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Drohn

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Fachbegriffe (Aquaristik/Terraristik/Vogelhaltung) > Vogelhaltung & Imkerei

Definition & Überblick

Als Drohn (Plural: Drohnen) wird die männliche Honigbiene (Apis mellifera) bezeichnet. Der Begriff stammt vom mittelhochdeutschen Wort „treno" und beschreibt das charakteristische, tiefe Brummgeräusch, das diese Tiere im Flug erzeugen. Drohnen unterscheiden sich äußerlich deutlich von den Arbeiterinnen und der Königin: Sie sind größer, gedrungener, besitzen auffallend große Facettenaugen, die fast den gesamten Kopf bedecken, und verfügen über keinen Stachel. Ihre einzige biologische Aufgabe besteht in der Begattung junger, unbegatteter Königinnen während des sogenannten Hochzeitsfluges.

In der Imkerei spielen Drohnen eine wichtige, aber oft unterschätzte Rolle. Sie tragen wesentlich zur genetischen Vielfalt und Vitalität der Bienenvölker bei. Ein gesundes Volk produziert im Frühjahr und Sommer mehrere hundert bis wenige tausend Drohnen – ein Zeichen dafür, dass das Volk stark genug ist, in die Fortpflanzung zu investieren. Für Imkerinnen und Imker ist das Verständnis der Drohnenbiologie grundlegend, um artgerechte Bienenhaltung zu betreiben und gesunde Völker zu führen.

Grundlagen & Voraussetzungen

Drohnen entstehen aus unbefruchteten Eiern, die die Königin gezielt in die etwas größeren Drohnenzellen ablegt. Dieser Vorgang wird als Parthenogenese (Jungfernzeugung) bezeichnet – Drohnen sind also haploid, besitzen also nur einen einfachen Chromosomensatz. Die Entwicklung vom Ei bis zur fertigen Drohne dauert etwa 24 Tage und ist damit rund drei Tage länger als bei Arbeiterinnen.

  • Eiablage: Die Königin legt unbefruchtete Eier in spezielle, größere Wabenzellen (Drohnenzellen).
  • Larvenphase: Die Larven werden von Ammenbienen mit Futtersaft und später mit Pollen und Honig versorgt.
  • Verdeckelung: Nach etwa 10 Tagen wird die Zelle verdeckelt; die Larve verpuppt sich.
  • Schlupf: Am 24. Tag schlüpft der fertige Drohn. Er benötigt weitere 10–14 Tage, bis er geschlechtsreif ist.

Drohnen besitzen keine Werkzeuge zur Nahrungssammlung und keinen Stachel zur Verteidigung. Sie werden von den Arbeiterinnen gefüttert und bedienen sich selbstständig an den Honigvorräten. Ihre Lebenserwartung beträgt in der aktiven Saison etwa 30 bis 50 Tage. Ein zentrales Phänomen der Bienenbiologie ist die sogenannte Drohnenschlacht: Im Spätsommer, wenn die Trachtzeit endet, werden die Drohnen von den Arbeiterinnen aus dem Stock gedrängt, am Füttern gehindert und schließlich vertrieben. Dieses Verhalten dient der Ressourcenschonung für den Winter.

Praktische Umsetzung

In der imkerlichen Praxis hat der Umgang mit Drohnen mehrere Facetten. Besonders relevant ist die sogenannte Drohnenbrutentnahme als biotechnische Maßnahme zur Bekämpfung der Varroamilbe (Varroa destructor). Da sich die Milbe bevorzugt in den größeren und länger verdeckelten Drohnenzellen vermehrt, können Imkerinnen und Imker durch gezieltes Einsetzen von Drohnenrahmen (Baurahmen) und deren spätere Entnahme die Milbenbelastung im Volk deutlich senken.

  • Drohnenrahmen einsetzen: Ein leerer Rähmchen ohne Mittelwand wird ins Brutnest gehängt. Die Bienen bauen dort bevorzugt Drohnenwaben aus.
  • Verdeckelte Brut entnehmen: Sobald die Drohnenbrut verdeckelt ist (nach etwa 10 Tagen), wird der Rahmen entnommen und die Brut eingeschmolzen oder eingefroren.
  • Regelmäßigkeit: Dieses Verfahren wird während der Bienensaison alle zwei bis drei Wochen wiederholt.

Für die Zucht sind Drohnen von entscheidender Bedeutung. Wer gezielt züchtet, achtet darauf, dass die Drohnen von leistungsstarken, gesunden und sanftmütigen Völkern stammen. Auf sogenannten Belegstellen – speziellen, abgelegenen Standorten – werden ausschließlich ausgewählte Drohnenvölker aufgestellt, um die kontrollierte Begattung junger Königinnen sicherzustellen. Die genetische Qualität der Drohnen ist dabei ebenso wichtig wie die der Königin, da Drohnen das gesamte Erbgut ihrer Mutter unverändert weitergeben.

Häufige Fehler

Ein verbreiteter Fehler in der Bienenhaltung ist die grundsätzliche Unterdrückung der Drohnenproduktion. Manche Imker versuchen, durch ausschließliche Verwendung von Mittelwänden mit Arbeiterinnenzellmaß die Drohnenaufzucht zu minimieren, um Honig zu sparen. Dies widerspricht jedoch dem natürlichen Bedürfnis des Volkes und kann zu Stress, erhöhter Schwarmneigung und einer gestörten Volksentwicklung führen. Artgerechte Haltung bedeutet, dem Volk auch die Möglichkeit zur Drohnenaufzucht zu geben.

Ein weiterer Fehler betrifft die Drohnenbrutentnahme zur Varroabekämpfung: Wird der Zeitpunkt der Entnahme verpasst und die Drohnen schlüpfen bereits, hat die Maßnahme keinen Effekt – schlimmer noch, eine große Anzahl Milben wird freigesetzt. Ebenso problematisch ist es, die Drohnenbrut zu früh zu entnehmen, bevor die Milben vollständig eingewandert sind.

Gelegentlich wird das Auftreten sogenannter Buckelbrut fälschlicherweise als normaler Drohnenbau interpretiert. Buckelbrut entsteht, wenn eine drohnenbrütige Königin oder legende Arbeiterinnen unbefruchtete Eier in Arbeiterinnenzellen ablegen. Dies ist ein ernstes Warnsignal für Weisellosigkeit und erfordert sofortiges Handeln.

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