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Coburger-fuchßchaf

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Rassen > Sonstiges Geflügel & Nutztierrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Deutschland (Coburger Land, Oberfranken/Thüringen)
  • Rassestandard: Anerkannt durch die Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL); in der Rassenliste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) geführt
  • Größe (Widerristhöhe): Böcke ca. 70–80 cm, Mutterschafe ca. 60–70 cm
  • Gewicht: Böcke 80–100 kg, Mutterschafe 55–70 kg
  • Lebenserwartung: 12–15 Jahre bei artgerechter Haltung
  • Fell/Farben: Mischwolle mit goldrotem bis fuchsbraunem Vlies bei der Geburt; das Vlies hellt im Laufe des Lebens zu einem charakteristischen Goldton auf. Kopf und Beine sind unbewollt und mit rotbraunem bis dunkelbraunem Kurzhaar bedeckt.

Herkunft & Geschichte

Das Coburger Fuchsschaf gehört zu den ältesten mitteleuropäischen Landschafrassen und hat seinen Ursprung im Grenzgebiet zwischen Oberfranken und Thüringen, rund um die Stadt Coburg. Bereits im 19. Jahrhundert wurde die Rasse unter verschiedenen Regionalnamen geführt – als „Eifeler Fuchsschaf", „Westerwälder Fuchs" oder schlicht „Goldfuchs". Die Gemeinsamkeit dieser Schläge war stets das auffällige, rotgoldene Vlies, das sie von den vorherrschenden weißwolligen Rassen deutlich abhob.

Mit der zunehmenden Industrialisierung der Schafhaltung und der Fokussierung auf Merinorassen geriet das Coburger Fuchsschaf ab Mitte des 20. Jahrhunderts stark unter Druck. Die Bestände schrumpften dramatisch, da die farbige Wolle in der maschinellen Textilverarbeitung weniger gefragt war. In den 1960er- und 1970er-Jahren galt die Rasse beinahe als ausgestorben. Engagierte Züchter und die Unterstützung der GEH retteten das Coburger Fuchsschaf vor dem Verschwinden. 1982 wurde die Rasse offiziell als eigenständige Schafrasse in Deutschland anerkannt und in die Herdbuchzucht aufgenommen. Heute steht das Coburger Fuchsschaf auf der Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen, wo es in der Kategorie „Beobachtung" geführt wird. Die Bestände erholen sich langsam, liegen aber weiterhin bei nur wenigen tausend Herdbuch-Tieren bundesweit.

Die Abstammung lässt sich auf bodenständige Landrassen zurückführen, die über Jahrhunderte hinweg an die rauen Mittelgebirgslagen angepasst waren. Einkreuzungen fremder Rassen fanden kaum statt, was die genetische Eigenständigkeit bis heute bewahrt hat.

Aussehen & Rassemerkmale

Das markanteste Merkmal des Coburger Fuchsschafes ist zweifellos sein einzigartiges Vlies. Lämmer kommen mit einer intensiv fuchsroten bis schokoladenbraunen Wolle zur Welt. Mit zunehmendem Alter bleicht das Vlies zu einem warmen Goldton aus, wobei die individuelle Färbung je nach Tier stark variieren kann – von einem hellen Champagnerton bis hin zu einem kräftigen Kupfergold. Dieses Nachdunkeln und Aufhellen im Lebensverlauf ist rassetypisch und bei keiner anderen deutschen Schafrasse in dieser Form zu finden.

Der Körperbau ist mittelgroß und harmonisch proportioniert. Der Kopf ist schmal, hornlos bei beiden Geschlechtern und von rotbraunem Kurzhaar bedeckt. Die Ohren stehen leicht seitlich ab. Die Beine sind kräftig, trocken und ebenfalls unbewollt. Der Rumpf ist tonnenförmig mit guter Rippenwölbung. Die Klauen sind hart und widerstandsfähig, was die Rasse für unebenes Gelände prädestiniert.

Die Wolle ist eine Mischwolle mit einem Durchmesser von 33–36 Mikron und eignet sich hervorragend für handwerkliche Verarbeitung, Filzen und die Herstellung von Naturtextilien. Sie wird zunehmend von Manufakturen und Direktvermarktern geschätzt.

Charakter & Wesen

Coburger Fuchsschafe gelten als ruhig, genügsam und ausgesprochen robust. Sie zeigen ein wachsames, aber nicht scheues Wesen und gewöhnen sich schnell an ihren Halter. Im Umgang sind sie unkompliziert und in der Regel gutmütig. Mutterschafe weisen einen ausgeprägten Herdentrieb auf und sind zuverlässige, fürsorgliche Mütter mit starkem Brutpflegeinstinkt.

Die Tiere sind lebhaft und neugierig, ohne nervös zu wirken. Böcke verhalten sich in der Regel friedfertig, zeigen aber zur Deckzeit das übliche, entschlossene Verhalten. Insgesamt handelt es sich um eine Rasse, die sich durch Anpassungsfähigkeit und ein ausgeglichenes Temperament auszeichnet – Eigenschaften, die über Generationen durch die extensive Haltung in Mittelgebirgslagen selektiert wurden.

Haltung & Pflege

Das Coburger Fuchsschaf ist eine genügsame Robustrasse, die sich besonders für die extensive Freilandhaltung eignet. Ideal sind magere Grünlandflächen, Hanglagen, Heideflächen und lichte Waldweiden. Die Rasse wird vielfach in der Landschaftspflege eingesetzt, da sie auch mit karger Vegetation und schwierigem Gelände bestens zurechtkommt.

Grundlegende Anforderungen an die Haltung umfassen:

  • Auslauf: Ganzjährige Weidehaltung ist möglich und wünschenswert. Ein Witterungsschutz – ob offener Unterstand oder einfacher Stall – sollte besonders bei Nässe und Wind verfügbar sein.
  • Fellpflege: Die Schur erfolgt einmal jährlich, idealerweise im Frühjahr. Das Vlies neigt kaum zum Verfilzen, bedarf jedoch einer regelmäßigen Kontrolle auf Parasiten.
  • Klauenpflege: Zwei- bis dreimal jährlich müssen die Klauen fachgerecht geschnitten werden, wobei die harten Klauen des Coburger Fuchsschafes weniger anfällig für Moderhinke sind als bei vielen anderen Rassen.
  • Herdengröße: Schafe sind Herd