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Burenziege

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Rassen > Sonstiges Geflügel & Nutztierrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Südafrika (Kapregion)
  • Rassestandard: Boer Goat Breeders' Association of South Africa; in Deutschland betreut durch den Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter (BDZ)
  • Typ: Fleischziege (schwerer Schlag)
  • Widerristhöhe Böcke: ca. 75–90 cm
  • Widerristhöhe Ziegen: ca. 65–80 cm
  • Gewicht Böcke: 100–150 kg
  • Gewicht Ziegen: 70–100 kg
  • Lebenserwartung: 12–17 Jahre
  • Fell/Farben: Kurzes, dichtes Fell; typisch weiß mit rotbraunem Kopf und Hals; auch vollfarbige, gescheckte und schwarzbraune Varianten

Herkunft & Geschichte

Die Burenziege – international als „Boer Goat" bekannt – wurde in der Kapregion Südafrikas über mehr als ein Jahrhundert hinweg gezielt als Fleischrasse entwickelt. Der Name leitet sich vom niederländisch-afrikaansen Wort „Boer" (Bauer) ab und verweist auf die burischen Siedler, die ab dem 17. Jahrhundert einheimische Ziegenschläge mit importierten europäischen und indischen Rassen kreuzten. Aus diesen Kreuzungen entstand im 19. und frühen 20. Jahrhundert eine robuste, wüchsige Ziege, die an die kargen Weidebedingungen des südafrikanischen Veld angepasst war.

Im Jahr 1959 gründeten südafrikanische Züchter die Boer Goat Breeders' Association, die erstmals einen einheitlichen Rassestandard festlegte und ein Herdbuch einführte. Die konsequente Selektion auf Fleischansatz, Frühreife und Fruchtbarkeit machte die Burenziege innerhalb weniger Jahrzehnte zur weltweit bedeutendsten Fleischziegenrasse. Ab den 1990er-Jahren gelangte sie nach Australien, Neuseeland, Nordamerika und Europa. In Deutschland wird die Rasse seit Ende der 1990er-Jahre gezüchtet und ist beim Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter registriert. Die Abstammung wird über ein Herdbuch dokumentiert, das Leistungsprüfungen und Exterieurbeurteilungen einbezieht.

Aussehen & Rassemerkmale

Typisch für die Burenziege ist der kräftige, tonnenförmige Rumpf mit breiter, tiefer Brust und stark bemuskelter Hinterhand. Der Kopf zeigt ein markantes, konvexes Profil – die sogenannte Ramsnase – und mittellange, hängende Ohren. Beide Geschlechter tragen in der Regel nach hinten gebogene Hörner, wobei Böcke deutlich stärkere Hornsubstanz entwickeln.

Das Fell ist kurz, glatt und dicht mit einer losen, gut pigmentierten Haut, die Sonnenbrand und äußere Parasiten abwehrt. Das klassische Farbbild besteht aus einem weißen Körper mit rotem bis dunkelbraunem Kopf; der Farbübergang liegt idealerweise am Halsansatz. Der Zuchtverband akzeptiert daneben einfarbig rote, gescheckte und schwarze Farbvarianten, wobei die traditionelle weiß-rote Zeichnung im Rassestandard am höchsten bewertet wird.

Auffällig ist die lose, faltige Haut am Hals und an der Brust, die als Zeichen guter Konstitution und ausreichender Hautreserve gilt. Die Beine stehen korrekt, mit harten, gleichmäßig abgenutzten Klauen. Ein gutes Fundament wird im Rassestandard stark gewichtet, da die Tiere auch auf schwierigem Gelände trittsicher sein müssen.

Charakter & Wesen

Burenziegen gelten als ausgeglichen, umgänglich und wenig schreckhaft. Sie sind gesellige Herdentiere, die sich schnell an den Menschen gewöhnen und erstaunlich zutraulich werden können. Im Vergleich zu vielen Milchziegenrassen zeigen sie ein ruhiges, wenig nervöses Temperament, was den Umgang besonders für Einsteiger erleichtert.

Trotz ihrer Gelassenheit sind Burenziegen neugierig und verspielt, besonders als Jungtiere. Mutterziegen verhalten sich gegenüber ihren Lämmern ausgesprochen fürsorglich und verteidigen den Nachwuchs wachsam gegen Störungen. Böcke können während der Brunst dominant auftreten, bleiben aber bei regelmäßigem Kontakt zum Menschen in aller Regel gut handhabbar.

Haltung & Pflege

Burenziegen sind für extensive und semi-intensive Haltungssysteme geeignet. Sie brauchen ausreichend Auslauf – mindestens 10 Quadratmeter Weidefläche pro Tier gelten als Untergrenze, mehr ist stets besser. Ein trockener, zugfreier Unterstand oder Stall ist unerlässlich, da die Rasse trotz ihrer Robustheit empfindlich auf dauerhaft feuchte Bedingungen reagiert.

Die Fellpflege ist unkompliziert: Das kurze Haar verfilzt nicht und muss nicht geschoren werden. Regelmäßige Klauenpflege – alle sechs bis acht Wochen – ist dagegen unverzichtbar, um Klauenrehe und Moderhinke vorzubeugen. Mindestens zweimal jährlich sollte eine Entwurmung nach Kotprobenuntersuchung erfolgen.

Als Beschäftigung eignen sich Kletterstrukturen, erhöhte Liegeflächen und Äste zum Beknabbern. Ziegen, die sich langweilen, neigen zum Ausbrechen, daher ist ein stabiler Zaun mit mindestens 1,20 Meter Höhe Pflicht – besser noch höher, da Burenziegen durchaus sprungfreudig sein können.

Ernährung

Grundlage der Fütterung bildet strukturreiches Raufutter: Heu bester Qualität, Weidegang und Laubfutter. Burenziegen sind als Mischäser hervorragende Landschaftspfleger und verwerten Sträucher, Brennnesseln und Brombeergestrüpp effizient. Kraftfutter in Form von Getreideschrot oder pelletiertem Ziegenfutter wird während der Trächtigkeit, Laktation und der Aufzucht von Lämmern zugefüttert.

Minerallecksteine und eine gezielte Versorgung mit Selen, Kupfer und Zink sind in Mitteleuropa besonders wichtig, da viele Böden selenarm sind. Frisches Wasser muss jederzeit