitteleuropa bis nach Skandinavien und ins nördliche Russland vor. Auch in Teilen Asiens sowie in Nordamerika – dort als „Silver-bordered Fritillary" bezeichnet – ist sie verbreitet.
Als Habitat bevorzugt der Braunfleckige Perlmuttfalter feuchte bis nasse, extensiv genutzte Wiesen, Flach- und Übergangsmoore, Streuwiesen sowie lichte, feuchte Waldlichtungen und Waldränder. In Mitteleuropa besiedelt er vor allem Biotope der Niederungen und Mittelgebirge, kommt aber in den Alpen bis auf etwa 2.000 Meter Höhe vor. Entscheidend für sein Vorkommen ist das Vorhandensein von Veilchenarten (Viola) als Raupennahrungspflanze in Kombination mit einem ausreichenden Blütenangebot für die Falter.
In intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaften fehlt die Art weitgehend. Durch Entwässerung von Feuchtgebieten und die Aufgabe extensiver Wiesennutzung sind viele ehemalige Vorkommen in Mitteleuropa erloschen.
Ernährung
Die adulten Falter ernähren sich vom Nektar verschiedener Wiesenblumen. Zu den bevorzugten Nektarquellen zählen Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre), Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea), Teufelsabbiss (Succisa pratensis), Baldrian (Valeriana) sowie verschiedene Kleearten. Die Falter saugen mit ihrem aufrollbaren Rüssel gezielt an Blüten mit leicht zugänglichen Nektarien.
Die Raupen leben oligophag an Veilchenarten. In Mitteleuropa dienen vor allem das Sumpf-Veilchen (Viola palustris) und das Hunds-Veilchen (Viola canina) als Futterpflanzen. Gelegentlich werden auch andere Viola-Arten angenommen. Die Raupen fressen vorwiegend nachts und in der Dämmerung an den Blättern ihrer Wirtspflanzen.
Verhalten & Lebensweise
Der Braunfleckige Perlmuttfalter ist tagaktiv und fliegt bei Sonnenschein in raschem, flatterndem Flug niedrig über die Vegetation. Die Männchen zeigen ein ausgeprägtes Patrouillenverhalten: Sie fliegen systematisch potenzielle Lebensräume ab und suchen dabei nach paarungsbereiten Weibchen. Ein festes Revier wird nicht verteidigt, doch kommt es bei Begegnungen zwischen Männchen zu kurzen, spiralförmigen Verfolgungsflügen.
Bei bedecktem Himmel oder kühler Witterung ruhen die Falter mit geschlossenen Flügeln auf Grashalmen oder niedrigen Pflanzen. Die silbrige Unterseite der Hinterflügel dient dabei als Tarnung zwischen trockener Vegetation. An sonnigen Stellen breiten die Tiere ihre Flügel flach aus, um sich aufzuwärmen – ein als Basking bezeichnetes Thermoregulationsverhalten.
In Mitteleuropa treten je nach Höhenlage und Klima eine oder zwei Generationen pro Jahr auf. Die erste Generation fliegt von Ende Mai bis Juli, eine mögliche zweite Generation von August bis September. In kühleren Regionen und in höheren Lagen entwickelt sich nur eine Generation.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz erfolgt visuell und über Duftstoffe (Pheromone). Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier einzeln an Blättern oder Stängeln von Veilchenarten oder in deren unmittelbarer Nähe auf trockene Pflanzenteile ab. Die kugelförmigen, gelblich-grünen Eier sind mit feinen Längsrippen vers