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Bourbon-pute

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Rassen > Sonstiges Geflügel & Nutztierrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Kentucky, USA (Bourbon County)
  • Rassestandard: American Poultry Association (APA), seit 1909 anerkannt; in Deutschland durch den Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG) geführt
  • Kategorie: Großpute / Heritage-Rasse (historische Nutztierrasse)
  • Gewicht Hahn: 14–18 kg
  • Gewicht Henne: 8–11 kg
  • Lebenserwartung: 7–12 Jahre bei artgerechter Haltung
  • Gefieder/Farben: Rotbraun (bourbon red) mit weißen Schwanz- und Flügelfedern; seltener auch hellere Farbschläge

Herkunft & Geschichte

Die Bourbon-Pute, im englischsprachigen Raum als „Bourbon Red Turkey" bekannt, wurde Ende des 19. Jahrhunderts im Bourbon County im US-Bundesstaat Kentucky erzüchtet. Als Ausgangsrassen dienten die Buff Turkey, die Bronze-Pute sowie möglicherweise einige heute ausgestorbene Landschläge mit rotbraunem Gefieder. Die gezielte Zucht wird dem Farmer J. F. Barbee zugeschrieben, der ab den 1880er-Jahren systematisch auf eine einheitliche rotbraune Färbung und gute Fleischleistung selektierte.

Im Jahr 1909 erfolgte die offizielle Anerkennung durch die American Poultry Association, womit die Bourbon-Pute einen festen Platz im Rassestandard erhielt. Bis in die 1930er-Jahre war sie in den südlichen US-Bundesstaaten eine der beliebtesten Wirtschaftsputen. Mit dem Aufkommen der industriellen Putenmast und der Dominanz der Breitbrust-Bronze und später der Breitbrust-Weißen geriet die Rasse zunehmend in Vergessenheit.

Seit den 1990er-Jahren erlebt die Bourbon-Pute eine Renaissance im Rahmen der Heritage-Bewegung, die sich dem Erhalt alter, genetisch vielfältiger Nutztierrassen widmet. Die American Livestock Breeds Conservancy (heute The Livestock Conservancy) führt sie auf ihrer Beobachtungsliste. In Europa und insbesondere in Deutschland wird die Rasse von engagierten Hobbyhaltern und Rassegeflügelzüchtern gepflegt, wobei der Bestand nach wie vor als gering gilt.

Aussehen & Rassemerkmale

Das Markenzeichen der Bourbon-Pute ist ihr leuchtendes, kastanienbraunes bis mahagonifarbenes Gefieder, das im Sonnenlicht kupfrig schimmert. Die Schwanzfedern sind weiß mit einer rotbraunen Binde nahe der Spitze, und auch die Flügelfedern zeigen deutliche weiße Anteile. Diese kontrastierende Farbgebung macht die Rasse zu einer der optisch auffälligsten Putenrassen überhaupt.

Der Körperbau ist kräftig, aber nicht so extrem breitbrüstig wie bei modernen Mastlinien. Die Brust ist gut bemuskelt, der Rücken breit und leicht gewölbt. Hähne entwickeln einen ausgeprägten Kehlsack (Wamme) sowie einen deutlich sichtbaren Stirnzapfen, der sich bei Erregung blau bis rot verfärbt. Die Läufe sind rötlich bis fleischfarben, die Augen dunkelbraun. Die Henne ist insgesamt kleiner und zierlicher, zeigt aber dieselbe Grundfärbung, häufig mit etwas helleren Federsäumen.

Im Rassestandard wird besonderer Wert auf die Gleichmäßigkeit der rotbraunen Grundfarbe gelegt. Schwarze Federn, ein unregelmäßiges Flügelmuster oder ein komplett weißer Rücken gelten als Zuchtfehler. Die natürliche Fortpflanzungsfähigkeit unterscheidet die Bourbon-Pute von industriellen Linien – die Tiere können sich ohne künstliche Besamung vermehren, was ein wichtiges Kriterium für Heritage-Rassen darstellt.

Charakter & Wesen

Die Bourbon-Pute gilt als neugierig, relativ zutraulich und ausgeglichen. Im Vergleich zu einigen anderen Putenrassen zeigt sie ein ruhigeres Temperament und lässt sich bei regelmäßigem Kontakt gut an den Menschen gewöhnen. Hähne können während der Balzzeit territorial und wachsam auftreten, sind aber bei sachgemäßem Umgang selten aggressiv.

Hennen zeigen eine ausgeprägte Brutneigung und gehen zuverlässig auf das Gelege. Dies macht sie auch für die Naturbrut interessant, was bei vielen modernen Putenrassen weggezüchtet wurde. Im Sozialverband sind Bourbon-Puten gesellig und bevorzugen die Haltung in kleinen Gruppen. Sie sind aufmerksam gegenüber Veränderungen in ihrer Umgebung und schlagen bei Bedrohung lautstark Alarm – eine Eigenschaft, die ihnen auch den Ruf als wachsame Hoftiere eingebracht hat.

Haltung & Pflege

Bourbon-Puten benötigen deutlich mehr Platz als Hühner. Pro Tier sollten mindestens 10 Quadratmeter Auslauffläche eingeplant werden, besser mehr. Ein großzügiger Freilandauslauf mit Grasflächen, Büschen und Bäumen als Schattenspender entspricht ihrem natürlichen Verhalten. Die Tiere scharren intensiv, nehmen Sandbäder und suchen gerne erhöhte Schlafplätze auf – ein geräumiger, zugluftgeschützter Stall mit Sitzstangen in etwa 60 bis 80 cm Höhe ist daher empfehlenswert.

Die Gefiederpflege übernehmen die Tiere weitgehend selbst. Der Halter sollte regelmäßig auf Parasiten wie Federlinge und Rote Vogelmilbe kontrollieren und bei Bedarf geeignete Maßnahmen ergreifen. Im Winter ist ein trockener, frostgeschützter Unterstand wichtig, da die unbefiederten Kopfanhänge empfindlich auf starke Kälte reagieren können. Eine Einstreu aus Stroh oder Hobelspänen hält den Stallboden trocken und hygienisch.

Beschäftigung ergibt sich bei Freilandhaltung auf natürliche Weise durch das Erkunden des Geländes, die Futtersuche und das Sozialverhalten in der Gruppe. Gelangweilte Puten neigen zu Federpicken, weshalb ausreichend Auslauf und Strukturierung des Geheges essenziell sind.

Ernährung

Die Fütterung orientiert sich am Alter und Nutzungszweck der Tiere. Küken erhalten in den ersten Lebenswochen proteinreiches Put